Zusammenfassung

  • Bayern München feierte seit der Rückkehr von Jupp Heynckes sieben Siege in sieben Spielen.
  • Arjen Robben nennt die Serie "Wahnsinn" stellt mit seinem Führungstor zwei Rekorde auf.
  • Der Trainer und der Niederländer sehen noch Steigerungspotenzial.

Dortmund - Sieben Pflichtspiele, sieben Siege – unter Jupp Heynckes ist der FC Bayern München wieder zur gefürchteten Maschine mutiert und thront nach dem 3:1-Sieg bei Borussia Dortmund mit stolzem Vorsprung an der Tabellenspitze. Für Arjen Robben ist die Leistung der letzten Wochen schlicht Wahnsinn. Der Niederländer selbst verkörpert Erfolgswillen, Stärke und breite Bayern-Brust in diesen Tagen wie kaum ein Zweiter – persönliche Rekorde inklusive.

Bestens gelaunt stellte sich ein entspannter Arjen Robben nach dem Sieg in Dortmund allen Fragen, plauderte bereitwillig vor den TV-Kamers und Mikrofonen über das, was da gerade auf dem Rasen passiert war. "Wir haben uns fußballerisch nochmals gesteigert", stellte der Interimskapitän zufrieden fest. "Fußballerisch haben wir das beste Spiel in dieser Saison gemacht und sind wieder als Mannschaft aufgetreten."

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Wieder mit Vorsprung an der Tabellenspitze

Unter Jupp Heynckes feierte der FC Bayern München sieben Siege in sieben Pflichtspielen © imago

Auch wenn der BVB seine Chancen hatte - am Ende war es ein souveräner, effektiver, konsequenter und fast fehlerfreier Auftritt des Deutschen Meisters, den auch Jupp Heynckes mit dem Prädikat "Superleistung" bedachte. Mit nun vier Punkten Vorsprung auf Leipzig und sechs Zählern Vorsprung auf die Borussia haben die Bayern die Machtverhältnisse in der Liga binnen kürzester Zeit wieder zurecht gerückt. Vor der letzten Länderspielpause knapsten sie noch am Fünf-Punkte-Rückstand auf den BVB, hatte das übliche Selbstbewusstsein einen herben Dämpfer bekommen. Dann kehrte Jupp Heynckes auf die Trainerbank zurück – und vier Spieltage später stehen die Münchner nicht nur wieder ganz oben in der Tabelle, sondern leben das urbayrische "Mia san Mia"-Gefühl wieder mit jeder einzelnen Muskelfaser.

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"Was wir an Punkten in der Tabelle aufgeholt haben – Wahnsinn", schüttelte Robben selbst fast ungläubig den Kopf. "Wie wir die letzten Wochen überstanden haben, da darf ich als Kapitän wirklich sagen, dass ich stolz bin auf die Mannschaft. Wie wir das auch mit den ganzen Verletzungen gemeistert haben, dazu alle drei Tage ein Spiel – und dann haben wir in den sieben Spielen sieben Mal gewonnen. Das ist der Wahnsinn!"

Robben: "Ich bin fit und liebe die großen Spiele"

Dass Heynckes dabei der Schlüssel ist für die Rückkehr zum Erfolg, da sind sich alle Spieler einig. "Wir müssen ihm ein Riesenkompliment machen", betonte Robben. Der 72-Jährige ist eine absolute Autoritätsperson, trifft bei den Spielern den richtigen Ton, hat die Mannschaft mit wenigen Maßnahmen wie dem Positionswechsel von Javi Martinez in die Mittelfeldzentrale defensiv stabilisiert. Offensiv machen dann Spieler wie Arjen Robben den Unterschied, der gegen seinen Lieblingsgegner aus Dortmund mal wieder mächtig aufdrehte und dafür eine ganz einfache Erklärung parat hatte: "Ich liebe diese großen Spiele."

Mit seinem Schlenzer mit links ins lange Eck zur Bayern-Führung hat er zugleich Geschichte geschrieben. 93 Bundesliga-Tore – so oft traf noch kein ausländischer Spieler für die Bayern. Außerdem hat Robben damit Willi "Ente" Lippens als treffsichersten Bundesligaprofi mit niederländischem Pass abgelöst. "Zwei Rekorde, das ist eine schöne Bestätigung für meine Zeit beim FC Bayern", strahlte der Angreifer. Und doch gab es etwas, was ihn an diesem Abend noch glücklicher machte: "Was mich am meisten freut, dass ich unter Jupp Heynckes jede Partie von der ersten bis zur letzten Minute gespielt habe und noch immer fit bin. Darauf bin ich am meisten stolz. Das ist das Schönste, mit 33 Jahren noch so fit zu sein."

>>> Arjen Robben sprüht seit jeher vor Ehrgeiz

Arjen Robben (l.) ist der erfolgreichste ausländische FCB-Torschütze in der Bundesliga © gettyimages / Alex Grimm

Und weil Robben schon so ein alter "Hase" im Bundesliga-Geschäft ist, der schon seine neunte Saison an der Isar spielt, warnte er seine Mannschaft zugleich auch trotz der imposanten Siegesserie unter Heynckes vor zu großer Euphorie. "Jetzt sind alle in Jubelstimmung, alles ist überragend und super. Aber wir müssen bodenständig und ruhig bleiben."

Erste Fragen seien schon aufgekommen nach dem Triple, musste Robben selbst ein wenig schmunzeln. 2013 hatten er und Heynckes den Dreifachtriumph schon einmal zusammen gefeiert, Robben selbst erzielte das entscheidende Tor gegen den BVB im Champions-League-Finale.

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Jetzt will er vom Triple aber nichts hören – noch nicht: "Es ist erst Anfang November, wir müssen damit sofort aufhören. Unsere Leistung gegen Dortmund war gut, aber wir wissen alle, dass wir es auch noch besser können."

Damit bewegt sich der Kapitän genau auf einer Wellenlänge mit seinem Trainer. Wenn man erst einmal längere Zeit gemeinsam trainieren kann, wenn nicht ständig englische Woche anstehen, dann soll und wird diese Mannschaft sich auch nach dem Willen von Jupp Heynckes noch weiter steigern. "Wenn alle gesund und fit sind, werden wir noch attraktiveren und besseren Fußball spielen", kündigte der 72-Jährige an und schickte schöne Grüße an die Konkurrenz.

Aus Dortmund berichtet Dietmar Nolte