
Teamcheck Mönchengladbach: Rückkehrer und große Hoffnungen
Am 28. August geht es endlich wieder los! Vor dem Auftakt nimmt bundesliga.de alle Vereine im Teamcheck unter die Lupe, diesmal: Borussia Mönchenglabach. Die Fohlen beendeten die Vorsaison auf Rang 12. Nun gilt es, am Niederrhein wieder einen Schritt nach vorne zu machen.
Borussia Mönchengladbach hat eine turbulente Saison hinter sich. Nach dem Fehlstart unter Gerardo Seoane übernahm im September 2025 Eugen Polanski und führte die Fohlen aus der Abstiegszone. Unter dem ehemaligen Gladbacher Profi stabilisierte sich die Mannschaft und beendete die Saison 2025/26 auf dem zwölften Tabellenplatz. Neun Siege und zehn Unentschieden aus 31 Bundesliga-Spielen unter Polanski reichten am Ende für einen Vorsprung von neun Punkten auf die Abstiegszone.
Ganz zufrieden konnte die Borussia mit der vergangenen Spielzeit dennoch nicht sein. Zu häufig wechselten sich gute Auftritte mit enttäuschenden Vorstellungen ab. Polanski bekam deshalb nach der Saison zwar das Vertrauen ausgesprochen, gleichzeitig kündigte Sportchef Rouven Schröder personelle Veränderungen im Kader und Trainerteam an. Wichtige Spieler wie Nico Elvedi und Rocco Reitz sind gegangen, im Gegenzug viele Neue gekommen. Für den jungen Coach ist die neue Saison die erste komplette Spielzeit, in der er seine Vorstellungen von Beginn an umsetzen kann.

Mit Polanski in eine neue Ära
Nun soll Gladbach konstanter werden. Polanski kennt den Verein aus seiner Zeit als Spieler und Trainer der zweiten Mannschaft und hat seit seiner Übernahme bereits gezeigt, dass er der Mannschaft Stabilität geben kann. Jetzt geht es darum, diese Entwicklung über eine komplette Saison zu bestätigen.
Die Vorbereitung verlief dabei äußerst vielversprechend. Gladbach gewann sämtliche Testspiele und erzielte dabei teilweise beeindruckende Ergebnisse. Auf Siege gegen Wuppertal, Rot-Weiss Essen und Hansa Rostock folgten ein 15:0 gegen Rottach-Egern, ein 4:1 gegen Hoffenheim und ein 8:0 gegen Velbert. Zum Abschluss setzte sich die Borussia mit 2:1 gegen Aston Villa durch. Auch die Hürde Schott Mainz in der 1. DFB-Pokalrunde nahm die Fohlenelf souverän mit 5:0.
Polanski konnte damit eine intensive Vorbereitung absolvieren und seine Vorstellungen mit der Mannschaft einstudieren. Besonders das hohe Pressing, schnelle Umschaltmomente und eine größere Intensität sollen zu den Grundlagen des neuen Gladbachs gehören. Der Trainer zeigte sich kurz vor dem Pflichtspielstart entsprechend zufrieden mit der Entwicklung.
Der wichtigste Neuzugang: Ko Itakura
Gladbach hat seinen Kader im Sommer an mehreren Stellen verändert. Besonders auffällig ist dabei, dass Sportchef Rouven Schröder auf eine Mischung aus Erfahrung und Entwicklungspotenzial setzt. Der prominenteste Neuzugang ist Ko Itakura. Der Japaner kehrt nach einem Jahr bei Ajax Amsterdam an den Niederrhein zurück und unterschrieb einen Vertrag bis 2030. Itakura kennt den Verein bereits bestens und soll nach dem Abgang von Nico Elvedi eine zentrale Rolle in der Defensive übernehmen. Zwischen 2022 und 2025 absolvierte er bereits 80 Pflichtspiele für die Borussia.
"Wir freuen uns sehr darüber, dass wir mit ihm einen Spieler verpflichten konnten, der in Sachen Qualität und Erfahrung exakt dem Profil entspricht, welches wir nach dem Abgang von Nico Elvedi gesucht haben", sagte Sportchef Rouven Schröder über Itakura, der künftig mit Kevin Diks das Innenverteidiger-Gespann bilden soll.

Der Schlüsselspieler: Tim Kleindienst
Der wichtigste Spieler für Gladbachs Ambitionen dürfte Tim Kleindienst sein. Verletzungsbedingt verpasste der Kapitän in der letzten Saison ganze 31 Bundesliga-Spiele und kam nur in drei Partien zu Kurzeinsätzen. In der Vorbereitung hat der Angreifer seine Bedeutung für das Spiel der Fohlen wieder unterstrichen. Gegen Aston Villa erzielte Kleindienst beide Treffer zum 2:1-Erfolg und sorgte damit für eine erfolgreiche Generalprobe.
Kleindienst verbindet Physis, Kopfballstärke und Torgefahr. Gleichzeitig ist er für Polanskis Pressing wichtig und kann als Zielspieler lange Bälle festmachen. Gerade nach dem personellen Umbruch wird seine Führungsrolle entscheidend sein.
Die mögliche Startelf
Gladbach geht mit einer Mischung aus Aufbruch und Erwartungsdruck in die neue Saison. Die Vorbereitung macht Mut, doch der Bundesliga-Start wird zeigen, wie belastbar die guten Eindrücke tatsächlich sind. Polanski hat nun erstmals eine komplette Saisonvorbereitung mit seiner Mannschaft absolviert und bekommt einen Kader, der deutlich stärker nach seinen Vorstellungen zusammengestellt wurde.
Nach Platz zwölf soll deshalb der nächste Schritt folgen. Der Sprung in die obere Tabellenhälfte ist ambitioniert, aber nicht ausgeschlossen. Entscheidend wird sein, ob Gladbach die Konstanz aus der Vorbereitung auch in der Bundesliga auf den Platz bringt.
Voraussichtliche Aufstellung am 1. Spieltag:
Nicolas – Hashioka, Diks, Itakura, Ullrich (Herold) – Sander, Stöger – Bolin, Mohya, Hack – Kleindienst
Thorben Scholz