Marco Rose bejubelt seine Leipziger - © IMAGO/Michael Taeger/IMAGO/Jan Huebner
Marco Rose bejubelt seine Leipziger - © IMAGO/Michael Taeger/IMAGO/Jan Huebner
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RB Leipzig: Marco Rose bekommt beim Sieg gegen den Ex-Club Borussia Dortmund "Lust auf mehr"

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RB Leipzig hat sich von Domenico Tedesco getrennt und Marco Rose als neuen Cheftrainer vorgestellt. Sein Debüt für den neuen Club gab Rose dann gegen seinen ehemaligen Arbeitgeber Borussia Dortmund und siegte mit 3:0. Szoboszlai glänzte mit drei Torbeteiligungen.

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Das Wort "ausgerechnet" wurde für dieses Spiel erfunden. Marco Rose traf bei seinem ersten Spiel im neuen Gewand auf den ehemaligen Arbeitgeber Borussia Dortmund. Beim BVB wurde er vergangenen Sommer durch Edin Terzic ersetzt, der schon vor ihm interimsweise am Steuer der Borussia war. Den Direktvergleich mit Terzic und Dortmund gewannen Roses Leipziger mit 3:0. Dortmund kam dabei die ersten 40 Minuten nicht mal zu einem einzigen Torschuss.

Spielbericht: Roses Leipzig besiegt Dortmund mit 3:0

Dabei begannen die Sachsen früh mit den eigenen Toren. In der 6. Minute war es Willi Orban, der sich bei einer Eckballvariante von Gegenspieler Nico Schlotterbeck löste und im Bogen zum Elfmeterpunkt lief. Dorthin trat Dominik Szoboszlai den Standard, woraufhin Orban unhaltbar in die Ecke köpfte. Kurz nachdem Dortmund dann endlich selbst den ersten Abschluss verbuchen konnte, legte der Vorlagengeber selbst zum 2:0 nach: In der 45. Minute lief er zentral aufs Tor zu, wurde nicht angegriffen und schickte aus rund 30 Metern einen Strahl rechts oben unter die Latte. Den Deckel drauf machte Amadou Haidara in der 84., als er nach einem Querpass von Timo Werner nur noch ins leere Tor einschieben musste.

Marco Rose traf beim Leipzig-Debüt auf Freunde aus Dortmund - IMAGO/Kirchner/Marco Steinbrenner/IMAGO/Kirchner-Media

Rose: "Ich konnte heute Freunde treffen"

Rose selbst bestreitet eine Wertigkeit des Spiels: "Das macht nichts mit mir. Es war ein Bundesliga-Spiel." Doch eine spezielle Situation habe er schon vorgefunden. Zu den Spielern habe er in seiner Zeit als Trainer enge Beziehungen aufgebaut. "Ich habe in dem Jahr bei Dortmund viele Freunde gewonnen, die ich heute treffen konnte", erklärt er sein Verhältnis zu den Spielern. Doch seine Freude beschränke sich vor allem auf den Sieg für seinen neuen Verein RB Leipzig in einem "wichtigen Spiel".

In Leipzig fühlt sich Rose ohnehin zuhause. "Leipzig ist meine Heimat, mit der ich mich stark identifiziere! Ich fühle mich sehr wohl, mag die Menschen und man hat gesehen, dass man hier gemeinsam etwas entfachen kann", macht der neue Trainer Hoffnung auf die Zukunft. Dass die Fans diese Stimmung aufnahmen, um ihn nach Abpfiff zu besingen, sei schön. Trotzdem sehe Rose nach nur einem Spiel noch nicht die Zeit gekommen, sich feiern zu lassen. Durch die drei Punkte gegen die Borussia rücken die Sachsen mit acht Punkten auf Platz 10 vor. Zur Spitzengruppe aus Bayern München, TSG Hoffenheim, SC Freiburg und Borussia Dortmund (Freiburg spielt erst am Sonntag) fehlen derzeit vier Punkte.

Der Blick geht nach vorne. Auf zwei spannende Duelle in der kommenden Woche: Zunächst geht es gegen Champions League-Sieger Real Madrid, am nächsten Bundesliga-Spieltag trifft Rose dann erneut auf alte Bekannte: Er reist mit seinen Leipziger zu Borussia Mönchengladbach, für die er von 2019 bis 2021 an der Seitenlinie stand.

Szoboszlai spielt überragend und lobt Rose

Mit drei Torbeteilungen - zwei direkt - war Szoboszlai der überragende Mann am Samstagnachmittag. Einen Assist, ein Tor und eine wichtige Balleroberung in der Entstehung des dritten Treffers konnte er sich auf die Fahne schreiben. Zusätzlich legte er seinen Mitspielern noch drei weitere Torschüsse auf, hatte selbst auch noch eine gute Chance in der 9. Spielminute. Damit war er an mehr Torschüssen beteiligt, als Dortmund im ganzen Spiel abgegeben hatte (vier).

Der von Rose erweckte Teamspirit wurde auch vom Ungarn besonders hervorgehoben: "Man hat gesehen, dass wir füreinander gekämpft haben. Wenn wir so als Mannschaft zusammenarbeiten, sind wir in der Lage, drei Tore zu schießen!" Dabei geht großes Lob an den neuen Trainer. Denn er habe es geschafft, "eine unglaubliche Mentalität im Team zu entfachen." Die beiden arbeiteten schon in Salzburg zusammen. Dass er jetzt bei Leipzig steht, führt der Leipziger Matchwinner auch auf den Coach zurück - "Wäre er nicht dagewesen, wäre ich nicht da, wo ich jetzt bin!"

Leipziger Frühstart dank Orban

Nicht einmal sechs Minuten nach Anpfiff war es Willi Orban gelungen, einen Kopfball im Tor der Dortmunder unterzubringen. Damit erzielten die Leipziger schon zum dritten Mal in dieser Spielzeit einen Treffer in den ersten zehn Spielminuten. Drei von neun Toren entstanden somit direkt zu Beginn des Spiels. "Die frühe Führung hat uns heute in die Karten gespielt und am Ende haben wir uns das Spiel nicht mehr nehmen lassen", analysierte der Torschütze den Spielverlauf. Beim Treffer "stand ich goldrichtig und habe ihn gut platzieren können", freut er sich.

Zum ersten Mal war nicht Christopher Nkunku der Spieler, der zum Auftakt getroffen hatte. Gegen den VfB Stuttgart (8. Minute, 1. Spieltag) und den VfL Wolfsburg (5. Minute, 4. Spieltag) traf der Franzose in den Anfangsminuten. Eine weitere Gemeinsamkeit haben die beiden: Nur Nkunku und Orban trafen in dieser Saison bereits mehrfach für den eigenen Verein. Am dritten Spieltag hatte der Innenverteidiger bereits gegen den 1. FC Union Berlin ein Tor erzielt. Wie Rose richtet auch der Abwehrchef den Blick nach vorne: "Nächste Woche wartet auf uns eine überragende Mannschaft von Real Madrid. Es war wichtig, dort mit einem Positiverlebnis hinzureisen."

Niklas Staiger