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Vor dem Duell mit Bayern München: Der SC Freiburg ist das Team der Stunde

Normalerweise ist die Favoritenrolle bei einer Partie zwischen dem FC Bayern München und dem SC Freiburg klar verteilt. Auch in dieser Saison wird niemand so weit gehen und den Rekordmeister für das Spiel am Sonntag als Außenseiter bezeichnen. Wobei es tatsächlich gute Gründe dafür geben würde, denn keine Mannschaft ist derzeit so gut in Form wie das Team von Christian Streich. Und diese Entwicklung ist kein Zufall!

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Es ist gar nicht so lange her, da hatte man im Breisgau Angst vor einer Saison mit Abstiegssorgen. Nach acht Spielen standen gerade einmal sechs Pünktchen zu Buche. Seitdem hat sich viel getan - vor allem auf dem Punktekonto des Sport-Club. 17 von 21 möglichen Punkten fuhr Freiburg anschließend in sieben ungeschlagenen Partien ein. Hätte die Saison am 9. Spieltag begonnen, würde der SC nun als Tabellenführer zum FC Bayern München fahren - und das mit der besten Offensive (19 Tore) und der besten Abwehr (fünf Gegentreffer).

Erfolgreiche Umstellung auf Dreierkette

So fährt der SC Freiburg zwar "nur" als Achter in die bayrische Landeshauptstadt, kommt aber mit dem neuen Club-Rekord von fünf Siegen in Serie im Gepäck. "Um Rekorde geht es gar nicht", erklärte Cheftrainer Trainer Christian Streich nach dem 5:0-Kantersieg gegen Köln gewohnt nüchtern und stellte klar: "Wichtig ist, dass wir eine gute Entwicklung haben."

Und an dieser Entwicklung kann es keinen Zweifel geben. Der Coach selbst hat an dem Aufschwung großen Anteil, denn er half seiner schwach gestarteten Mannschaft mit einer Systemumstellung auf die Sprünge. Seit dem 9. Spieltag agiert der SC mit einer Dreierkette in der Defensive - und hat seitdem kein Bundesliga-Spiel mehr verloren.

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Grifo ragt aus starkem Kollektiv heraus

Durch das neue taktische Grundgerüst brennt nach hinten kaum noch etwas an und die Offensivspieler haben den Rücken frei, um vorne zu glänzen. Zwar lebt der Sport-Club von einem starken kollektiv - insgesamt trugen sich schon zehn Spieler in die Torschützenliste ein - aber ein Akteur ragt noch heraus: Vinzenco Grifo ist das Herzstück der Freiburger Offensive. Der 27-Jährige war in dieser Saison schon an 65 Torschüssen direkt beteiligt - nur Thomas Müller (71) und Robert Lewandowski (75) können das noch toppen.

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Bei Grifo stimmt aber nicht nur die Quantität. Mit sieben Toren hat er schon jetzt seinen persönlichen Saisonrekord eingestellt. Zudem ist er der beste Standardschütze der Liga: Schon neun Mal führte ein ruhender Ball von Grifo zum Tor. Vor allem seine Ecken sind eine Waffe - schon fünf Mal klingelte es im Anschluss. Grifos Lieblingsziel ist Philipp Lienhart, der alleine schon drei Mal nach einem Eckball zur Stelle war. Damit gehört der Österreicher zu den torgefährlichsten Abwehrspielern der Bundesliga.

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In der Sturmspitze dreht derweil Sommereinkauf Ermedin Demirovic immer mehr auf. Der in Hamburg geborene Bosnier hat Petersen als Torjäger Nummer eins den Rang abgelaufen und sammelte sechs Scorerpunkte in den letzten fünf Partien (zwei Tore, vier Vorlagen). Er hat ein sehr gutes Gefühl für den Strafraum und das Auge für seine Mitspieler, ist so ein absoluter Gewinn für den Sport-Club. Neben Grifo und Demirovic ist Roland Sallai der dritte im Freiburger Offensivbund, und in seinem dritten Jahr in der Bundesliga ruft der Ungar erstmals konstant sein großes Potenzial ab. Der starke Techniker steht jetzt schon bei vier Saisontreffern. In den letzten beiden Spielzeiten hatte er zusammen nur drei Mal getroffen.

So kann das Streich-Team mit breiter Brust in der Allianz Arena an den Start gehen und den nächsten Meilenstein der Clubgeschichte angehen. 20 Mal trat der Sport-Club bislang beim Rekordmeister an - einen Sieg in München gab es noch nie (17 Niederlagen, drei Remis). Selten wirkte die Zeit so reif für ein Erfolgserlebnis wie am kommenden Sonntag.

Florian Reinecke