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Bundesliga

Robert Lewandowski: Der Türöffner beim FC Bayern

München - Mit seiner Handbewegung in Richtung Südkurve versuchte sich Robert Lewandowski als Antreiber. Zugleich beinhaltete sein Jubel über den Führungstreffer des FC Bayern München eine gehörige Portion Erleichterung. Mit seinem Doppelpack beim 3:0-Sieg gegen den FC Schalke 04 beendete der Toptorjäger eine Mini-Durststrecke und unterstrich einmal mehr seinen Wert als wichtiger Türöffner für die Bayern

Tore für Guardiolas Urteil nicht entscheidend

Auf Vorlage von Arturo Vidal knackte Lewandowski in der 54. Minute als erster den Schalker Defensivverbund. Bereits zum siebten Mal erzielte der 27-Jährige in der laufenden Saison den wichtigen ersten Treffer einer Partie - das schaffte sonst keiner in der Bundesliga.

Entsprechend lautstark bejubelte auch sein Trainer Pep Guardiola an der Seitenlinie den Treffer, der die Bayern letztlich auf die Siegerstraße brachte. Mit seinem zweiten Tor nur neun Minuten später avancierte Lewandowski endgültig zum Spieler des Spiels. Er definiere seine Stürmer aber nicht nur über das Toreschießen, räumte Guardiola hinterher ein: "Wenn ein Stürmer mal kein Tor schießt, bin ich nicht unzufrieden mit seiner Leistung." (Stimmen zum Spiel)

Video: Patrick Owomoyela trifft Robert Lewandowski

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Vollgas nach schöpferischer Pause

Lewandowski selbst gab sich indes im Rückblick auf die vergangenen Wochen selbstkritisch. "Nach der Länderspielpause hatte ich eine Phase, in der nicht alles richtig funktioniert hat", gestand der Toptorjäger der Bayern. Inklusive der beiden Einsätze für die polnische Nationalmannschaft beendete er mit seinen beiden Toren gegen Schalke eine persönliche Durststrecke von sechs torlosen Spielen. "Das war keine Krise", entgegnete Lewandowski. "Natürlich kannst du nicht in jedem Saisonspiel ein Tor schießen."

In der Champions League fehlte er zuletzt im Viertelfinal-Rückspiel bei Benfica Lissabon (2:2) überraschend in der Startelf. "Ich wollte natürlich auch der Mannschaft helfen", sagte Lewandowski, "aber manchmal ist es besser, ein bisschen zu stoppen, um dann wieder Gas geben zu können." Die schöpferische Pause, die Guardiola seinem Goalgetter gönnte, hat sich offensichtlich ausgezahlt. Mit seinen Saisontoren 26 und 27 (zur Torjägerliste) hat Lewandowski nicht nur Bayerns Spitzenposition in der Tabelle zementiert, sondern auch seine persönlichen Ambitionen im Kampf um die Torjägerkanone untermauert.

Zur XL-Galerie: Alle 27 Saisontore von Robert Lewandowski

"Die wichtigste Phase kommt jetzt"

"Ich mache mir keinen Druck wegen dieser Kanone", sagte Lewandowski, der auf bestem Weg ist, Klaas-Jan Huntelaar mit dessen 29 Toren in der Saison 2011/12 als besten ausländischen Torschützenkönig abzulösen.

Seinen persönlichen Torrekord innerhalb einer Saison (24 Tore 2012/13) hat er nun schon um drei Tore verbessert. Zudem erreichte er mit seinem siebten Doppelpack schon jetzt seine eigene Bestmarke aus der kompletten Spielzeit 2011/12. "Es sind noch vier Spiele und ich hoffe, dass ich noch mehr Tore schießen kann", betonte Lewandowski.

Nicht nur in den vier Spielen in der Bundesliga hoffen die Bayern auf seine Treffsicherheit, auch in der Champions League und im DFB-Pokal könnte der Mann mit der Nummer 9 auf dem Rücken ein entscheidender Faktor werden. "Die wichtigste Phase kommt jetzt", weiß auch Lewandowski. Und sie beginnt mit dem Pokalhalbfinale gegen Werder Bremen. "Wir wollen zeigen, dass wir ins Finale wollen", lautete Lewandowskis Devise für Dienstag: "Wir können nicht genau so spielen, wie im letzten Jahr."

Damals platzte der Traum vom Endspiel mit einer bitteren Niederlage im Elfmeterschießen gegen Borussia Dortmund. Ein Déjà-Vu wollen die Bayern gegen Werder möglichst vermeiden. Auch Antreiber Lewandowski fordert daher: "Wir müssen alles geben, was wir haben."

Aus München berichtet Maximilian Lotz