Zusammenfassung

  • Hoffenheim empfängt am 34. Spieltag Dortmund im Duell um Platz drei

  • Die TSG müsste mit zwei Toren Unterschied gewinnen, um an Dortmund vorbeizuziehen

  • Nadiem Amiri: "Das geilste Spiel der Saison wartet auf uns"

Sinsheim - Es ist ein Finale um die Champions League: Die TSG 1899 Hoffenheim gegen Borussia Dortmund am letzten Spieltag. Die einen strotzen vor Zuversicht, die anderen zittern. Eine Ausgangslage, die entscheidend ist?

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Irgendwie war das schon ein wenig komisch, was sich da am Samstagabend in den Katakomben der Stuttgarter Mercedes-Benz-Arena abspielte. Da verloren die Hoffenheimer beim VfB mit 0:2, obwohl sie den Gegner über 90 Minuten nahezu an die Wand spielten. Am Ende standen null Punkte und die bittere Erkenntnis, dass man die sichere Qualifikation leichtfertig vergeben hatte. Aber: Von Niedergeschlagenheit keine Spur, sowohl Spieler als auch der Trainer blieben vor der entscheidenden Partie um die Königsklasse gegen Dortmund optimistisch.

Psychologischer Vorteil für Hoffenheim

"Wir haben das Endspiel und da freuen wir uns drauf", sagte beispielsweise Abwehrchef Kevin Vogt. Mit negativen Gedanken wollte er sich nicht beschäftigen. Auch Vogts Teamkollege Nadiem Amiri freute sich auf die Herausforderung gegen Dortmunder, die zuletzt eine Heimniederlage gegen Mainz kassierten: "Das geilste Spiel der Saison wartet jetzt am letzten Spieltag auf uns".

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In dieses gehen die Kraichgauer mit einem kleinen, aber wichtigen psychologischen Vorteil. Während für die Dortmunder eine Champions-League-Qualifikation quasi ein Muss ist, wäre es für die Truppe von Trainer Julian Nagelsmann das Sahnehäubchen auf eine schwierige, gegen Ende aber fulminante Spielzeit. Auch deswegen bilanzierte Nagelsmann auf der Pressekonferenz in Stuttgart: "Wir haben vor ein paar Wochen immer gesagt, wir hätten gerne ein Endspiel gegen Dortmund. Et voilà."

Schwierige, gegen Ende aber fulminante Saison

Leicht wird die Aufgabe aber sicher nicht. Schließlich kämpfen die Hoffenheimer mit massiven Verletzungsproblemen. Nach Serge Gnabry, Kerem Demirbay und Dennis Geiger fehlt jetzt auch noch Lukas Rupp mit einem Kreuzbandriss für lange Zeit. Aber bereits in Stuttgart bewiesen die "Nagelsmänner", dass sie sich derzeit mit fast jeder Mannschaft messen können. Schnell, technisch beschlagen, starke Einzelkönner – nur die Effizienz muss gegen Dortmund besser werden.

Video: Mit Nagelsmann auf Höhenflug

Dennoch: Hoffenheim ist zuversichtlich, alles eine Frage des Kopfes. Schließlich gehen die Dortmunder alles andere als gestärkt in die für sie so wichtige Partie. Gegen Mainz wirkte die Mannschaft von Trainer Peter Stöger verunsichert. Vor allem die Einstellung ließ zu wünschen übrig. "Das war einfach zu wenig", sagte Stöger. Andre Schürrle fehlten "Leidenschaft und Herz".

Angeschlagener BVB immer noch mit besten Chancen

Dortmund ist angeschlagen, hat allerdings immer noch beste Chancen, die Champions League zu erreichen. Drei Punkte stehen sie vor Hoffenheim und Leverkusen, eine Niederlage mit zwei Toren Unterschied könnte allerdings den Absturz in die Europa League bedeuten – falls Leverkusen zeitgleich gegen Hannover sieben Tore aufholt. Es herrscht großer Druck auf Dortmund, alles eine Frage des Kopfes.

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Zuversichtlich stimmt die Hoffenheimer auch, dass sie gerade gegen spielstarke und offensiv ausgerichtete Mannschaft zumeist gut aussehen. "Jeder spielt lieber gegen attraktiv spielende Teams", sagte Hoffenheims kroatischer Stürmer Andrej Kramaric. Zuversicht ist in Hoffenheim allemal angebracht, zumal vor zwei Monaten niemand mehr einen Pfifferling auf 1899 setzte. Da stand man auf Rang neun in der Tabelle und hatte sieben Punkte Rückstand auf die Champions League. Danach verlor man neun Spiele in Folge nicht und holte 21 Punkte.

"Wir haben es in der eigenen Hand", sagt Nagelsmann. Auch er weiß: Alles eine Frage des Kopfes.

Jens Fischer