Köln - Das 90. Revierderby zwischen dem FC Schalke 04 und Borussia Dortmund in der Bundesliga steht an! 30 Mal hat Königsblau bislang gewonnen, 32 Mal Schwarz-Gelb. Wer setzt sich dieses Mal durch? Welche Akteure setzen die entscheidenden Akzente? bundesliga.de wirft einen Blick auf die Schlüsselspieler der Ruhrpott-Nachbarn.

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Vor dem Aufeinandertreffen befinden sich Schalke und Dortmund in Top-Form. Beide unterlagen nur in einer ihrer letzten fünf Partien im Oberhaus, beide gehen voller Selbstvertrauen in die Mutter aller Derbys. Wer hat die Nase vorn?

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Ralf Fährmann gegen Roman Bürki

Im Hinspiel zeigten sowohl Ralf Fährmann als auch Roman Bürki starke Leistungen und hielten jeweils die Null. Torlos geht's zwischen den Ruhrrivalen nur selten zu Ende, in der Hinrunde lag das unter anderem an den beiden Keepern. Fährmann ist ein Schlussmann, der gerne durch spektakuläre Paraden glänzt, zeitgleich selbst kaum Fehler macht. Der 28-Jährige parierte in dieser Saison drei von fünf Elfmetern, patzte keinmal schwer vor einem Gegentreffer. Starke Werte weist er vor allem in Sachen Strafraumbeherrschung auf: Ligaweit bereinigte kein Torwart mehr Flankensituationen als Fährmann.

Bürki glänzt auf der anderen Seite in dieser Spielzeit durch seine Konstanz. Der Nationalspieler der Schweiz musste im Oberhaus bislang in seinen 18 Einsätzen erst 16 Mal hinter sich greifen, einzig Manuel Neuer von den fast immer eingesetzten Tormännern seltener. Überzeugende 75,8 Prozent der Schüsse, die der 26-Jährige aufs Tor bekam, wehrte er ab und liegt damit beinahe acht Prozentpunkte vor Kontrahent Fährmann.

Sead Kolasinac gegen Lukasz Piszczek

Auf den defensiven Außenbahnen überragen bei Königsblau und Schwarz-Gelb in dieser Saison vor allem zwei Akteure - auch offensiv. Sead Kolasinac kommt nach seinen 20 Bundesliga-Partien schon auf acht Torbeteiligungen (drei Treffer und fünf Vorlagen), Lukasz Piszczek auf sechs (fünf Treffer und eine Vorlage). Kolasinac ist mit seinen Vorbereitungen unter allen Defensivspielern in Deutschlands Elite-Liga der Beste, ragt aber auch durch seine Verteidigungsarbeit heraus. Der Bosnier gewann gute 58 Prozent seiner Duelle. Eine typische Situation 2016/17: Kolasinac erkämpft sich am letzten Spieltag gegen Mainz in der eigenen Hälfte den Ball, tankt sich auf seinem Flügel dann mit Doppelpässen durch und netzt schließlich in Stürmermanier ein.

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© gettyimages / Simon Hofmann

Piszczek ist der torgefährlichste Abwehrspieler der Bundesliga. Seinen persönlichen Rekord pro Spielzeit hat er nach 25 Spieltagen bereits eingestellt. Der Pole erfüllt in dieser Saison alle Wünsche, die ein Trainer an einen Außenverteidiger stellen kann: Er agiert hinten geschickt und zweikampfstark (53 Prozent gewonnene Duelle) und schaltet sich lauf- und sprintstark immer wieder mit nach vorne ein. Trotz vorrangiger Defensivaufgaben sucht Piszczek dabei nur äußerst selten das Foul, wurde erst elfmal in diesem Rahmen zurückgepfiffen. Eine Sperre musste er im Oberhaus noch nie absitzen.

