Zusammenfassung

  • Timo Werner ist ein heißer Anwärter auf den Goldenen Schuh bei der WM

  • Beim DFB hat der Stürmer eine starke Quote

  • Der Leipziger gibt sich dennoch bescheiden

Köln – Nach dem finalen Test gegen Saudi-Arabien besteht kein Zweifel: Timo Werner von RB Leipzig wird bei Deutschland als Stürmer Nummer 1 in das WM-Turnier in Russland gehen. Der 22-Jährige ist dabei auch ein heißer Anwärter auf den Torschützenkönig. Doch wissen will er davon nichts.

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Das Freundschaftsspiel gegen Saudi-Arabien war gewiss keine Sternstunde des deutschen Fußballs, doch einer der wenigen Lichtblicke in der Mannschaft von Joachim Löw war ohne jeden Zweifel Timo Werner. Der Leipziger war enorm agil, suchte immer wieder die Laufwege in die Schnittstellen und verstand sich vor allem im Kombinationsspiel mit Dortmunds Marco Reus blendend. Das Tor zum 1:0 vollstreckte er mustergültig - eben nach Vorlage von Reus. Was das Offensiv-Duo anbot, darf der Nationalmannschaft große Hoffnung machen. Bezeichnend: Als beide auswechselt waren, lief gerade in der Offensive nicht mehr viel zusammen.

Vor allem auf internationalem Parkett dürfte der Name Timo Werner noch unter dem Radar laufen. Zwar hat Werner mit seinen erst 22 Jahren schon beachtliche 158 Bundesliga-Spiele auf dem Buckel, doch erst im letzten Jahr setzte er seine Duftmarke auch in der Champions League, wo er drei Treffer in sechs Spielen erzielte sowie bei Confed Cup in Russland, als er mit drei Treffern bester Schütze des Turniers war.

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Speziell in der jüngsten Zeit bei RB Leipzig hat er dabei eine steile Entwicklung durchlaufen. Der seit jeher pfeilschnelle Stürmer ist inzwischen auch zu einem Vollstrecker geworden. In den letzten beiden Spielzeiten war er jeweils an mehr als 20 Treffern direkt beteiligt und logischerweise jeweils der Topscorer bei den Sachsen. Mit seinen 1,81 Metern mag er zwar nicht unbedingt den Typ "Stoßstürmer" verkörpern, doch glänzt Werner eben vor allem durch spielerische Finesse, Dynamik und Tore. Aber auch sein Kopfballspiel kann sich durchaus sehen lassen.

Bessere Quote als Mbappe

Beim DFB hält man nicht zuletzt deshalb große Stücke auf Werner. In 14 Spielen mit dem Adler auf der Brust hat er schon acht Mal getroffen. Eine beachtliche Quote. Zum Vergleich: Frankreichs Shootingstar Kylian Mbappe kommt in 15 Spielen für sein Land nur auf vier Treffer. DFB-Assistenztrainer und WM-Rekordtorschütze Miroslav Klose etwa schwärmt: "Er kann irgendwann in die Weltspitze kommen, weil er diese Dynamik hat."

"Ich fliege noch etwas unter dem Radar und kann eigentlich nur gewinnen. Das ist mein großer Vorteil". Timo Werner

Kein Wunder, zählt Werner als gesetzter Stürmer beim Mitfavoriten um den WM-Titel auch zu den Anwärtern des "Goldenen Schuhs". Doch Werner nimmt im Interview mit der "Welt" den Druck selbst raus und gibt sich bescheiden: "Ich bin nicht so vermessen, dass ich mir das als Ziel setze. Ich fliege noch etwas unter dem Radar und kann eigentlich nur gewinnen. Das ist mein großer Vorteil".

Karol Herrmann