Köln - Das erste Viertel der Saison ist vorbei, die Bundesliga macht aufgrund der Länderspiele eine Pause. Bei den Clubs ziehen Verantwortliche und Spieler ein erstes Resümee.

Während sich Spitzenreiter FC Bayern München bescheiden gibt, jubelt Aufsteiger FC Ingolstadt 04 über den erfolgreichen Start in die erste Bundesligasaison. bundesliga.de hat für Sie Stimmen und Meinungen von allen Clubs zusammengetragen. Teil 1 beschäftigt sich mit den Mannschaften der oberen Tabellenhälfte.

"Das war immer unser Traum"

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Beim FC Bayern München ist die Freude über den Rekordstart und das Polster auf die Konkurrenz natürlich riesig. "Zu diesem Zeitpunkt diesen Vorsprung zu haben, war immer unser Traum", meint Thomas Müller. Für Trainer Pep Guardiola ist das "Wahnsinn". So etwas habe er in seiner "Karriere noch nie erlebt". Abheben will man in München dennoch nicht. Bei den Bayern bleibe man "ruhig und fokussiert". Schließlich gäbe es "noch 26 Spieltage zu bestreiten", sagt Kingsley Coman. Im Oktober sei "noch niemand Deutscher Meister geworden", weiß auch der Coach. Und Karl-Heinz Rummenigge will "unaufgeregt weitermachen". Torwart Manuel Neuer warnt hingegen: "Wir dürfen jetzt nicht nachlassen bis zum Winter und wollen versuchen, das Polster zu erweitern."

In Dortmund ist sich hingegen zumindest Hans-Joachim Watzke, schon sicher, dass "die Meisterschaft entschieden" ist. "In den nächsten Jahren werden nur die Bayern Meister", sagte der BVB-Geschäfsführer nach der 1:5-Niederlage von Borussia Dortmund im Klassiker. Aus dem Spiel müsse man "Lehren ziehen". Der BVB entwickele "ja gerade eine neue Mannschaft". Trainer Thomas Tuchel blickt nach der ersten Saisonniederlage nach vorne, man müsse sich " jetzt schütteln und dann neu aufstellen".

Der FC Schalke 04 hat als Tabellendritter sehr gut das erste Saisonviertel gemeistert. Dennis Aogo findet deshalb auch, dass das "Positive überwiegt". Unzufrieden ist er aber mit der 0:3-Niederlage am letzten Spieltag gegen den 1. FC Köln. Das sei "nicht schön" gewesen. "Aber vielleicht war es ein Dämpfer zur rechten Zeit", glaubt Aogo. Schalke dürfe sich jetzt aber "nicht ausruhen und in alte Verhaltensmuster verfallen".

1. FC Köln ist "hungrig und entwicklungsfähig"

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Anders als die Knappen, verabschiedeten sich die Spieler des 1. FC Köln mit dem Sieg auf Schalke in die Länderspielpause. Auf Platz 5 mit 14 Punkten kann man stolz sein in Köln. Yannick Gerhardt ist der Meinung, dass sein Team "auf einem richtig guten Weg" sei. Der FC sei "eine sehr hungrige und entwicklungsfähige Mannschaft mit vielen jungen Spielern". "Da geht noch einiges nach oben", hofft der 21-Jährige (zum vollständigen Interview).

14 Punkte nach acht Spielen - für Hertha BSC läuft es derzeit rund, am letzten Spieltag bezwangen die Berliner zudem noch den Hamburger SV mit 3:0 vor heimischer Kulisse. Trainer Pal Dardai ist zufrieden. Man habe "einen Plan gehabt, den die Jungs mehr als erfüllt" hätten. Innenverteidiger Fabian Lustenberger lobt die "hervorragenden Fitness" der Mannschaft. Der "Spaßfaktor" sei höher - und "das Selbstvertrauen ebenfalls".

Grund zur Freude herrscht auch beim FC Ingolstadt 04. Der FCI steht in seiner Debütsaison nach acht Spieltagen auf Platz 6. Ein Ergebnis mit dem "keiner gerechnet hätte", sagte Sportdirektor Thomas Linke. Es sei "eine Sensation, wie die Mannschaft in die Saison gekommen ist". Abwehrspieler Benjamin Hübner hat zwar ebenfalls nicht damit gerechnet, sieht als Grund aber die "hervorragende Mechanismen" der Mannschaft, die sie sich "im Vorjahr erarbeitet" habe. Romain Brègerie ist besonders beflügelt vom ersten Heimsieg der Schanzer vor der Länderspielpause. So habe man "zwei Wochen ein positives Gefühl und einen freien Kopf", um sich "bestmöglich auf die nächste Partie vorzubereiten".

Leverkusen will kaltschnäuziger werden

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Nach einem zunächst guten Saisonstart folgten für Bayer 04 Leverkusen drei Niederlagen in Folge. Aus den letzten zwei Spielen holte die Werkself wieder vier Punkte - langsam geht es wieder bergauf. Für Lars Bender war die Reihe von Niederlagen eine "kleine Schwächeperiode", zum Ende hin habe man ein "richtig ordentliches Spiel" gezeigt. Ausbaufähig sieht der 26-Jährige noch die Zielstrebigkeit seiner Mannschaft. Man müsse außerdem "noch kaltschnäuziger" werden.

Ähnlich sieht es beim 1. FSV Mainz 05 aus: Auch wenn die bisherige Saison hier eher einem Auf und Ab gleicht. Vier Siegen stehen vier Niederlagen gegenüber. Wie schnell sich die Platzierung besonders zu Saisonbeginn ändern kann, weiß auch Trainer Martin Schmidt. "Wir hatten nach fünf Spielen neun Punkte und nach sieben Spielen neun Punkte. Zwischen einem guten und einem durchwachsenen Start" lägen manchmal nur ein bis zwei Spiele, erklärt der Trainer im exklusiven Interview (hier klicken).

Ernüchterung herrscht beim VfL Wolfsburg. Der Vizemeister, DFB-Pokal- und Supercupsieger findet sich nach acht Spieltagen nur auf Platz 9 wieder. Man sei, so Klaus Allofs, "in einer Situation", in der Wolfsburg "ein bisschen den Anschluss nach oben" verliere. Die Wölfe seien "in einer Phase, in der die Entwicklung ein bisschen auf der Stelle tritt", sagt der Wolfsburg-Manager weiter. Kapitän Diego Benaglio glaubt, man müsse sich "als Mannschaft da herauskämpfen".

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