Stratege, Führungsspieler, Titelsammler: Sami Khedira macht Schluss - © imago images
Stratege, Führungsspieler, Titelsammler: Sami Khedira macht Schluss - © imago images
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Sami Khedira: Eine Weltklasse-Karriere geht zu Ende

Am kommenden 34. Spieltag wird Sami Khedira im Spiel bei der TSG Hoffenheim noch ein letztes Mal das Trikot von Hertha BSC tragen. Dann endet die Weltklasse-Karriere des Strategen, die ihr Anfang und Ende in der Bundesliga fand.

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Es wirkt rückblickend wie aus einer anderen Zeit: Der VfB Stuttgart und der FC Schalke 04 kämpften am 34. Spieltag der Saison 2006/07 um die Deutsche Meisterschaft. Den Schwaben reichte in der Partie gegen Energie Cottbus ein Dreier, um die Schale in Händen zu halten. Den entscheidenden Siegtreffer köpfte in der 63. Minute ein aufstrebendes Talent ein: Sami Khedira.

Der damals 20-Jährige hatte erst im Herbst jener Saison in der Bundesliga debütiert, sich aber just als Stammspieler etabliert. Gerade auch, weil er im Mittelfeld nahezu alle Positionen bekleiden konnte. Gleich bei seinem vierten Ligaeinsatz gegen Schalke gelang ihm ein Doppelpack. Nach drei weiteren Jahren beim VfB, wo sich Stuttgart stets im oberen Tabellendrittel wiederfand, entwickelte sich Khedira immer mehr zum Strategen im defensiven Mittelfeld und zeigte auch in jungen Jahren bereits Verantwortung als Kapitän seiner Mannschaft.

Nach einer überraschend erfrischenden WM 2010 der deutschen Nationalmannschaft in Südafrika, wo Khedira einer der Eckpfeiler war, konnte ihn Stuttgart schließlich nicht mehr länger halten. Was folgte, war nicht weniger als eine Weltklasse-Karriere und überall, wo Khedira spielte, gab es Titel en masse. Die 2010er-Jahre verbrachte er in der ersten Hälfte zunächst bei Real Madrid, später dann bei Juventus Turin. Dabei holte er fünf Meistertitel in der italienischen Serie A und einen in der spanischen La Liga.

2013/14 befand sich seine Karriere auf dem Höhepunkt: Nach dem spanischen Pokalsieg mit Real Madrid holte er mit den Königlichen zunächst noch den Champions-League-Titel gegen den Stadtrivalen Atletico, um dann wenige Wochen später mit der deutschen Nationalelf bei der Weltmeisterschaft in Rio de Janeiro den WM-Pokal in den Nachthimmel zu strecken. Für den DFB spielt er insgesamt 77 Mal.

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Doch der Erfolg hatte auch seine Schattenseiten. In den letzten Jahren streikte der Körper des Musterprofis immer mehr, Verletzungen häuften sich. Mit 33 Jahren zog es Khedira noch einmal zurück in die Bundesliga, wo alles begonnen hatte, nur diesmal nach Berlin zu Hertha BSC. Was Khedira bis dorthin im Profifußball noch nicht kannte: Abstiegskampf. Doch auch diese Herausforderung schloss der gebürtige Stuttgarter erfolgreich ab und half in seinen letzten acht Einsätzen für die Alte Dame vor allem durch seine Erfahrung und Führungsqualität entscheidend zum Klassenerhalt mit.

"Er ist einer der professionellsten Fußballer. Er hat einen großen Anteil, dass wir die Klasse gehalten haben. Er hatte Einfluss auf alle Spieler. Er ist für unsere Mannschaft extrem wichtig, ich bin sehr froh, dass er dieses halbe Jahr bei uns war", so Hertha-Sportdirektor Arne Friedrich, nachdem Khedira vor dem 34. Spieltag überraschend sein Karriereende verkündete. Allzu gerne wären die Herthaner mit ihm in eine weitere Saison gegangen.

"Es ist ein harter Schritt und es fällt mir auch sehr schwer, darüber zu sprechen", sagte Khedira sichtlich berührt. "Ich denke, es ist der einzig richtige Schritt, denn 15 Jahre Profifußball haben ihre Spuren hinterlassen und da musste ich ehrlich zu mir sein, was ich noch kann und was ich noch will."

Ein Startelf-Garantie für die Partie am Samstagnachmittag in Hoffenheim hat Khedira von Trainer Pal Dardai bereits sicher. Gegen 17:20 Uhr wird dann einer der erfolgreichsten Fußballer-Karrieren Deutschlands in der jüngeren Geschichte zu Ende sein.

Karol Herrmann