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Der Höhenflug der Elv aus dem Saarland findet auch gegen Augsburg kein Ende
Der Höhenflug der Elv aus dem Saarland findet auch gegen Augsburg kein Ende - © IMAGO/Grant Hubbs
Der Höhenflug der Elv aus dem Saarland findet auch gegen Augsburg kein Ende - © IMAGO/Grant Hubbs
bundesliga

Aufsteiger sorgt weiter für Furore

Vor der Saison dachten nicht wenige, dass Elversberg nur ein kurzes Intermezzo in der Bundesliga haben würde. Zu klein sei der Etat, zu unbekannt die Spieler und zu hoch das Level im Oberhaus. Nach mittlerweile sechs absolvierten Spieltagen lässt sich sagen: Die Elv ist gekommen, um zu bleiben. Vor allem zuhause sind die Saarländer bockstark, schockten nach Leverkusen zum Auftakt jetzt auch formschwache Augsburger. Zudem machten sie bereits Rekordmeister Bayern München das Leben schwer.

Gerade einmal sieben Minuten waren gegen den FC Augsburg gespielt, da führte die SV Elversberg bereits mit 2:0. Nichts neues, dürfte sich Trainer Vincent Wagner gedacht haben, denn seine Mannen führten beispielsweise auch schon im ersten Heimspiel gegen Bayer 04 Leverkusen nach damals neun gespielten Minuten mit 2:0. Gegen den FCA allerdings gelang das bislang schnellste Bundesliga-Tor der Vereinsgeschichte, Lukas Petkov traf nach vier Minuten und trug sich so in die Geschichtsbücher ein. Die Elv musste zwar gegen Augsburg im weiteren Spielverlauf nochmal zittern, letztlich aber waren die nächsten drei Punkte im Kampf um den Klassenerhalt unter Dach und Fach.

Nach jetzt sechs absolvierten Spieltagen steht der Aufsteiger somit mit zehn Punkten auf Rang sechs und liegt damit auf Kurs Europa League beziehungsweise Conference League. Wohl die wenigsten hätten damit vor dem Saisonstart gerechnet, zumal das Auftaktprogramm der Elversberger mit Heimspielen gegen Leverkusen, Rekordmeister FC Bayern München und einem Auswärtsspiel beim FC Schalke 04 alles andere als leicht war.

Die Schlüssel des Erfolges sind ganz klar das Kollektiv sowie Trainer Wagner. Der Fußballlehrer lässt auch im Oberhaus mutigen Fußball spielen, vertraut jungen Spielern wie Noah Darvich, David Mokwa und Maurice Krattenmacher und hält gegen jeden Gegner an seinem bewährten 4-2-3-1-System fest. Egal ob gegen Bayern München oder den FC Augsburg, Wagner lässt seine Jungs im gewohnten System von der Leine und passt sich nicht dem Gegner an. Seine Mannen danken es ihm mit teilweise atemberaubendem Fußball und schon zwölf erzielten Treffern. Zum Vergleich: Die beiden anderen Aufsteiger Schalke und der SC Paderborn 07 kommen gerade einmal auf vier beziehungsweise fünf erzielte Tore.

Ruhiges Umfeld

Der Vorteil der Elv ist zudem, dass niemand mit ihnen rechnet und auch im Umfeld des Vereins keine großen Erwartungen gehegt werden. Das gibt vor allem den jungen Spielern die nötige Ruhe, um sich ohne den allzu großen Druck weiterentwickeln zu können. Mit Wagner steht außerdem ein Förderer an der Seitenlinie, der die jungen Spieler immer wieder reinwirft und ihnen vertraut - auch wenn sie mal Fehler machen.

Wie gut Wagner Talente entwickelt, zeigte nicht zuletzt auch schon die Nationalelf-Nominierung von Felix Keidel. Zwar kam der Mittelfeldmann unter Bundestrainer Jürgen Klopp bislang noch nicht zum Einsatz, dennoch ist die Nominierung alleine schon Beweis genug dafür, wie gut beim Aufsteiger gearbeitet wird.

Natürlich ist die Saison noch jung und der Weg bis zum Klassenerhalt lang, doch die Saarländer sind mittlerweile in der Bundesliga angekommen und können auch im Oberhaus mehr als nur mithalten. Geht es so weiter wie bisher, dann wird die Elv mit dem Abstieg absolut gar nichts zu tun haben. 

Wagner tritt auf die Bremse

Bei aller Euphorie über den mehr als nur guten Saisonstart sieht Wagner aber nicht nur das Positive und will nicht alles durch die rosarote Brille betrachten: "Hier zuhause tun wir uns immer ein bisschen leichter, da geht die Post schon immer nochmal ein bisschen mehr ab. Wir stellen uns natürlich aber auch zu häufig nicht clever an, das wird dann in dieser Liga bestraft. Heute hatten wir auch ein bisschen Glück."

Die nächsten Wochen werden entscheidend und wegweisend sein, wo die Reise für Elversberg hingehen wird. Die kommenden Partien werden in jedem Fall knackig, es warten Gastspiele bei RB Leipzig, Borussia Dortmund und dem 1. FC Köln, zuhause wiederum geht es gegen den 1. FSV Mainz 05 und den mehr als nur formstarken Sport-Club Freiburg.

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