Zusammenfassung

  • Bayer hat nun vier Punkte Vorsprung auf Hoffenheim und ist auswärts seit sieben Spielen ungeschlagen (vier Siege, drei Remis); für Leverkusen ist dies die längste Serie in fremden Stadien seit über sieben Jahren.

  • Leon Bailey erzielte fünf seiner sieben Saisontreffer in Auswärtsspielen, kein Spieler war in der Fremde erfolgreicher (fünf Mal trafen auch Lewandowski, Petersen und Gregoritsch).

  • Hoffenheim kassierte im 20. Duell mit Leverkusen die 14. Niederlage; gegen keinen anderen Bundesligisten verlor die TSG so oft wie gegen die Bayer-Elf.

Sinsheim - Bayer Leverkusen hat die TSG 1899 Hoffenheim im Rennen um die internationalen Plätze vorerst distanziert und hält Kurs Richtung Champions League. Die Werkself setzte sich mit 4:1 (1:0) bei der TSG durch. Damit sind die Rheinländer seit sieben Auswärtspartien ungeschlagen. Bayer hat 31 Punkte auf dem Konto, Hoffenheim 27.

FANTASY HEROES: Leon Bailey (15) | Julian Baumgartlinger (12) | Lucas Alario (11)

Das jamaikanische Toptalent Leon Bailey (43.) mit einem tollen Hackentor, der Österreicher Julian Baumgartlinger (51.) und der Argentinier Lucas Alario (70./90.+3) trafen für die Mannschaft von Trainer Heiko Herrlich, die in den zurückliegenden 14 Punktspielen nur eine Niederlage (gegen Bayern München) kassiert hat. Adam Szalai (86.) gelang das Hoffenheimer Ehrentor.

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Vor 28.017 Zuschauern in Rhein-Neckar-Arena waren die Hoffenheimer zu Beginn das bessere Team. Die Gastgeber, die ohne Nationalspieler Kerem Demirbay (Oberschenkel-Probleme) auskommen mussten, überzeugten mit einer guten Spielanlage. Hochkarätige Chancen konnten sich die Kraichgauer allerdings nicht erarbeiten - entweder kam der "letzte Pass" nicht an oder der Abschluss war nicht gut genug.

Auch aus der anderen Perspektive ist das 1:0 der Werkself ein Augenschmaus
Auch aus der anderen Perspektive ist das 1:0 der Werkself ein Augenschmaus © imago / Michael Weber

Diese Nachlässigkeiten in der Offensive hätte sich in der 19. Minute fast gerächt. Nach Vorarbeit Baileys hatte Julian Brandt die Führung für Leverkusen auf dem Fuß, wurde im letzten Moment aber noch geblockt. Im Anschluss an diese Szene übernahm Bayer das Kommando. Die Führung der Gäste lag Mitte der ersten Hälfte in der Luft.

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Den Treffer hätten aber fast die Hoffenheimer erzielt. Nach einem Konter über Bayern-Leihgabe Serge Gnabry, der in der ersten halben Stunde eine starke Vorstellung zeigte, kam Dennis Geiger in gefährlicher Position an den Ball. Die Flanke des Mittelfeldspielers wurde von Bayer-Verteidiger Sven Bender abgefälscht und landete an der Latte (26.).

"Das ist eine bittere Niederlage. Da fällt es mir schwer, etwas Positives zu sagen. Ich hatte die ersten 20 Minuten ein gutes Gefühl, aber dann haben wir das Gegentor bekommen." Adam Szalai, TSG Hoffenheim

Diese Möglichkeit war wiederum der Auftakt einer bestimmenden Phase der TSG. Wie fast schon zu erwarten, waren es aber die Leverkusener, die das Tor erzielten. Nach Vorarbeit Brandts traf der umworbene Bailey aus zehn Metern überragend per Hacke. Es war der siebte Saisontreffer des 20-Jährigen.

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"Wie wir in Führung gehen, ist mir an sich völlig egal. Aber das 1:0 war schon ein Super-Tor." Heiko Herrlich, Trainer Bayer Leverkusen

Nur 20 Sekunden nach dem Seitenwechsel waren die Gastgeber dem Ausgleich ganz nahe. Der Distanzschuss von Lukas Rupp landete aber nur am Außenpfosten. Vier Minuten später vergab TSG-Außenverteidiger Steven Zuber eine weitere Chance. Besser machte es kurz darauf Baumgartlinger mit einem Schlenzer aus 16 Metern auf der Gegenseite. Leon Bailey und Lars Bender hatten den Österreicher in Position gebracht.

Nach den zweiten Gegentor setzte Hoffenheims Trainer Julian Nagelsmann alles auf eine Karte und brachte in Andrej Kramaric sowie Mark Uth Stürmer Nummer drei und vier. Als Nagelsmann auch noch Nadiem Amiri nach einer guten Stunde ins Spiel brachte, hatten die Kraichgauer kaum noch Defensivspieler auf dem Platz. Bei einem Konter vergab Brandt die noch Möglichkeit zur Vorentscheidung (63.), aber Alario ließ sich eine ähnliche Chance nicht entgehen. Kurz vor Schluss war es dann erneut der Argentinier, der nach feiner Vorarbeit vom eingeqwechselten Retsos den Schlusspunkt setzte.

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Spieler des Spiels: Leon Bailey

Bailey war einmal mehr der Matchwinner, traf sensationell zum 1:0, war am 2:0 beteiligte und legte zum 3:0 direkt auf. Der Jamaikaner war an sieben der 13 Bayer-Torschüsse beteiligt. Fast überflüssig zu erwähnen, dass er der schnellste Spieler auf dem Platz war (34 Km/h und bei Bayer am häufigsten sprintete (34 Mal).

Bilder des Spiels

Der Start in die Partie war hart umkämpft und keine der beiden Teams konnte sich einen Vorteil herausspielen
Der Start in die Partie war hart umkämpft und keine der beiden Teams konnte sich einen Vorteil herausspielen © gettyimages / Matthias Hangst
Der Führungstreffer durch Leon Bailey ist einer der sehenswertesten Treffer der bisherigen Saison. Dementsprechend groß ist die Freude beim Jamaikaner
Der Führungstreffer durch Leon Bailey ist einer der sehenswertesten Treffer der bisherigen Saison. Dementsprechend groß ist die Freude beim Jamaikaner © gettyimages / Matthias Hangst
Nach der Pause drückt zunächst Hoffenheim, aber die Werkself darf dann über den ersten Saisontreffer von Julian Baumgartlinger jubeln
Nach der Pause drückt zunächst Hoffenheim, aber die Werkself darf dann über den ersten Saisontreffer von Julian Baumgartlinger jubeln © imago / Michael Weber
Mit seinem Treffer zum 3:0 macht Lucas Alario den Deckel drauf
Mit seinem Treffer zum 3:0 macht Lucas Alario den Deckel drauf © gettyimages / Matthias Hangst