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Phillip Tietz oder Niclas Füllkrug: Wer wird am Samstag zum Spielentscheider?
Phillip Tietz oder Niclas Füllkrug: Wer wird am Samstag zum Spielentscheider? - © Bundesliga
Phillip Tietz oder Niclas Füllkrug: Wer wird am Samstag zum Spielentscheider? - © Bundesliga
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Tietz vs. Füllkrug: Das Duell der deutschen Knipser

Am 7. Spieltag treffen mit Phillip Tietz und Niclas Füllkrug zwei der aktuell treffsichersten deutschen Stürmer der Bundesliga aufeinander. Was macht die beiden aktuell so stark? Und wer schießt seine Mannschaft am Samstagnachmittag zum Sieg?

Rückblickend überrascht es durchaus, dass im 44-köpfigen Aufgebot von Bundestrainer Jürgen Klopp für September weder Phillip Tietz noch Niclas Füllkrug berücksichtigt wurden. Denn nach sechs gespielten Runden belegen die beiden Stürmer mit fünf (Tietz) beziehungsweise sechs Toren (Füllkrug) die ersten beiden Plätze der Bundesliga-Torjägerliste.

Nicht nur in ihren Torjägerqualitäten, auch spielerisch weisen die Angreifer einige Gemeinsamkeiten auf: Sie sind klassische Neuner, physisch robust, technisch versiert und kopfballstark. Beide haben eine positive Abschlusseffizienz (Füllkrug +2,03, Tietz +1,82), erzielten also mehr Tore, als aufgrund der Qualität ihrer Torchancen statistisch zu erwarten gewesen wären. Am 7. Spieltag kommt es nun zum direkten Duell, wenn um 15:30 Uhr der 1. FSV Mainz 05 den SV Werder Bremen empfängt.

Tietz ist vor allem auswärts in Torlaune

Tietz hat mit seinen fünf Saisontreffern schon fast so oft getroffen wie in der kompletten letzten Bundesliga-Spielzeit (fünf Treffer für Mainz, einer für Augsburg) und führte die Nullfünfer auch am vergangenen Wochenende beim FC Schalke 04 zum Sieg. Damit trug sich der 29-Jährige auswärts saisonübergreifend zum fünften Mal in Folge in die Torschützenliste ein, inklusive DFB-Pokal traf er sogar in den letzten sechs Partien in der Fremde und in der Summe starke zehn Mal.

Vor heimischer Kulisse stottert der Tor-Motor bislang noch ein wenig, erst eines seiner fünf Saisontreffer erzielte Tietz zu Hause. Überhaupt läuft es für die Rheinhessen im eigenen Stadion noch unrund: Das 0:0 am 1. Spieltag gegen den SC Paderborn 07 ist bis dato der einzige Punkt. Nur Borussia Mönchengladbach steht nach drei Heimspielen noch mit leeren Händen da.

Auch Tietz weiß um die Heimschwäche seiner Mannschaft – und richtete daher sofort nach dem Dreier auf Schalke den Blick nach vorn: "Ich will, dass schnell wieder Samstag ist, und wir gegen Bremen spielen können. Ich will den Fans etwas zurückgeben, am besten mit einem Heimsieg."

Füllkrug trifft wie einst Pizarro und Klose

Das das nicht passiert, dafür will sein Gegenüber Niclas Füllkrug sorgen. Der SVW, der mit sieben Punkten aus Heimspielen kaum Anlass hat, sich über seine Heimbilanz zu beklagen, würde seine bislang zwei Auswärtspunkte gerne um drei weitere ergänzen – und damit den ersten Sieg in der Fremde in dieser Saison einfahren wollen.

An der Moral dürfte es den Bremern jedenfalls nicht mangeln: Gleich dreimal in Folge geriet Werder zuletzt mit 0:2 in Rückstand, kämpfte sich jedoch jedes Mal zurück und sicherte sich auf diese Weise insgesamt fünf Punkte.

Vier der sechs Treffer in diesen Partien erzielte Füllkrug, dessen Rückkehr an die Weser kaum besser hätte laufen können. Als erster Bremer seit Claudio Pizarro vor über zehn Jahren (Frühjahr 2016) traf der 33-Jährige in fünf Bundesliga-Spielen in Folge.

So viele Tore wie aktuell hatte der Torschützenkönig von 2022/23 (16 Treffer) nach sechs Runden noch nie auf dem Konto. Der letzte Bremer mit so vielen Treffern nach sechs Spieltagen war Miroslav Klose. Noch häufiger hatte zu diesem Zeitpunkt im Werder-Trikot lediglich Rudi Völler getroffen, der 1985/86 bereits sieben Tore erzielt hatte.

Niclas Füllkrug (damals Dortmunder) und Philipp Tietz (damals Augsburger) beim letzten Aufeinandertreffen im Dezember 2023 bei einem Kopfballduell
Niclas Füllkrug (damals Dortmunder) und Philipp Tietz (damals Augsburger) beim letzten Aufeinandertreffen im Dezember 2023 bei einem Kopfballduell - IMAGO/Dennis Ewert/RHR-FOTO

Showdown am Samstag

Mit seiner aktuellen Quote von 3,2 Torschüssen pro Treffer spielt Füllkrug ganz vorne mit, wie ein Vergleich mit den Topstürmern der jüngeren Vergangenheit in ihren besten Spielzeiten zeigt: Erling Haaland kam 2020/21 auf eine Quote von 3,5 Torschüssen pro Tor und traf insgesamt 27-mal. Robert Lewandowski benötigte in derselben Saison für seinen Rekord von 41 Treffern durchschnittlich 3,4 Torschüsse pro Treffer.

Den Bestwert hält seit der vergangenen Spielzeit Harry Kane mit einer Quote von 3,1 bei 36 Toren. Füllkrug ist diesem Niveau also derzeit ganz nah. Trotzdem zeigte sich der Angreifer nach dem 2:2 gegen Paderborn alles andere als zufrieden: "Meine Tore sind mir nicht so wichtig. Ich bin enttäuscht, dass wir keine drei Punkte geholt haben."

Auch in dieser Hinsicht ist also eine gewisse Ähnlichkeit zwischen Tietz und Füllkrug erkennbar: Trotz ihrer starken Form bleiben die beiden kritisch. Am Samstag wird sich zeigen, wer seiner Mannschaft mit dieser Einstellung zum Sieg verhelfen kann – und wer der im November erneut anstehenden DFB-Kadernominierung womöglich einen entscheidenden Schritt näher kommt.

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