Zusammenfassung

  • Nicolai Müller jubelt demütig nach seinem Tor gegen Freiburg
  • Bei Eintracht Frankfurt herrscht Erleichterung nach dem Sieg
  • Müller hofft auf weitere Erfolgserlebnisse bei seinem Jugendverein

Freiburg - Ein Tor im ersten Saisonspiel für den neuen Verein zu erzielen, ist für Fußballer immer die Erfüllung eines Traums. Im Fall von Nicolai Müller ist diese Geschichte noch einmal besonders aufgeladen. Beim 2:0 mit seinem neuen Klub Eintracht Frankfurt beim SC Freiburg erzielte der 30 Jahre alte Offensivspieler nicht einfach nur den Führungstreffer (10.). Genau ein Jahr nach seinem letzten Tor in der Bundesliga wirkte dieses Erfolgserlebnis wie der erhoffte Start für den Neubeginn, den sich Müller in Frankfurt wünscht.

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Vor einem Jahr hatte er zum Saisonstart noch im Trikot des Hamburger SV gegen den FC Augsburg getroffen, danach aber so enthusiastisch gejubelt, dass er sich das Knie verdrehte. Niederschmetternde Diagnose: Kreuzbandriss. Fast ein Dreivierteljahr fiel Müller aus, spielte nur noch elf Minuten in der abgelaufenen Saison – ausgerechnet gegen die Eintracht. Nun, nach der erfolgreichen Rückkehr zu seinem Jugendverein, meinte der Hesse: "Ich habe mich einfach gefreut, die Bundesliga wieder zu erleben."

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Und diesmal jubelte Müller nach seinem ersten Treffer nach dem üblen Malheur vor einem Jahr demütig, rannte zur Ersatzbank und hielt ein Trikot mit dem Namenszug des verletzten Teamkollegen Timothy Chandler in die Höhe. Chandler steht gerade in der Rehaphase nach einem Knorpelschaden. Müller weiß, was es heißt, sich nach einer schweren Verletzung wieder heranzukämpfen. Zumal ihn in dieser Vorbereitung Probleme in der Oberschenkelmuskulatur plagten und zu einer Pause zwangen. Noch ist der sprintstarke Außenbahnspieler nicht absolut fit. Das weiß er auch, aber Müller sagt scherzhaft: "Klar bin ich noch nicht bei 100 Prozent, aber solange es für ein Tor reicht, ist alles okay."

"Ich hatte sehr gute Gespräche mit dem Trainer. Er weiß, wie er spielen lassen will, das passt zu mir: Er steht für Offensivfußball." Nicolai Müller

Bei der Eintracht waren alle erleichtert nach dem gelungenen Start in die Liga. Zuletzt mussten die neue Mannschaft und ihr neuer Trainer Adi Hütter ja zwei Negativerlebnisse verkraften: Das bittere 0:5 im Supercup gegen Meister Bayern München im eigenen Stadion und das Pokal-Aus des Titelverteidigers in der Vorwoche beim Regionalligisten SSV Ulm. Der Erfolg in Freiburg, der durch Sebastien Hallers 2:0 (82.) abgerundet wurde, gibt der Eintracht im Umbruch Zeit zum Durchatmen. In der Sommerpause verlor die Elf in Lukas Hradecky (Leverkusen), Marius Wolf (Dortmund), Omar Mascarell (Schalke) und Kevin Prince Boateng (Sassuolo) vier absolute Leistungsträger. Und in Freiburg musste Trainer Hütter zudem noch auf die verletzten Säulen David Abraham, Makoto Hasebe und Ante Rebic verzichten. Auch deswegen freute sich Trainer Hütter so über den gelungenen Einstand von Nicolai Müller. Der verfügt über jene Bundesliga-Erfahrung, die vielen anderen, jungen Neuzugängen der Eintracht abgeht. In Freiburg machte der im hessischen Lohr am Main geborene Müller sein 165. Bundesligaspiel und traf dabei zum 38. Mal. Zudem stehen 29 Torvorlagen in der Statistik für den schnellen Dribbler.

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Müller freut sich auf die Aufgabe bei seinem ehemaligen Jugendverein, bei dem er einst den Durchbruch nicht schaffte. Vor dem Saisonstart sagte er: "Ich hatte sehr gute Gespräche mit dem Trainer. Er weiß, wie er spielen lassen will, das passt zu mir: Er steht für Offensivfußball." Müller musste einen langen Umweg über Greuther Fürth, Sandhausen, Mainz und den HSV gehen, um bei der Eintracht in der Bundesliga zu landen. Nun ist er erfolgreich angekommen und hofft auf weitere Erfolgserlebnisse. Am besten schon nächsten Wochenende im Heimspiel gegen den SV Werder Bremen.

Aus Freiburg berichtet Tobias Schächter