Zusammenfassung

  • Joelinton erzielt sein erstes Bundesliga-Tor für Hoffenheim.
  • Der Brasilianer überzeugt als geschickter Ballverteiler.
  • Unter Julian Nagelsmann ist Joelinton aktuell im Angriff gesetzt.

Sinsheim - Joelinton Cassio Apolinário de Lira, genannt Joelinton, war sehr glücklich, aber auch ein bisschen enttäuscht. Am Samstag gelang dem Brasilianer sein erstes Bundesligator für die TSG Hoffenheim, im Fallen hatte der 1, 86 Meter große Stürmer kurz vor der Pause das 1:0 gegen Borussia Dortmund erzielt.

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Er habe sich nach drei torlosen Spielen in der Liga zuvor "ein bisschen Druck gemacht", erzählte Joelinton nach der Partie gegen den BVB. Um so größer war die Freude, endlich getroffen zu haben, zumal seine Freundin, sein Sohn und seine Eltern auf der Tribüne mitgefiebert hatten: "Ich bin sehr glücklich, dass es mit meinem ersten Tor geklappt hat, das ist ein besonderer Moment", erzählte der 22 Jahre junge Profi. Seine Enttäuschung aber war dem späten 1:1-Ausgleich der Borussia durch Christian Pulisic (84.) geschuldet, Joelinton erklärte: "Ich freue mich zwar sehr über mein Tor - aber schade, dass wir nicht gewonnen haben."

Joelinton ist die positive Überraschung

Wie schon beim 2:2 unter der Woche beim Champions-League-Debüt beim ukrainischen Meister Schachtjor Donezk waren die Hoffenheimer auch gegen Dortmund lange die dominierende Elf. Die beiden Remis sind in der Summe für dem großen Aufwand der Elf zu wenig, und auch die Punkteausbeute von vier Zählern in vier Ligaspielen entspricht nicht wirklich den Möglichkeiten. Aber die Leistung stimmt - auch bei Joelinton. Wie schon in Donezk gehörte der Brasilianer gegen den BVB bis zu seiner Auswechslung (86.) zu den Besten im TSG-Trikot. Joelinton überzeugt mit großem Einsatz, aber auch als technisch versierte, vorderste Anspielstation und geschickter Ballverteiler. Joelinton ist bislang die positive Überraschung im Team der TSG, im DFB-Pokal hatte er beim 6:1 in Kaiserslautern seine ersten drei Pflichtspieltreffer für die Badener erzielt, nun platzte am Samstag auch in der Liga der Torknoten für den stets fröhlich wirkenden Brasilianer.

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Vor drei Jahren war der Mittelstürmer aus seiner Heimat nach Hoffenheim gewechselt, in den beiden vergangenen Spielzeiten kickte er leihweise bei Rapid Wien, damit er sich durch Einsatzzeit in einer kleineren Liga an den Fußball in Europa gewöhnt. Nun nimmt der wuchtige Spieler erneut einen Anlauf in Hoffenheim. In der Zeit, in der Joelinton in Wien an Durchsetzungsvermögen und Beweglichkeit gewann, entwickelte der erstaunliche Trainer Julian Nagelsmann die TSG Hoffenheim zu einer Spitzenmannschaft. Joelinton, den Nagelsmann als "eine Kante, die eklig zu verteidigen ist", charakterisiert, soll nun mithelfen, wieder etwas Großes zu erreichen. Seit dem ersten Spieltag beim FC Bayern München gehört Joelinton zur ersten Wahl des Trainers.

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Vor nicht allzu langer Zeit gehörte noch viel Fantasie dazu, diesen Spieler mit dem FC Bayern oder der Champions-League in einem Atemzug zu nennen. Aber wer nach Hoffenheim zu Julian Nagelsmann wechselt, verbessert seine Chancen, seine kühnsten Träume wahr werden zu lassen. Joelinton könnte der nächste sein in einer langen Reihe von Profis, die unter diesem Trainer einen großen Leistungssprung erleben. Joelinton deutete im bisherigen Saisonverlauf mehr als an, im zweiten Anlauf und auf höchstem Niveau den Durchbruch in Deutschland und bei der TSG schaffen zu können. Ein bisschen müde sei er nun auch, gab er zu. Viel Zeit zur Erholung haben Joelinton und die TSG aber nicht, schon am Dienstag steht in Hannover das dritte von sieben Spielen in 22 Tagen an.

Aus Sinsheim berichtet Tobias Schächter