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Wohin geht die Reise für Werder Bremen und Daniel Thioune?
Wohin geht die Reise für Werder Bremen und Daniel Thioune? - © IMAGO / Nordphoto
Wohin geht die Reise für Werder Bremen und Daniel Thioune? - © IMAGO / Nordphoto
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Teamcheck SV Werder Bremen: Gelingt Thioune der Aufschwung?

Am 28. August geht es endlich wieder los! Vor dem Auftakt nimmt bundesliga.de alle Vereine im Teamcheck unter die Lupe, diesmal: der SV Werder Bremen. Die Grün-Weißen beendeten die Vorsaison auf Rang 15. Nun gilt es, an der Weser wieder einen Schritt nach vorne zu machen.

Die Grün-Weißen wollen nach Platz 15 im Vorjahr wieder einen Schritt nach vorne machen, müssen dafür aber einen personellen Umbruch verkraften. Zwischen Aufbruchsstimmung, offenen Kaderfragen und hohen Erwartungen der Fans wird die neue Spielzeit für Werder zu einer richtungsweisenden Saison.

Die Spielzeit 2025/26 endete für den SV Werder Bremen insgesamt mit einem durchwachsenen Eindruck. Die Mannschaft stabilisierte sich nach einer schwierigen Phase unter Neu-Trainer Daniel Thioune und sammelte in den Sechs-Punkte-Spielen genug Zähler, um nach dem 33. Spieltag rechnerisch das Ticket für eine weitere Saison im Oberhaus sicher zu haben. Siege wurden ausschließlich gegen die Konkurrenz im Abstiegskampf eingefahren.

Im Vergleich zu den beiden Vorjahren unter Ole Werner (einmal Achter, einmal Neunter) war man dann aber doch ein großes Stück von der oberen Tabellenhälfte entfernt. Offensiv mangelte es an Durchschlagskraft, ein echter Neuner wurde an der Weser schmerzlich vermisst.

Bremen testete unter anderem gegen Zweitligist Cottbus mit Ex-Werderaner Bittencourt
Bremen testete unter anderem gegen Zweitligist Cottbus mit Ex-Werderaner Bittencourt - IMAGO/Steffen Beyer

Positiver Gesamteindruck der Vorbereitung

Die Sommervorbereitung verlief ergebnistechnisch stark. Werder blieb - nebst Sieg in der ersten Pokalrunde - in den Testspielen ungeschlagen und sammelte fünf Siege aus sieben Spielen – allerdings auch gegen unterklassige Gegner. Positiv: Die Neuzugänge wie Chuki und Perspektivspieler Paul Erevbenagie trafen direkt und fügten sich gut ein. 

Daniel Thioune nutzte die Wochen mit sogar zwei Trainingslagern intensiv. Im Zillertal hatten den Werderanern noch die Nationalspieler gefehlt, in Harsewinkel war man, abzüglich der Verletzten, komplett: "Wir haben ein paar anspruchsvolle Aufgaben, wie unsere Spieleröffnung, die noch unsauber war. Wir nähern uns dem 1. Spieltag, daher geht es ums Feintuning", stimmte Bremens Coach auf den Vorbereitungs-Endspurt ein. 

Dennoch ist nicht alles perfekt: Verletzungen und Krankheitsfälle bremsten den Rhythmus. Außerdem herrscht noch Bedarf: Vor allem ein rechter Außenverteidiger und ein zentraler Mittelfeldspieler  werden noch gesucht. "Wir wissen schon, dass wir eine Schippe drauflegen müssen auf dem Platz, und wir wissen auch, dass wir auf dem Transfermarkt noch was machen müssen", fasst Clemens Fritz zusammen. 

Cedric Itten (rechts) ist Bremens neuer Stoßstürmer
Cedric Itten (rechts) ist Bremens neuer Stoßstürmer - IMAGO/nordphoto GmbH / Christian Schulze

Der wichtigste Neuzugang: Niclas Füllkrug

Im Tor kam Alexander Schlager von RB Salzburg, während Karl Hein nach seiner Leihe fest verpflichtet wurde. Für die Defensive wurde der polnische Innenverteidiger Oskar Wójcik geholt. Im Mittelfeld setzt Werder auf Entwicklungsspieler wie Dariusz Stalmach, Kenny Quetant und Darwin Soylu.

