Zusammenfassung

  • Dortmund reicht schon ein Remis für Platz drei und die Champions League.

  • Hoffenheim ist bei einem Sieg mit zwei Toren Differenz sicher unter den ersten Vier.

  • Kramaric hat zuletzt eine sensationelle Torquote.

Köln – Spannender könnte der Kampf um die Plätze in der Champions League nicht sein. Drei Clubs streiten noch um zwei Tickets für den großen Europacup. Und zwei davon treffen im direkten Duell aufeinander: die TSG 1899 Hoffenheim empfängt Borussia Dortmund zum Showdown. Dahinter lauert Bayer 04 Leverkusen auf Ausrutscher der Konkurrenz.

Die Ausgangslage vor dem entscheidenden Duell der beiden Champions-League-Anwärter ist klar. Bei drei Punkten Vorsprung auf die beiden Konkurrenten reicht dem BVB schon ein Remis im Kraichgau, um Platz drei zu verteidigen und damit sicher in die Champions League einzuziehen. Siegt Hoffenheim mit einem Tor Vorsprung, bliebe Dortmund aufgrund der besseren Tordifferenz von dann +18 vor der TSG (dann +17) und wäre auch auf jeden Fall in der CL. Gewinnt 1899 aber mit zwei Toren Vorsprung, würden sie den BVB überholen und hätten ihre Eintrittskarte in die CL gebucht.

Beide Teams haben es selbst in der Hand

Der "Verlierer" dieses Duells - also das Team, das nach dem Spiel hinter dem anderen bleibt - muss hoffen, dass Bayer Leverkusen nicht zu erfolgreich ist. Die Rheinländer müssen entweder einen Punkt mehr holen als Hoffenheim, oder aber hoch gewinnen, um die TSG oder den BVB durch das Torverhältnis noch zu überflügeln. Zudem kann auch RB Leipzig Hoffenheim noch einfangen.

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Einen Gedanken an dieses Szenario wird in Hoffenheim und Dortmund aber niemand verschwenden. Denn beide Clubs haben es in der eigenen Hand, alles klar zu machen, und werden sich voll auf ihre eigene Partie konzentrieren. Ganz entscheidend werden dabei die direkten Duelle auf dem Platz sein. Wer hat die besseren Karten? bundesliga.de stellt die Schlüsselduelle, auf die es ankommen wird, vor:

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Florian Grillitsch vs. Marco Reus

Von keinem Spieler hängt der BVB in den vergangenen Wochen mehr ab als von Marco Reus. Der Nationalspieler hat seit seinem Comeback am 22. Spieltag gegen den Hamburger SV in zehn Einsätzen stolze sechs Tore erzielt. Mit seinen Dribblings und seinem Speed wirbelt Reus die gegnerischen Abwehrreihen immer wieder durcheinander. In der Mittelfeldzentrale wird sich voraussichtlich Florian Grillitsch um Reus kümmern müssen. Der Österreicher ist in der Rückrunde bei der TSG gesetzt, stand 15 Mal in der Startelf. Grillitsch ist viel unterwegs, kommt im Schnitt pro Spiel auf 12,1 Kilometer pro Spiel. Seine Zweikampfquote von 52 Prozent gewonnenen Duellen ist für einen Defensivspieler allerdings ausbaufähig. Da könnte er Probleme gegen den dribbelstarken Dortmunder bekommen. Der geht im übrigen im Schnitt mit 30 Mal und damit fast doppelt so oft pro Spiel in den Sprint wie Grillitsch (16).

Video: Marco Reus trifft gegen alle

Benjamin Hübner vs. Maximilian Philipp

Auf eine ordentliche Torquote beim BVB kommt auch Maximilian Philipp. Der im Sommer vom SC Freiburg nach Dortmund gekommene Offensivmann hat immerhin neun Treffer erzielt, bei 19 Einsätzen. Damit ist er nach dem abgewanderten Pierre-Emerick Aubameyang (13) erfolgreichster Torschütze der Schwarz-Gelben. Philipps Stärken liegen eindeutig im Dribbling. Immerhin in 56 Prozent seiner Dribblings kommt er am Gegenspieler vorbei. Immer wieder kreiert der 24-Jährige auf diese Weise Chancen für den BVB. Bei der TSG trifft er allerdings auf einen echten Fummler-Stopper. Benjamin Hübner gewinnt 73 Prozent der Zweikämpfe, wenn der Gegner ins Dribbling geht. An dem Innenverteidiger, der auch insgesamt der zweikampfstärkste Hoffenheimer ist, ist einfach kein Vorbeikommen. Und torgefährlich ist er auch noch. Drei Treffer hat Hübner in dieser Saison erzielt, persönlicher Saisonrekord.

