Bremen - Hauptsache gewonnen! So lautete der allgemeine Tenor nach dem schwer erkämpften 2:1-Auswärtssieg von Borussia Dortmund beim SV Werder Bremen bei Spielern und Verantwortlichen. Trotz einer langen Überzahl schaffte es der BVB nicht, die Partie zu kontrollieren und musste lange um den Erfolg zittern. Entsprechend war die Freude über den positiven Start ins neue Jahr im Lager der Westfalen sehr groß.

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Der Samstagnachmittag begann für die Schwarz-Gelben im Bremer Weserstadion gut: Bereits nach fünf Minuten traf André Schürrle zum ersten Mal für die Borussia in der Bundesliga uns sorgte damit für die frühe Führung. Schon zum achten Mal traf Dortmund in dieser Saison in der Anfangsviertelstunde - Bundesliga-Spitze! Auch in der Folgezeit bestimmte der BVB die Partie und erspielte sich einige weitere Chancen, um das 1:0 auszubauen. Doch nach 25 Minuten stockte der Kombinationswirbel und Werder kam besser ins Spiel.

Im Video: Tuchel plant den Angriff

Das sah auch Trainer Thomas Tuchel so: "Wir haben sehr gut begonnen, besonders in der ersten Viertelstunde. Da haben wir es eigentlich schon verpasst, nach der Führung direkt ein zweites Tor nachzulegen. Danach haben wir Bremen dann leichtfertig ins Spiel zurückgeholt und ein offenes Spiel zugelassen. Bis zum Schluss haben wir viele Chancen, auch Großchancen, schlampig zu Ende gespielt und deshalb nie richtig Ruhe gehabt."

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Kurz vor der Pause schienen sich die Kräfteverhältnisse dann aber endgültig wieder zu Gunsten der Dortmunds zu drehen, als Werder-Keeper Jaroslav Drobny nach einem Foul an Marco Reus die Rote Karte sah. Doch das Gegenteil traf ein: Die in Überzahl spielenden Gäste überließen den Bremern das Spiel und verwalteten das Ergebnis. "Nach dem Platzverweis haben wir unbewusst zwei Gänge heruntergeschaltet und den Gegner durch leichte Fehler eingeladen, das darf uns nicht passieren", erklärte BVB-Kapitän Marcel Schmelzer, der zur Halbzeit verletzt in der Kabine bleiben musste. "Nur eine Vorsichtsmaßnahme", beschwichtigte er jedoch.

Schwankungen unterworfen

Trotz des erfreulichen Starts gegen Bremen liegt noch viel Arbeit vor Tuchel. Sein Team hat noch Probleme, konstant eine komplette Partie auf gleich hohem Niveau abzuliefern. "Es fehlen uns durch die Verletzungen einfach Trainingsminuten. Vielleicht fehlen auch mal nur ein paar Erfolgserlebnisse dieser Art heute, damit es leichter geht. Vielleicht müssen wir auch einfach die Erwartungen etwas herunterschrauben und uns eingestehen, dass wir noch nicht regelmäßig, konstant gut spielen können", sagte der Übungsleiter, der sich die drei Punkte jedoch nicht schlechtreden lassen wollte. "Am Ende überwiegt aber natürlich die Freude, dass wir mal dreckig gewonnen haben. Ich habe mir vor dem Spiel fest vorgenommen, mich zu freuen, wenn wir gewinnen - egal wie. Wir sind hierher gefahren, um zu gewinnen. Deshalb lasse ich mir das nicht vermiesen."

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Auch Keeper Roman Weidenfeller, der vielleicht zum letzten Mal den verletzten Stammkeeper Roman Bürki glänzend vertrat, übte Kritik am Spiel seiner Mannschaft und fand noch längst nicht alles perfekt: "Es war ein sehr wellenartiges Spiel. Wir hätten es am Ende einfach ruhiger herunterspielen müssen, das ist aber leider nicht ganz gelungen. Letzten Endes überwiegt aber ganz klar die Freude, dass wir gewonnen haben. Wir haben die ersten drei Punkte im neuen Jahr gesammelt. Das ist der Startschuss zur Aufholjagd."

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Nach dem Erfolg an der Weser rangiert der BVB auf Platz vier, nur einen Punkt hinter der TSG 1899 Hoffenheim, die auf einem direkten Champions-League-Platz steht. Die direkte Qualifikation für die Königsklasse ist das erklärte Ziel der Dortmunder, die am kommenden Wochenende schon das nächste Auswärtsspiel vor der Brust haben. Dann gastieren sie beim 1. FSV Mainz 05. "Es wird dort ein heißer Tanz. Wir müssen einfach an die ersten 25 Minuten von Bremen anknüpfen, dann sind wird auf einem guten Weg", sagte Spielführer Schmelzer.

Aus Bremen berichtet Alexander Barklage