"Der Junge kann kicken, was ganz praktisch ist“, freute sich BVB-Trainer Jürgen Klopp auf seine ganz eigene Art über die glänzende Rückkehr von Shinji Kagawa
"Der Junge kann kicken, was ganz praktisch ist“, freute sich BVB-Trainer Jürgen Klopp auf seine ganz eigene Art über die glänzende Rückkehr von Shinji Kagawa
Bundesliga

Shinji macht Lust auf mehr

Dortmund - Als Shinji Kagawa nach dem Abpfiff seinen Interviewmarathon absolvierte, kam irgendwann Jürgen Klopp vorbei und knuffte den kleinen Japaner freundschaftlich in den Nacken. Dabei grinste Dortmunds Trainer breit über das ganze Gesicht. Am liebsten hätte er seinen neuen, alten Regisseur wohl vor Freude in die Luft geworfen.

"Er ist ein sehr, sehr geiler Kicker"

Mit Kagawa sind Erfolg, Freude und Euphorie zu Borussia Dortmund zurückgekehrt. Und rechtzeitig vor dem Start in die Champions League gegen den FC Arsenal am Dienstag (ab 20:30 Uhr im Liveticker) die Hoffnung auf erfolgreiche Spiele - sofern Kagawa überhaupt spielen kann. Am Montag absolvierte der Japaner nur ein individuelles Lauftraining wegen muskulärer Probleme. "Er spürt das schon noch ein bisschen, deswegen haben wir ihn nur ein paar Runden drehen lassen", sagte BVB-Trainer Jürgen Klopp. Erst am Dienstag wird deshalb über einen Einsatz Kagawas entschieden.

Zwei Jahre hatte ganz Dortmund auf den verlorenen Sohn gewartet. Das Drehbuch für sein Comeback beim 3:1-Sieg über den SC Freiburg war perfekt geschrieben. Um nachvollziehen zu können, wie dieser Nachmittag gelaufen war, reichte eigentlich eine Betrachtung der Szenerie nach dem Schlusspfiff: Kagawa stand ganz alleine vor der großen Südtribüne und machte eine La-Ola-Welle nach der anderen. Tatsächlich war der Japaner auf Anhieb wieder zu Hause - und setzte 861 Tage nach seinem letzten Pflichtspiel im schwarz-gelben Trikot direkt die Impulse, die sich den BVB vor allem nach dem Ausfall von Marco Reus so sehnlichst von ihm erhofft.

"Die Fans haben sich zurecht so auf ihn gefreut", stellte Erik Durm nach der Partie anerkennend fest. "Er ist ein sehr, sehr geiler Kicker, hat nichts verlernt, fühlt sich hier in der Mannschaft super wohl. Und dann macht Fußballspielen einfach Spaß." Shinji Kagawa spielte nach zähem Beginn gegen Freiburg den "Dosenöffner", indem er nach 34 Minuten mit einer seiner typischen, schnellen Drehungen den Ball zu Großkreutz durchsteckte, der wiederum den Torschützen Ramos bediente. "Der Junge kann kicken, was ganz praktisch ist", kommentierte Klopp gewohnt launig. Als der 25-Jährige dann acht Minuten später selbst traf, war das Fußballmärchen perfekt und der Trainer sollte später zu Recht davon sprechen, dass "Shinji schon eine prägende Figur war."

Wenig Training, sehr gute Passquote

"Für mich war diese Spielweise sehr erfrischend"