Nico Schulz vs. Christian Pulisic

Das entscheidende Duell auf der Außenbahn findet zwischen Nico Schulz und Christian Pulisic statt. Beide sind die Flankengeber ihres Clubs. Pulisic schlug schon 55 Flanken, sein Hoffenheimer Gegenüber Schulz sogar 62. Zu einem Tor führte bei beiden allerdings nur eine dieser Hereingaben. Während Schulz zumeist an der Außenlinie klebt und in der gesamten Saison nur 15 Mal selbst aufs Tor schoss (ein Tor), besticht der US-Amerikaner im schwarz-gelben Dress auch immer wieder mit seinem Zug in die Mitte. 38 Torschüsse stehen bei Pulisic auf der Statistikkarte, vier Mal netzte er ein. Der US-Nationalspieler ist zudem der beste Vorbereiter der Borussen, hat schon 79 Torschussbeteiligungen. Und die Fans können sich auf ein wahres High-Speedduell einstellen. Denn beide gehen durchschnittlich 32 Mal pro Partie in den Sprint. Mal abwarten, wer wem häufiger hinterher rennen muss

Video: TSG-BVB in der Taktikanalyse

Andrej Kramaric vs. Manuel Akanji

Der Aufschwung der TSG in den vergangenen Wochen hat einen Namen: Andrej Kramaric. Der Kroate ist der Dauerbrenner der Bundesliga, wurde in den vergangenen 77 Spielen in Folge immer eingesetzt - kein anderer Feldspieler in der Liga hat eine solche Serie. Vor allem aber hat Kramaric seinen Torriecher wieder gefunden. Nach 23 torlosen Pflichtspielen in Folge gelang dem Stürmer am 21. Spieltag gegen die Hertha endlich mal wieder ein Tor. Seitdem trifft er wie am Fließband. Zehn Tore und zwei Torvorlagen stehen für ihn in den jüngsten zwölf Partien zu Buche. Hoffenheim holte in dieser Zeit 25 Punkte. Mit Manuel Akanji als Gegenspieler wartet nun auf Kramaric aber ein harte Nuss. Der junge Schweizer hat sich beim BVB zuletzt einen Stammplatz als Linksverteidiger erarbeitet. Vor allem besticht er mit seiner hohen Geschwindigkeit (34,8 Km/h Topspeed) und 75 Prozent gewonnen Zweikämpfen, wenn der Gegner ins Dribbling geht. Allerdings muss Kramaric nicht unbedingt mit Ball am Gegner vorbei. Der Kroate probiert es auch gerne aus der Distanz. Seine vier Weitschusstore übertrifft in dieser Saison kein Bundesliga-Spieler.

Mark Uth vs. Dan-Axel Zagadou

Der andere Topstürmer der Kraichgauer ist Mark Uth. Der gebürtige Kölner ist mit 14 Toren und sieben Torvorlagen Toptorschütze, Topvorlagengeber und Topscorer der TSG. In allen drei Statistiken stellte Uth neue persönliche Saisonrekorde auf. Seine Stärke: Uth versteckt sich lange im Spiel, um dann plötzlich zuzuschlagen. In dieser Saison war der Stürmer nur 36 Mal pro 90 Minuten am Ball – der geringste Wert bei Hoffenheim – brauchte aber auch nur vier Torschüsse pro Tor und verwertete 73 Prozent seiner Großchancen. Da muss Dan-Axel Zagadou schon genau aufpassen. Der Dortmunder Innenverteidiger rückt in die Mannschaft, weil Ömer Toprak nicht rechtzeitig fit geworden ist. Der junge Franzose hat bislang elf Bundesliga-Spiele für den BVB bestritten, sein zwölftes in Hoffenheim wird das wichtigste.

Video: Dortmunds turbulente Saison