
"Die Moral ist da, der Wille ist da": VfB erwischt Top-Start in 2026
Mit dem 3:2-Heimsieg gegen Eintracht Frankfurt feiert der VfB Stuttgart einen perfekten Start ins neue Jahr. Die sechs Punkte wecken Erinnerungen an 2025. Nun will der VfB die Englische Woche vergolden.
Zahlen des 17. Spieltags: Undav jetzt schon besser als letzte Saison
"Es steckt einiges drin, auf das das Prädikat ‚Top-Spiel‘ zutrifft", ahnte VfB-Trainer Sebastian Hoeneß bereits vor dem spektakulären 3:2 zwischen Stuttgart und Frankfurt, welches Spiel auf alle Beteiligten zukommen würde. Bei 20:12 Torschüssen wurde den knapp 60.000 Zuschauern in der MHP Arena ein Fußballfest geboten. Zum vierten Mal in den letzten neun Pflichtspielduellen ging der Gewinner mit 3:2 vom Platz.
Nach zuvor zwei Niederlagen gegen die Adlerträger (0:1 und 2:3) hieß der verdiente Sieger diesmal VfB Stuttgart. Die Schwaben machten aus 3,1 xGoals die erwartbaren Tore, während Eintracht Frankfurt mit zwei Toren aus 0,8 xGoals effizient unterwegs war.

"Ausgleichstor hat den Knoten gelöst"
Dabei profitierte das Hoeneß-Team auch von Kauã Santos' Patzer, der bei einer Flanke von Maximilian Mittelstädt leicht bedrängt von Mitspieler Aurèle Amenda danebengriff und so den Ausgleichstreffer von Ermedin Demirović aus elf Metern ermöglichte. "In das Spiel gegen Frankfurt sind wir denkbar ungünstig gestartet, liegen zurück, agierten teils fahrig. Danach hat das Ausgleichstor zum 1:1 den Knoten gelöst", analysierte Hoeneß.
Ab dem 1:1 zeigte der VfB, wer der Herr im Haus war. Nur acht Minuten später drehte Deniz Undav dank der Mithilfe von Ellyes Skhiris Hacke, die den Ball unhaltbar für Santos links ins Tor abfälschte, das Spiel. Zur Pause führte Stuttgart auch nach Torschüssen (10:2) und Ballbesitz (59 Prozent). Frankfurt hatte Glück, dass die Partie nicht bereits vor der Halbzeit entschieden war.
Joker Nartey steht goldrichtig
Und auch in den 20 Minuten nach Wiederbeginn blieben die Schwaben vor dem Kasten schludrig. "Es war ein sehr wildes Spiel. Ich glaube, dass ich nach dem 2:1 durchaus drei, vier Tore hätte schießen können – dadurch hätten wir das Spiel früher entscheiden und beruhigen können, aber wir haben es spannend gemacht", meinte "Man of the Match" Undav, der an elf der 20 Stuttgarter Torschüsse beteiligt war.
Nach dem 2:2 durch Ayoube Amaimouni-Echghouyab drohte den Hausherren der sechste Heimsieg aus den Händen zu gleiten. Beide Mannschaften spielten nun mit offenem Visier. In der 87. Minute belohnte sich der VfB für den großen Aufwand: Nach einem Steckpass von Undav zu Jamie Leweling musste dieser nur noch ins Zentrum querlegen, wo Einwechselspieler Nikolas Nartey aus kurzer Distanz einschoss. Ekstase pur in der Cannstatter Kurve! Sinnbildlich, wie Kapitän Atakan Karazor vor dem Siegtreffer einen Zweikampf für sich entschied und die Seinen nach vorne peitschte.

"Es war ein grandioses Gefühl"
Ausgerechnet Nartey wurde zum Matchwinner. Der 25-Jährige litt seit 2019 immer wieder an Verletzungen, sogar seine Karriere stand auf der Kippe. In dieser Saison hält der Körper des Dänen stand. "Es war ein grandioses Gefühl, mein erstes Bundesliga-Tor erzielt zu haben – ich habe kurz gejubelt, danach aber sofort geschaut und gehofft, dass es keine Abseitsposition war", sagte der Mittelfeldspieler.
Kurz vor dem Ende der regulären Spielzeit hielt dann Alexander Nübel den Sieg gegen Arnaud Kalimuendo fest. "Nachdem Frankfurt das 2:2 erzielte, hat die Mannschaft sensationell reagiert. Die Moral ist da, der Wille ist da. Die Jungs wissen, dass sie sehr oft zurückkommen und etwas kreieren können. Das war auch zu spüren und zu sehen – und das ist eine ganz wichtige Basis für den weiteren Saisonverlauf", zeigte sich Hoeneß stolz.
Stuttgart in Champions-League-Form
Wie in 2025 siegt Stuttgart in den ersten beiden Bundesliga-Partien des neuen Kalenderjahres. Damals wurde auch das dritte noch siegreich bestritten. Um das zu wiederholen, müsste der VfB zum Rückrundenauftakt Union Berlin in die Knie zwingen. Der VfB Stuttgart sammelte in der Hinrunde starke 32 Punkte, das sind drei mehr als vor einem Jahr nach der ersten Halbserie. Durch den zehnten Saisonsieg springen die Schwaben zumindest vorübergehend auf Champions-League-Platz drei.
Philipp Pachollek
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