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Guter Ballverteiler: Angelo Stiller
Guter Ballverteiler: Angelo Stiller - © IMAGO/UWE KRAFT
Guter Ballverteiler: Angelo Stiller - © IMAGO/UWE KRAFT
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Chance genutzt: Angelo Stiller überzeugt beim DFB auf der Sechs

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Er ist einer der Gewinner beim 4:3-Sieg gegen die Schweiz: Angelo Stiller. Der Sechser glänzt als Ballverteiler in Deutschlands Mittelfeld und wird von Bundestrainer Julian Nagelsmann gelobt.

Eigentlich wäre er in dieser Länderspielpause gegen die Schweiz und Ghana eigentlich nicht dabei gewesen: Angelo Stiller. Der Spielgestalter des VfB Stuttgart wurde eigentlich nicht von Bundestrainer Julian Nagelsmann nominiert, rutschte aber dennoch ins DFB-Team, weil Aleksandar Pavlović (Hüftbeschwerden) und Felix Nmecha (Außenbandverletzung im Knie) angeschlagen absagen mussten.

Der Sechser wurde daraufhin von Nagelsmann in Basel direkt in die deutsche Startelf berufen und zeigte ein mehr als ordentliches Spiel in der deutschen Schaltzentrale. Stiller spielte 14 Pässe ins Angriffsdrittel – mehr als jeder andere Akteur Deutschlands.

Zudem spielten insgesamt nur Joshua Kimmich (79) und Matchwinner Florian Wirtz (78) mehr Pässe als der 24 Jahre alte Stuttgarter (72), der starke 91,7 Prozent seiner Zuspiele zu seinen Nebenmännern im DFB-Trikot brachte. Seine Genauigkeit bei Pässen im Angriffsdrittel (90,9 Prozent) wird zudem von keinem DFB-Akteur mit mehr als zehn Zuspielen in dieser Zone übertroffen.

"Der wird nie nervös"

Deshalb gab es nach dem turbulenten 4:3-Schützenfest-Sieg lobende Worte von Nagelsmann in Richtung Stillers: "Er hat mit Ball sehr gut gespielt, extreme Ruhe, der wird nie nervös, auch wenn er Druck hat, das macht er einfach gut", sagte der Bundestrainer bei RTL.

Stiller harmonierte auf der Doppelsechs mit Leon Goretzka: Während der Mittelfeldmann des FCB sehr häufig in den Strafraum der Schweiz vorstieß und regelmäßig zum Abschluss kam (fünf Torschüsse, kein Deutscher hatte mehr), sicherte der Stuttgarter das Zentrum ab und agierte tiefer als sein Nebenmann.

Der VfB-Dirigent gewann am Freitagabend 50 Prozent seiner Zweikämpfe und sorgte für vier Ballgewinne. Komplett fehlerfrei sah ihn der Bundestrainer aber nicht: "Es gibt zwei, drei Dinge, die ich mit ihm bespreche. Beim 1:0 finde ich, da kann er noch einen Tick aktiver verteidigen. Da lässt er den Gegner sehr weit in den Sechzehner kommen", sagte Nagelsmann bei RTL über die Szene bei Dan Ndoyes Führungstreffer.

Ordentliche Doppesechs: Leon Goretzka und Angelo Stiller überzeugen gegen die Schweiz - IMAGO/Frank Hoermann / SVEN SIMON

Startet Stiller auch in Stuttgart?

"Sonst war er super engagiert und hat ein gutes Spiel gemacht", nahm Nagelsmann selbst ordentlich Wind aus der von ihm selbst formulierten Kritik. Eins dürfte klar sein: Mit seiner Darbietung gegen die Schweiz dürfte Stiller seine Chancen auf eine WM-Teilnahme nicht geschmählert haben.

Gut möglich, dass er sich schon am Montagabend weiter im deutschen Team festspielt: Dann geht es für Deutschland gegen Ghana. Und zwar dort, wo Stiller in dieser Saison bereits regelmäßig brilliert hat: in Stuttgart.