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Bruno Labbadia startet in seine zweite Amtszeit beim VfB Stuttgart - © Boris Streubel/Bundesliga/DFL via Getty Images
Bruno Labbadia startet in seine zweite Amtszeit beim VfB Stuttgart - © Boris Streubel/Bundesliga/DFL via Getty Images
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"Nicht irgendein Club für mich": Bruno Labbadia kehrt zum VfB Stuttgart zurück

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Die Schwaben haben einen neuen Trainer: Bruno Labbadia soll den VfB Stuttgart vor dem Abstieg retten. Der 56 Jahre alte Trainer kennt sich in der Landeshauptstadt von Baden-Württemberg aus: Von Dezember 2010 bis zum August 2013 stand der ehemalige Stürmer schon an der Seitenlinie des VfB.

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Souverän hatten sie sich die Meisterschaft geholt, zudem gerade erst die Champions League im Finale gegen Borussia Dortmund mit 2:1 für sich entschieden: Natürlich waren die Bayern 2012/13 der haushohe Favorit vor dem DFB-Pokalfinale gegen den VfB Stuttgart. Während der FCB 91 Punkte holte, nur ein Mal in der Bundesliga verlor, landeten die Schwaben auf Platz zwölf mit 43 Zählern. In den beiden direkten Duellen in der Bundesliga gab es außerdem zwei klare Bayern-Siege mit einem 6:1 in der Hinrunde und einem souveränen 2:0 in der Rückrunde.

In Berlin waren die Kicker aus dem Ländle aber nah dran, die Bayern zu ärgern: In der Anfangsphase kam der VfB durch Ibrahima Traore und Martin Harnik zu guten Chancen, die Konter und Standards des Außenseiters waren brandgefährlich. Durch einen Foulelfmeter ging der FCB dann in Führung und legte im zweiten Durchgang schnell das 2:0 und das 3:0 nach. Angefeuert von Coach Bruno Labbadia drehten die Stuttgarter aber nochmal auf, verkürzten dank Doppelpacker Harnik in der 71. Minute auf 1:3 und in der 80. Minute auf 2:3. Die kommenden zehn Minuten plus die 300 Sekunden Nachspielzeit on top wurden zur Zitterpartie für den Champions-League-Sieger 2013.

Labbadia muss Anfang der Saison 2013/14 gehen

"Man kann natürlich nach dem 3:0 untergehen“, sagte Labbadia enttäuscht aber zugleich stolz über die Leistung seiner Mannschaft gegen das fußballerische Nonplusultra des Jahres 2013. "Kleinigkeiten haben entschieden. Uns hat das Quäntchen Glück gefehlt", stellte der bediente Trainer fest. Serdar Tasci, damals beim VfB, war sich sicher: "Nach der Verlängerung hätten wir gewonnen." Doch es wurde nichts mit dem vierten Pokalsieg der Schwaben. "Nach diesem Spiel können wir mit einem positiven Gefühl in die neue Saison gehen", hoffte Labbadia.

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Doch der Start in die Saison 2013/14 misslang gründlich, nach drei Bundesliga-Pleiten und einer 1:2-Niederlage in der Qualifikation der Europa League gegen HNK Rijeka wurde Labbadia freigestellt. Beinahe zwei Jahre dauerte es, bis der Coach auf die Bundesliga-Bühne zurückkehrte: Er übernahm den sich in Abstiegsgefahr befindenden Hamburger SV und schaffte in einem der dramatischsten Saisonfinals der Geschichte noch den Klassenerhalt mit dem damaligen Bundesliga-Dino: In der Relegation gegen den Karlsruher SC, als in der 91. Minute durch einen Freistoßtreffer von Marcelo Diaz noch die Verlängerung erreicht wurde. Nicolai Müller erzielte dort dann das wichtige 2:1 in der 115. Minute.

