
Teamcheck RB Leipzig: Heilsbringer Martín Demichelis?
Am 28. August geht es endlich wieder los! Vor dem Auftakt nimmt bundesliga.de alle Vereine im Teamcheck unter die Lupe, diesmal: RB Leipzig. Die Sachsen wollen mit ihrem neuen Trainer Martín Demichelis wieder für begeisternden Fußball sorgen – und wieder ganz oben angreifen.
Nach einer Saison ohne Europapokal spielt RB Leipzig wieder im Konzert der Großen mit: Die Sachsen wurden in der vergangenen Saison Dritter und treten demnach wieder in der Champions League an.
Wichtig bei diesem Erfolg: Flügelflitzer und Shootingstar Yan Diomande, der mittlerweile bei Real Madrid kickt, und Coach Ole Werner – der mittlerweile auch nicht mehr bei den Sachsen unter Vertrag steht. Neuer Trainer beim Spitzenclub ist nun der ehemalige Weltklasse-Verteidiger Martín Demichelis, der beim FC Bayern als Spieler jede Menge Bundesliga-Luft geschnuppert hat.
Unter dem Argentinier will Leipzig wieder für mehr Aggressivität, Tempo sowie Spektakel auf dem Spielfeld stehen – und wieder mehr ins Rennen um Titel eingreifen. In den Testspielen sowie der ersten Pokalrunde hat RBL durchaus ansprechende Leistungen gezeigt: Trier ließ man im Cup keine Chance (6:0), zudem gab es Siege gegen Altglienicke (2:1), den FC Ingolstadt (1:0) und den SC Verl (4:0). Gegen Leeds United (0:2) und den FC Bayern (1:3) zeigten die Leipziger gute Ansätze, verloren aber.

Der wichtigste Neuzugang: Christopher Nkunku
Er ist zwar ein Neuer in diesem Sommer, ist jedoch ein alter Bekannter in Leipzig: Christopher Nkunku. Der Franzose spielte bereits zwischen 2019 und 2023 für die Sachsen und hat einiges mit RBL erreicht: Der mittlerweile 28 Jahre alte Offensivspieler hat mit Leipzig zwei Mal den DFB-Pokal gewonnen (2022 und 2023) und wurde zudem 2022/23 Torschützenkönig der Bundesliga mit 16 Treffern (gemeinsam mit Niclas Füllkrug).
Nkunku ist ein polyvalenter Ersatz für Diomande: Der Franzose kann in der Offensive nahezu alle Positionen bekleiden und strahlt dank seines Tempos und seiner Qualität im Abschluss eine enorme Torgefahr aus. Der 28-Jährige ist im Eins-gegen-eins trickreich, zudem ein guter Kombinationsspieler und kennt die Bundesliga – Nkunku ist eine Soforthilfe, die direkt zu den Schlüsselspielern für den Leipziger Erfolg zählen kann.
Der Schlüsselspieler: David Raum
Genauso wie der Linksverteidiger und deutsche Nationalspieler David Raum. Der Standardspezialist mit dem begnadeten linken Fuß geht in seine fünfte Saison in Leipzig, seine zweite als Kapitän. Der Offensivverteidiger ist großer Anhänger der neuen Spielweise unter Coach "Micho", die sehr viel "RBL-DNA" in sich trägt.
"Das Trainerteam schiebt gut an und Micho geht vorneweg. Das macht Bock. Gegen den Ball ist es sehr, sehr aktiv und aggressiv und mit dem Ball sehr kreativ. Wir wollen viel Tempo reinbringen. Unser Spiel ist eine gute Mischung aus Entertainment, Energie und Mentalität", beschreibt Raum die Vorgehensweisen, die er als verlängerter Arm des Trainers dem Team auf dem Feld näherbringen soll.
Die neuen Trikots der Bundesliga
"Ich kann immer wieder anschieben, mich nach vorne einschalten. Meine Rolle unter Micho ist eine, die sehr, sehr spaßig sein kann und wo ich – ich will jetzt nicht zu viel versprechen – noch ein paar Scorer mehr sammeln kann", spricht Raum eine Art Drohung an die Bundesliga-Konkurrenz aus – kam er in der vergangenen Saison doch auf drei Treffer und neun Vorlagen in 34 Pflichtspielen.

Die mögliche Startelf
Unter Demichelis agierte RB Leipzig bislang meistens in einem 4-3-3. Weil Assan Ouédraogo und Christoph Baumgartner sowie Rômulo zuletzt angeschlagen fehlten, muss der Argentinier mit seinen Aufstellungen noch ein wenig basteln, konnte bislang noch nicht seine vermeintlich beste Elf ins Rennen schicken.
Die Viererkette bestehend aus Ridle Baku, Willi Orbán, Castello Lukeba und Raum ist eingespielt und gesetzt – genauso wie Keeper Maarten Vandevoordt. Sechser Nicolas Seiwald dürfte seinen Platz ebenso sicher haben wie Kreativspieler Brajan Gruda und Tempodribbler Antonio Nusa. Bei Nkunku wird spannend sein, ob er am 1. Spieltag direkt eine Option für die Startelf wird. Und: Rocco Reitz könnte gegen seinen Ex-Club im Mittelfeld starten, Gruda könnte dafür eine Position nach vorne rutschen (für Tidiam Gomis oder Johan Bakayoko).
Voraussichtliche Aufstellung am 1. Spieltag:
Vandevoordt – Baku (Henrichs), Orbán, Lukeba, Raum – Gruda, Seiwald, Banzuzi (Reitz) – Bakayoko, Gomis (Nkunku), Nusa
Patrick Dirrigl
