
DFB-Pokal: Ein Spiel, das schlaflos macht
In einer spektakulären Erstrundenpartie des DFB-Pokals (4:4 n. V.) setzt sich der VfB Stuttgart am Dienstagabend erst nach einem langen Elfmeterschießen gegen Eintracht Braunschweig durch und kann sich den Abend hinterher "nicht so richtig erklären." Das frühzeitige Ausscheiden hat der Titelverteidiger aber immerhin noch abgewendet.
Am Ende waren es sechs Elfmeter, die für einen neuen Rekord im DFB-Pokal fehlten. 20 Spieler hatten sich nach 120 umkämpften Minuten der Partie zwischen Eintracht Braunschweig und dem VfB Stuttgart am Dienstagabend auf den Weg zum Punkt gemacht und ein 8:7 für die Schwaben herausgeschossen.
26 Elfmeter waren es im bisher längsten Elfmeterschießen der Pokalhistorie am 27. August 1995. Kontrahenten damals: Der SV Sandhausen und eben jener VfB Stuttgart. Als Lorenz Assignon weit nach 23 Uhr also den entscheidenden Schuss verwandelte, verhinderte er, dass sein Arbeitgeber die damals selbst aufgestellte Bestmarke noch einmal übertrumpft. Er verhinderte aber auch, dass der VfB als erster Titelverteidiger seit Eintracht Frankfurt vor sieben Jahren schon in der ersten Runde die Segel streichen muss.
Nübel bangt um seinen Schlaf
In Erinnerung bleiben wird dieses spektakuläre Duell auch so. "Ich weiß nicht, wie gut ich heute einschlafen kann. Das Spiel wird mich noch ein bisschen beschäftigen", meinte beispielsweise Alexander Nübel nach Abpfiff, der mit drei gehaltenen Elfmetern noch zum Mann des Abends avancierte, obwohl dieser für ihn mit einem Torwartfehler beim 0:1 durch Sven Köhler (8.) nicht wirklich gut begonnen hatte: "Ein bescheidener Start", so der Keeper.
Doch die Stuttgarter bissen sich rein in die Partie, drehten sie zunächst durch die Treffer von Ermedin Demirović (12. und 60.), um dann durch ein Doppelpack von Fabio Di Michele Sanchez erneut in Rückstand zu geraten. "Wir haben es versäumt, den Deckel drauf zu machen", kritisierte Stuttgarts Trainer Sebastian Hoeneß in der Sportschau. "Wir haben sehr viele Situationen nicht gut ausgespielt und falsche Entscheidungen getroffen. So kommt so ein Pokalabend zustande. Und dann entstehen Dynamiken, das kann sich auch keiner so richtig erklären."
"Sind die Nächte, von denen man immer redet"
Der eingewechselte Nick Woltemade rettete den Titelverteidiger kurz vor knapp immerhin noch in die Verlängerung (89.), in der auch ein Eigentor von Sanoussy Ba (92.) und ein Treffer auf der richtigen Seite von Christian Conteh (105.) nicht für die vorzeitige Entscheidung sorgten, so dass es eben zu jenem dramatischen Elfmeterschießen kam.
"Das sind die Nächte, von denen man immer redet- für neutrale Zuschauer brutal zuzuschauen. Am Ende freut es uns natürlich, dass wir weitergekommen sind, aber es war einfach ein geiles Spiel", frohlockte Demirović abschließend und hat sich mit seinem Team vielleicht den entscheidenden Adrenalinschub geholt, um auch am Samstag in der Liga gegen Borussia Mönchengladbach den ersten Erfolg zu einzutüten.
Im Pokal geht die Reise für die Schwaben jedenfalls weiter und möglicherweise kommt eine neue Chance, wieder für ein langes Elfmeterschießen zu sorgen. Den SV Sandhausen können die Stuttgarter (Auslosung am 31. August um 19 Uhr) allerdings nicht als Gegner bekommen. Der Regionalligist scheiterte in der ersten Runde knapp mit 2:4 an RB Leipzig.
Michael Oer
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