Zusammenfassung

  • 2006, 2010 und 2014 gewannen ehemalige oder aktuelle Bundesliga-Stars den goldenen Schuh.

  • Thomas Müller könnte sich auch an die Spitze der ewigen WM-Torjägerliste setzen.

  • Bislang konnte noch kein Spieler zwei Mal die Trophäe gewinnen.

Köln – Die Augen der ganzen Fußballwelt sind in den kommenden Wochen auf die Weltmeisterschaft in Russland gerichtet. Kann Deutschland den Titel verteidigen oder setzt sich diesmal eine andere Nation durch? Mindestens genauso spannend wie die Frage nach dem Weltmeister war in der Vergangenheit häufig der Kampf um den goldenen Schuh des besten Torschützen. Zuletzt taten sich häufig Bundesliga-Stars auf der großen Bühne hervor. Wir blicken schon einmal auf das Rennen um die Torjägerkrone der WM.

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Miroslav Klose hat 2006 eine Serie begonnen, die 2018 fortgeführt werden könnte. Der damalige Stürmer vom SV Werder Bremen war mit fünf Treffern der erfolgreichste Torjäger der Heim-WM und sicherte der Bundesliga den ersten goldenen Schuh seit der WM 1970 in Mexiko, als Gerd Müller gleich zehn Mal traf. 2010 war dann der junge Thomas Müller vom FC Bayern München die Entdeckung des Turniers und wurde nicht nur zum besten Nachwuchsspieler der WM gewählt, sondern schnappte sich mit fünf Treffern auch den goldenen Schuh.

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2014 bei der WM in Brasilien war dann der Kolumbianer James der gefährlichste Offensivspieler (sechs Tore). Damals spielte der begnadete Linksfuß zwar noch beim AS Monaco, aber mittlerweile ist er ebenfalls beim FC Bayern München unter Vertrag. Mit ein wenig gutem Willen kann man also von einem Bundesliga-Hattrick sprechen. In Russland könnte es nun den vierten Streich in Serie geben. Und die Kandidaten aus der Bundesliga sind zahlreich.

Thomas Müller mit doppelter Rekordchance

Bayern-Star Thomas Müller könnte in Russland gleich doppelt Geschichte schreiben. Der 28-Jährige könnte – wie sein Teamkollege James auch – der erste Spieler werden, der sich den goldenen Schuh zwei Mal sichert. Darüber hinaus liegt Müller aber auch in der ewigen WM-Torschützenliste aussichtsreich im Rennen. Zehn Mal versenkte der Rechtsfuß den Ball bei einer Weltmeisterschaft schon im Netz. Stürmerlegende Miroslav Klose liegt mit 16 WM-Toren in 24 Partien an der Spitze. Der ehemalige Bundesliga-Star überholte ausgerechnet durch seinen Treffer beim 7:1-Erfolg gegen Brasilien Ronaldo. Sechs Treffer fehlen Müller also, um mit seinem früheren Mitspieler gleichzuziehen. 2010 und 2014 war der "Raumdeuter" jeweils fünf Mal erfolgreich. Das "Torjäger-Double" aus goldenem Schuh und Rekordtorjäger ist Müller also durchaus zuzutrauen.

Einer, der den zweiten Torjäger-Titel für Müller verhindern möchte, ist Teamkollege Robert Lewandowski. Der Pole gehört seit Jahren zu den besten Stürmern der Welt, wird aber am 19. Juni in Moskau gegen den Senegal sein erstes WM-Spiel bestreiten. Neben den Afrikanern bekommt es Polen in Gruppe H mit Japan und Kolumbien. Sollte die Mannschaft von Adam Nawalka in Russland weit kommen, ist Lewandowski sicher einer der heißesten Kandidaten auf den goldenen Schuh.

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Aus der deutschen Nationalmannschaft hat Timo Werner im vergangenen Jahr bewiesen, dass er bei großen Turnieren sehr erfolgreich sein kann. Mit drei Treffern in nur vier Partien war der pfeilschnelle Angreifer von RB Leipzig der Torschützenkönig beim Confed Cup in Russland. Werner ist der Favorit auf die Rolle der alleinigen Spitze im Team von Joachim Löw und wird seine Chancen auf Tore bekommen.

Außenseiter Batshuayi und Rebic

Zum erweiterten Kreis gehört auch Michy Batshuayi. Der Belgier hat nach seinem Transfer zu Borussia Dortmund eine furiose Rückrunde gespielt. trotz seiner Verletzung im Revierderby beim FC Schalke 04 steht der 24-Jährige im vorläufigen Aufgebot. Um realistische Chancen auf den goldenen Schuh zu haben, muss er sich aber zunächst einmal einen Stammplatz sichern. Bei der namhaften Konkurrenz wie Romelu Lukako oder Christian Benteke kein leichtes Unterfangen. Spielt Batshuayi aber wie zuletzt beim BVB, führt an ihm eigentlich kein Weg vorbei.

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Dasselbe gilt für Ante Rebic, der mit seiner überragenden Leistung im DFB-Pokalfinale gegen den FC Bayern München ein dickes Ausrufezeichen gesetzt hat. Konserviert er diese Form, dürfte sein erstes Länderspiel für Kroatien über 90 Minuten nur eine Frage der Zeit sein. Wie wir nach dem Endspiel in Berlin gelernt haben, braucht Rebic ja eigentlich nur einen Mitspieler, der ihm den Ball lang spielt. Trotzdem wäre der goldene Schuh für den Rechtsfuß eine faustdicke Überraschung – so, wie ein DFB-Pokalsieg von Eintracht Frankfurt.

Florian Reinecke