Klassenerhalt mit dem HSV 2015: Ein Wechselbad der Gefühle - Pressefoto Rudel/Robin Rudel via www.imago-images.de/imago images/Sportfoto Rudel

Labbadia erwirbt sich den Ruf als "Retter"

Die nächste Saison verlief dann einigermaßen sorgenfrei für die Hanseaten, die als Zehnter ins Ziel kamen. Aufgrund des misslungenen Starts ins Spieljahr 2016/17 – nur ein Punkt aus den ersten fünf Bundesliga-Partien gelang dem HSV – wurde Labbadia bei den Rothosen beurlaubt. Es dauerte wieder knapp zwei Jahre, ehe der Trainer, einst ein begnadeter Stürmer für Kaiserslautern, Bielefeld und des FC Bayern, sein nächstes Projekt in der Bundesliga startete: Der in Darmstadt geborene Fußballlehrer übernahm im Februar 2018 den Cheftrainer-Posten beim VfL Wolfsburg, der sich nach 23 Spieltagen in akuter Abstiegsgefahr befand.

Wie mit dem HSV schaffte Labbadia auch den Klassenerhalt mit den Wölfen, wieder über den Umweg Relegation. Allerdings gab es kein Herzschlagfinale wie mit den Hanseaten, es gelangen zwei souveräne Siege gegen Holstein Kiel. In der darauffolgenden stabilisierte der Deutsch-Italiener die Niedersachsen und impfte ihnen eine aggressive, kompakte Spielweise ein. So machte er den VfL nicht nur zu einem sehr unangenehmen Gegner, sondern qualifizierte sich 2018/19 mit 55 Punkten souverän für die Europa League. Es fehlten gar nur zwei Zähler zur Champions-League-Qualifikation. Verlängert wurde Labbadias Vertrag in Wolfsburg allerdings nicht.

Knapp an der Sensation und am Pokal vorbei: Bruno Labbadia 2013 mit dem VfB - imago sportfotodienst/imago sportfotodienst

Labbadia entwickelt sich sich weiter

Zehn Monate später, und nicht wieder nach einer knapp zweijährigen Pause, ging dann die nächste Rettungsmission von Labbadia, der zwei Länderspiele für Deutschland absolvierte, los: Er übernahm die Berliner Hertha zum 26. Spieltag und führte sie von Platz 16 zum sicheren Klassenerhalt 2021 auf Rang 14. Nach dem 18. Spieltag der folgenden Saison war dann allerdings wieder Schluss für den Rettungs-Experten – und das trotz Platz 13. Und man ahnt den Zeitpunkt schon: Es war fast genau vor zwei Jahren, im Januar 2021.

Nun ist Labbadia wieder da, zweijährlich grüßt das hessisch-italienische Murmeltier sozusagen. Der mittlerweile 56 Jahre alte Coach hat sich aber nach jeder Station enorm weiterentwickelt, ist äußerst authentisch und selbstkritisch: "Ich war zu ungeduldig", sagt der Trainer über seine früheren Stationen. So sei er zu Beginn seiner Karriere zu fordernd seinen Spielern gegenüber gewesen. Was Labbadia mit Wolfsburg erreicht hat – und vor allem die Art und Weise wie sich sein Team dabei präsentierte – zeigt: Labbadia kann Teams vor dem Abstieg retten und in andere tabellarische und spielerische Sphären heben.

Die Wahrscheinlichkeit, dass Labbadia dies nun auch wieder in Stuttgart gelingt, ist sehr hoch. Wie es geht, weiß der Coach nämlich selbst am besten: Bei seinem ersten Engagement im Ländle übernahm er den VfB auf Platz 17 und führte ihn 2010/11 umgehend in sichere Gefilde (Rang zwölf). Die Saison darauf ging es als Sechster in die Europa League. Und die Saison darauf? Da ging es bis ins Pokalfinale, wo dem VfB beinahe ein riesiger Coup gegen eine der historisch stärksten deutschen Mannschaften gelang. Die Ausgangsposition für die Stuttgarter ist aktuell sogar marginal besser: Stuttgart ist Sechzehnter.

Labbadia kann es kaum erwarten, mit seiner Arbeit zu beginnen. Er sagte nach seiner Rückkehr: "Der VfB ist bekanntermaßen nicht irgendein Club für mich. In Stuttgart habe ich über fast drei Jahre eine sehr wichtige Phase meiner Trainerkarriere verbracht und möchte nun dazu beitragen, dass der VfB in der Bundesliga bleibt. Wir werden sofort mit der Arbeit beginnen und alles für den Trainingsauftakt am 12. Dezember vorbereiten. Ich ziehe schon am Mittwoch nach Stuttgart. Dann werden wir uns schnell einen Überblick über den Leistungsstand der Mannschaft verschaffen und jeden Tag hart und mit großer Freude arbeiten, um voranzukommen."