Besonders spannend ist der Transfer von Chuki aus Valladolid, der als kreativer Offensivspieler mit sieben Treffern und acht Vorlagen auf sich aufmerksam machte. Mit Niclas Füllkrug kehrte zudem ein Teil der "hässlichen Vögel" - wie sich Füllkrug und sein damaliger Kompagnon Marvin Ducksch nannten - an die Weser zurück und soll für die Torgefahr sorgen, die Bremen zuletzt fehlte.

Peter Niemeyer, Leiter Profifußball erklärt die Krux, die die Bremer bei weiteren Transfers bremst: "Wir müssen Einnahmen generieren, dennoch wollen wir eine konkurrenzfähige Mannschaft aufstellen. In dem Spannungsfeld befinden wir uns." 

Vorfreude auf den 1. Spieltag

Werder verliert seine Anker in Defensive und Offensive

Auf der Abgangsseite hat Werder einige schmerzhafte Verluste zu verkraften. In Torwart Mio Backhaus wechselte der Rückhalt der vergangenen Saison zum Sport-Club Freiburg.

Leonardo Bittencourt verließ den Verein nach sieben Jahren und Vertragsende gen Cottbus, Leistungsträger Romano Schmid zog es zu Frosinone Calcio nach Italien, Karim Coulibaly nach Straßburg in Frankreich.

Und dann wären da noch die Leihen: Cameron Puertas verlor Werder nach einem Jahr wieder. Yukinari Sugawara kehrte nach einer starken Spielzeit nach Southampton und Jovan Milosevic, der in der Rückrunde im Sturmzentrum auflief, nach Stuttgart zurückl von wo aus er mittlerweile weitertransferiert wurde. Auch Victor Boniface und Maximilian Wöber, die aufgrund von Verletzungen nicht die erhoffte Soforthilfe darstellten, sind an der Weser Geschichte.

Jens Stage soll Bremen zu einer möglichst sorgenfreien Saison führen
Jens Stage soll Bremen zu einer möglichst sorgenfreien Saison führen - IMAGO/DeFodi.de

Der Schlüsselspieler: Jens Stage

Der wichtigste Spieler für Werders Ambitionen ist Jens Stage. Der Däne verbindet Intensität, Torgefahr und Laufstärke wie kaum ein anderer im Kader. Er ist der Spieler, der Pressing auslösen, Räume schließen und gleichzeitig im Strafraum auftauchen kann.

Gerade in einem System mit nur einer echten Spitze ohne wirkliche Erstliga-Erfahrung wird seine Dynamik und Torgefahr aus dem Mittelfeld entscheidend sein. Bleibt Stage verletzungsfrei und hält sein Niveau, kann er erneut zweistellig treffen und Werder zu einer weniger sorgenbehafteten Saison tragen.

Daniel Thioune hat noch einige Baustellen in seinem Kader
Daniel Thioune hat noch einige Baustellen in seinem Kader - IMAGO/nordphoto GmbH / Christian Schulze

Die mögliche Startelf

Zum Bundesliga-Auftakt in Freiburg dürfte Thioune auf ein 3-4-2-1 setzen, das bereits in der Vorbereitung häufig zu sehen war.

Im Tor liefern sich Schlager und Hein auf hohem Niveau ein Duell um die Backhaus-Nachfolge. Hein scheint aktuell die Nase vorne zu haben, fiel in der ersten Pokalrunde aber noch mit einer Muskelverletzung aus. Die Dreierkette ist maßgeblich beeinflusst vom weiteren Geschehen auf dem Transfermarkt. Friedl ist gesetzt, gleiches dürfte für Pieper gelten, während bei Neuzugang Wójcik noch abgewartet werden muss.

Im Mittelfeld ist Stage gesetzt, Chuki hat gegenüber dem verletzten Stalmach die Nase vorn, Senne Lynen fehlt ebenfalls. Die Schienenspieler bereiten Bremen Sorgen, mit den verletzten Mitchell Weiser und Felix Agu kann Thioune zunächst nicht planen, Sugawara ist weg. Olivier Deman dürfte entsprechend links gesetzt sein, zuletzt bekleidete Mick Schmetgens die rechte Seite, Justin Njinmah käme als offensive Variante ebenfalls in Frage. 

Samuel Mbangula, Marco Grüll und Füllkrug dürften zum Start die Offensive Dreierreihe bilden, Njinmah ist für die rechte Seite eine Option, sollte ein Rechtsverteidiger gefunden werden.

Voraussichtliche Aufstellung am 1. Spieltag:

Hein – Pieper, Friedl, Wójcik – Njinmah (Schmetgens), Stage, Chuki, Deman – Mbangula, Füllkrug, Grüll

Michel Egenolf

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