
Es gibt nur ein' Niclas Füllkrug
Claudio Pizarro, Miroslav Klose, Mario Basler und Rudi Völler: Mit seinem Doppelpack in Mainz reiht sich Niclas Füllkrug in die Riege großer Stürmerlegenden des SV Werder Bremen ein.
Ein Tor gegen Leipzig, eins in Köln, eins gegen Augsburg, eins in Dortmund, zwei gegen Paderborn und jetzt wieder zwei in Mainz: Bis auf das erste Saisonspiel in Freiburg traf Niclas Füllkrug in jedem Bundesliga-Spiel mindestens einmal für den SV Werder Bremen. Mit acht Treffern führt er derzeit die Torschützenliste an.
Seit seinem Wechsel im Sommer hat "Fülle" die Sturm-Lücke bei Werder gefüllt – ausgerechnet jene, die große Stürmerlegenden vor ihm hinterlassen hatten.
Füllkrug wie...
… Claudio Pizarro: Fünf Bundesliga-Spiele in Folge mit mindestens einem Treffer – das gelang bei Werder zuletzt Pizarro im Frühjahr 2016. Füllkrug zog bereits am letzten Spieltag mit der Vereinslegende gleich.
… Miroslav Klose: Sieben Tore nach den ersten sieben Spieltagen: Eine solche Ausbeute hatte bei Werder zuletzt Klose in der Saison 2005/06 vorzuweisen. Mit seinem ersten Elfmeter in Mainz zog Füllkrug mit dem früheren Nationalstürmer gleich.
… Mario Basler: 36 Bundesliga-Tore im Werder-Trikot stehen mittlerweile auf Füllkrugs Konto. Genau so oft traf einst auch Basler für die Grün-Weißen.
… Rudi Völler: Acht Tore nach sieben Spieltagen – vor Füllkrug gelang das in der Bundesliga-Historie von Werder nur Völler, der 1985/86 ebenfalls einen Traumstart hinlegte.
… Frank Neubarth? Füllkrug erzielte die fünf letzten Bremer Tore. Damit rückt auch ein Vereinsrekord in Reichweite: Sechs Werder-Treffer in Folge gingen 1988 auf das Konto von Neubarth. Ein Tor fehlt Füllkrug noch, um diese Marke einzustellen.

Große Vorbilder, große Ziele
Pizzaro, Klose, Völler..."Ich hab ja auch schon einiges für Werder geleistet, macht nichts mit mir", lachte Füllkrug nach dem Spiel im Interview mit dem NDR. "Mit Pizza durfte ich ja sogar noch zusammenspielen – überragender Mensch und überragender Spieler, da durfte ich mir ein paar Sachen angucken. Rudi sowieso eine Legende in Deutschland, Miro mein Vorbild gewesen als junger Spieler. Absolut große Persönlichkeiten, absolut große Spieler", schwärmte er von seinen Vorgängern.
Trotz seiner beeindruckenden Zahlen wird der 33-Jährige nicht müde, den Fokus von sich wegzulenken: "Am Ende geht es mir nicht darum. Ich mach das nicht deshalb, ich mach es aus den Gründen, das Bestmögliche herauszuholen und mit dieser Mannschaft erfolgreich zu sein, denn da ist einiges möglich." Nach dem Spiel in Mainz lobte er besonders seine Abwehrkollegen: "Ich liebe meine Jungs dahinten, Marco, Amos - was die wegverteidigen."

"Ich war fix und fertig"
Am Mikrofon nie müde, auf dem Platz in Mainz dann schon etwas. Das war auch bei seiner Auswechslung zu spüren: "Ich war fix und fertig, weil das tiefe Verteidigen an den Kräften genagt hat. Gerade über das 2:3 habe ich mich geärgert, weil es am Ende nicht so nervös geworden wäre, wenn wir den Vorsprung ein paar Minuten länger gehalten hätten."
Kein Wunder, schließlich war Füllkrug nicht nur als Torschütze gefragt: Er gab die meisten Torschüsse aller Bremer ab (vier), bestritt mit 26 die meisten Zweikämpfe der Partie und gewann starke 58 Prozent davon. Auf Lob von Journalisten legt er nicht allzu viel Wert, umso mehr bedeutet ihm die Anerkennung der eigenen Fans.
"Über die Auszeichnung als Man of the Match freue ich mich immer sehr, weil sie von den Fans kommt", so der Werder-Torjäger. Weitere dürften folgen. Es gibt nur einen Rudi Völler, einen Claudio Pizarro und einen Miroslav Klose. Aber eben auch nur einen Niclas Füllkrug – jetzt schon eine Werder-Sturm-Legende.