
DFB-Elf vor dem WM-Auftakt: Nagelsmanns offene Fragen
Eine Woche vor dem ersten WM-Spiel hat die DFB-Auswahl den Test gegen die USA erfolgreich bestritten. Für Bundestrainer Julian Nagelsmann ergeben sich einige Erkenntnisse und die Frage, welche Baustellen vor dem Auftakt noch zu schließen sind.
Einen kleinen Vorsprung hatte sich Assan Ouédraogo am Sonntag dann doch vor der Mannschaft erarbeitet. Eigentlich als Nachnominierter und damit zwangsläufiger Spätzünder aus dem Urlaub eingeflogen, konnte sich der Spieler von RB Leipzig einen ersten großen Eindruck vom WM-Quartier der DFB-Auswahl machen. Der Offensivspieler reiste am Sonntag an, der Rest des Nagelsmann-Trupps folgt am Montag.
Die deutsche Mannschaft wird sich in Winston-Salem in North Carolina den Feinschliff für das Endturnier holen, um möglichst erst am 19. Juli die Koffer packen zu müssen - zumindest final. Denn auf dem Weg zum Endspiel, eben an jenem 19. Juli, stehen wohl einige Reisekilometer auf dem Plan, das Finale wird beispielsweise in New York ausgetragen. "Natürlich haben wir noch ein paar Dinge zu tun. Ich glaube, das ist auch normal. Aber wir haben auch Lust drauf und freuen uns jetzt auf unser Basecamp", sagte der Bundestrainer.

Aufstellung schon gefunden?
Planung ist dieser Tage das A und O. Nichts soll bei der Nationalmannschaft dem Zufall überlassen werden. Eine erste Planungssicherheit wird Julian Nagelsmann wohl bei seiner Aufstellung gefunden haben. Die letzten Tests dürften zumindest Aufschlüsse gegeben haben, wie die DFB-Elf am Sonntag mit dem Duell gegen Curaçao in die WM startet. "Was wir nicht machen, ist achtmal wechseln. So viel kann ich vorwegnehmen", sagte Nagelsmann nach dem 2:1-Erfolg über die USA.
Alles andere wäre aber auch überraschend. Schließlich hatte der Bundestrainer vor dem Duell gegen den Gastgeber erklärt, er wolle die Partie so angehen, wie ein Eröffnungsspiel. Dementsprechend dürfte seine Aufstellung auch seiner Vorstellung der besten Elf entsprochen haben. Gerade die Offensive lieferte. Der aus England dazugestoßene Kai Havertz traf per Kopf, lieferte genauso Argumente für Einsatzminuten wie der zweite Torschütze Leroy Sané.
"Man hat für die Startelf immer einen Plan im Kopf"
Sollte Sané die erste Wahl auf der rechten Seite sein, ist die Offensive mit Florian Wirtz und Jamal Musiala wohl gefunden. Deniz Undav und Jamie Leweling haben es zunächst schwer. Die Reihe dahinter dürften Felix Nmecha und Aleksandar Pavlović einnehmen.
In der Viererkette lösten Joshua Kimmich, Jonathan Tah und Nico Schlotterbeck ihre Aufgaben ausreichend gut, dass auch sie gesetzt sein dürften. Die spannendste Personalie bei den Feldspielern könnte Nathaniel Brown einnehmen, der möglicherweise den Vorrang vor David Raum erhält.
Die größte Baustelle gibt es aktuell auf der Keeper-Position, verbunden mit der Frage, ob Manuel Neuer für die Begegnung am Sonntag rechtzeitig fit wird. Nagelsmann gab sich gelassen, erklärte der Torhüter würde jetzt ins Training einsteigen. Es sieht so aus, als stünde die erste Elf. Aber: "Man hat für die Startelf immer einen Plan im Kopf, aber auch immer einen Plan B", sagte Nagelsmann.

Ouédraogo eher Ergänzungsspieler
Im Plan A wird Ouédraogo wohl noch keine Rolle spielen. Aber der Youngster hat ja schon mal bewiesen, dass der Letzte irgendwie dann doch der Erste gewesen ist. Der Leipziger, der unverhofft doch noch auf den Kader-Zug aufgesprungen ist, wird sich wohl so oder so über jede einzelne Einsatzminute erfreut sein.
Und ganz nebenbei: Vom Sommerurlaub zum Turniersieg hat in der Vergangenheit ja schon mal funktioniert - Danish Dynamite lässt grüßen.