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Alessandro Schöpf gegen Christian Pulisic

Alessandro Schöpf besticht auf dem Flügel mit enormem Laufpensum. Der Österreicher legt pro Einsatz im Schnitt 12,9 Kilometer zurück - Bundesliga-Bestwert! Zu seinen Stärken gehört auch seine Torgefährlichkeit: Der 23-Jährige kommt bereits auf fünf Saisontore und ist damit mit Bentaleb bester Schalker vor dem Kasten. Auch wettbewerbsübergreifend ist er mit dem Algerier Top-Torschütze bei S04. Vor allem nach der Winterpause schaltete Schöpf einen Gang höher, erzielte vier seiner insgesamt sieben Treffer in Pflichtspielen danach.

Beim BVB gehört der erst 18-jährige Christian Pulisic mittlerweile zu den absoluten Leistungsträgern, ist gerade nach dem Reus-Ausfall kaum aus dem Team wegzudenken. Der US-Amerikaner war in dieser Spielzeit in 21 Einsätzen schon an acht Toren beteiligt (drei Treffer und fünf Vorlagen), in seinem Alter ist derzeit kein anderer Akteur der Liga erfolgreicher. Pulisic ist beidfüßig, enorm schnell und in seinen Aktionen gradlinig. Trotz einer Körpergröße von lediglich 1,73m weiß er sich zudem körperlich zu behaupten, scheut keine Zweikampfduelle mit robusten Kontrahenten.

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Nabil Bentaleb gegen Ousmane Dembélé

Nabil Bentaleb und Ousmane Dembélé zeigen in ihrer jeweils ersten Saison für die Knappen und die Borussia, dass sie offensive Ausnahmeakteure sind. Bentaleb ist 22, Dembélé 19 Jahre alt - und beide sind aus ihren Teams nicht mehr wegzudenken. Bentaleb hat sich bei Schalke schnell zur Stammkraft entwickelt, geht im Mittelfeld durch Zweikampf-, Lauf- und Spielstärke sowie Torgefahr voran. Der algerische Nationalspieler ist der Top-Scorer der Gelsenkirchener, fünf Treffer und vier Vorlagen verbucht er.

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Dembélé hat sich bei den Westfalen als Volltreffer entpuppt. Als Talent verpflichtet, zeigt der Offensivallrounder wie selbstverständlich Woche für Woche überragende Leistungen. Von allen Dortmundern bestritt der Franzose die meisten Pflichtspiele (36, davon 27 von Beginn an), ist hinter Bundesliga-Top-Torjäger Aubameyang mit sieben erzielten Toren und 15 Assists über alle Wettbewerbe gesehen zweitbester Scorer beim BVB. Dembélé sorgt vor allem durch seine Schnelligkeit im Eins-gegen-Eins für tolle Momente, führte ligaweit die meisten Dribbling-Zweikämpfe (180) und gewann dabei gute 53 Prozent.

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Guido Burgstaller gegen Pierre-Emerick Aubameyang

In der Spitze können sich die Konkurrenten aus dem Ruhrgebiet auf ihre Stürmer verlassen. Guido Burgstaller hat sich bei S04 als Winterneuzugang prächtig eingefügt. Der Nationalelf-Rückkehrer Österreichs kam im Januar von Zweitligist Nürnberg zum Team Trainer von Markus Weinzierl, war 2017 an über der Hälfte der zwölf Bundesliga-Tore von Schalke beteiligt (vier Treffer und zwei Vorlagen). Der 27-Jährige erzielte dabei vor allem die wichtigen Tore gerne: Vier seiner sechs Pflichtspieltreffer schoss er zu einer 1:0-Führung, einen zu einem 1:1 und einen zu einem 2:0.

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Coach Thomas Tuchel kann ebenfalls auf seinen Mann in vorderster Front setzen - und wie! Pierre-Emerick Aubameyang belegt in der Torjägerliste im Oberhaus mit 23 Toren Platz eins, trifft pro Einsatz im Schnitt einmal. Der Gabuner benötigt für einen Treffer weniger als vier Torschüsse, hat in seiner Bundesliga-Karriere alle 119 Minuten eingenetzt. Unter den Akteuren mit mindestens 25 Einsätzen war nur einer noch effektiver - Legende Gerd Müller. Gegen Schalke fand Aubameyang in sieben Derbys bislang auch schon vier Mal das Netz.

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