bundesliga

Der VfB Stuttgart und die jungen Wilden 2.0 - jetzt gegen die Bayern

Der VfB Stuttgart ist seit sieben Spielen ungeschlagen. Der Aufsteiger ist derzeit Achter und überzeugt mit Tempo und Torgefahr. Am 9. Spieltag misst sich das jüngste Team der Bundesliga mit dem FC Bayern München, der nun selbst ehemalige VfB-Talente Kader hat.

>>> Hol dir jetzt die Stuttgarter im Offiziellen Fantasy Manager!

Zuerst brannte der VfB Stuttgart am 8. Spieltag bei der TSG Hoffenheim ein regelrechtes Offensiv-Feuerwerk ab: In den ersten 15 Minuten gaben die Schwaben sechs Torschüsse ab, ließen keinen einzigen für die Kraichgauer zu. Und als die Hoffenheimer die Partie in der 71. Minute durch das 3:2 von Andrej Kramaric scheinbar endgültig zu ihren Gunsten gedreht hatten, bewies die Truppe von Trainer Pellegrino Matarazzo auch noch eine riesige Portion Moral: Kapitän Marc-Oliver Kempf erzielte in der dritten Minute der Nachspielzeit noch das 3:3 für den VfB.

Durch diesen Zähler bleiben die Schwaben weiterhin seit dem ersten Spieltag ungeschlagen. Sieben Spiele in Serie ohne Niederlage - nicht schlecht für einen Aufsteiger. Eine derart positive Bilanz hatte der VfB zum gleichen Zeitpunkt zuletzt 2011/12 unter Bruno Labbadia. Was den Start der Stuttgarter noch außergewöhnlicher erscheinen lässt, ist der Fakt, dass die Mannschaft von Matarazzo die jüngste in der Bundesliga ist: Das Durchschnittsalter der eingesetzten Spieler beträgt nur 24,6 Jahre.

Silas Wamangituka und Nicolas Gonzalez stehen für die jungen Wilden beim VfB - Michael Weber IMAGEPOWER via www.imago-images.de/imago images/Michael Weber

Die jungen Wilden 2.0

Mit ihrem attraktiven Angriffs-Fußball, nur Bayern, Dortmund und Leipzig gaben mehr Torschüsse ab als der VfB (120), erinnern die Stuttgarter stark an die "jungen Wilden" vom Anfang des Jahrtausends: Mit Talenten wie Timo Hildebrand, Andreas Hinkel, Kevin Kuranyi, Christian Tiffert, Alexander Hleb und Philipp Lahm stürmten die Jungspunde 2002/03 unter Felix Magath in die Champions League. Das aktuelle Team ist im Schnitt gar noch jünger als damals.

>>> Mateo Klimowicz ist Rookie des Monats Oktober

Die Matarazzo-Elf erzielte in dieser Saison im Schnitt zwei Tore pro Spiel. Auf 16 Treffer in den ersten acht Spieltagen kam zuletzt 2012/13 ein Aufsteiger: Eintracht Frankfurt schaffte unter Armin Veh, Stuttgarts Meister-Trainer von 2007, gar 19 Treffer. Den jungen und talentierten Kader hat Sven Mislintat zusammengestellt: Der Sportdirektor des VfB entdeckte bereits als Scout des BVB und beim FC Arsenal das ein oder andere Juwel. Ein richtig guter Fang war auch Wataru Endo: Der Japaner führte und gewann von allen Bundesliga-Spielern die meisten Defensivzweikämpfe (79 von 141), zudem fing er von allen Mittelfeldspielern die meisten Zuspiele ab.

Tempo, Tempo, Tempo

>>> Im offiziellen Tippspiel Woche für Woche Gewinne sichern!

Ein wichtiges Kriterium bei Mislintats Spielersuche: Geschwindigkeit. Mit der besticht vor allem Silas Wamangituka: Mit 35,4 Kilometern pro Stunde wurde der Kongolese bereits in dieser Saison geblitzt - keiner war schneller. Beim 3:3 gegen Hoffenheim erzielte der 21 Jahre alte Flügelspieler seinen dritten Saisontreffer. Damit hat er genauso viele Tore wie Stuttgarts Top-Scorer Sasa Kalajdzic (23 Jahre alt), der zudem noch drei Assists verbuchen konnte. Bei der Tiefe im Kader wiegt dann die Verletzung vom schnellen und technisch starken Nicolas Gonzalez (22), der auf drei Treffer in fünf Einsätzen kommt, nicht ganz so schwer. Sein argentinischer Landsmann, Mateo Klimowicz (20), der Rookie des Monats im Oktober wurde, könnte ihn ersetzen.

Samstag wartet der Rekordmeister

Die jungen Wilden 2.0 werden am 9. Spieltag vor eine große Reifeprüfung gestellt: Es geht gegen den FC Bayern München. Mit dabei beim Deutschen Meister: Serge Gnabry, der in der Jugend des VfB ausgebildet wurde. Joshua Kimmich, der ebenfalls bei den Schwaben das Kicken gelernt hat, wird verletzt zusehen müssen.

Die Bayern selbst spielten am 8. Spieltag 1:1 gegen den SV Werder Bremen. Der VfB sammelte zuletzt vier Remis in Serie und wartet noch auf den ersten Heimsieg. Selbst bei einer Führung sollten sich die Bayern ihrer Sache nicht so sicher sein, denn: Dass die jungen Stuttgarter über ordentlich Moral verfügen haben sie nicht nur im Kraichgau bewiesen. Auch gegen Mainz, Leverkusen und Schalke wurde man trotz Rückstand nicht geschlagen.