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Ein letztes Hurra: 18 Minuten spielt Mats Hummels gegen Juventus Turin
Ein letztes Hurra: 18 Minuten spielt Mats Hummels gegen Juventus Turin - © Christof Koepsel
Ein letztes Hurra: 18 Minuten spielt Mats Hummels gegen Juventus Turin - © Christof Koepsel
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Mats Hummels hat seine Karriere beendet

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Eine große Karriere ist am Sonntag zu Ende gegangen. Mats Hummels, der langjährige Verteidiger von Borussia Dortmund und dem FC Bayern München, hat seine letzte Partie absolviert!

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In der 18. Minute des Testspiels zwischen dem Dortmund und Juventus Turin erhob sich das gesamte Westfalenstadion: Mats Hummels wurde ausgewechselt. Dem Weltmeister von 2014 wurde noch einmal die ganz große BVB-Bühne geboten, der jahrelange Führungsspieler durfte die Schwarzgelben als Kapitän gegen den italienischen Rekordmeister aufs Feld führen.

"Ich war fast sauer, dass ich erst zur 18. Minute raus durfte. Ausgemacht waren 15 Minuten – ich war platt", scherzte der 36 Jahre alte nach der Partie und gab zu: "Ich war vor der Partie fast nervöser als vor einem Champions-League- oder WM-Finale."

Der langjährige Profi von Borussia Dortmund und FC Bayern München spielte zuletzt für die AS Rom in Italien. Jetzt ist Schluss. Wir blicken noch einmal zurück auf seine große Karriere.

Hand aufs Herz: Mats Hummels sagt seinen großen Lieben, dem BVB und dem Fußball, Adieu - Lars Baron

Wichtiger Hummels Treffer bei der WM 2014

Im Rückblick auf den goldenen WM-Sommer 2014 wird oft an das sagenhafte 7:1 im Halbfinale gegen Brasilien erinnert. Sehr präsent ist den Fans – naturgemäß – das Tor Mario Götzes in der Final-Verlängerung gegen Argentinien, das den vierten WM-Titel vollendete. Doch ein Tor, das beide Feiertage erst ermöglichte, war der wohl wichtigste Treffer in der Karriere von Mats Hummels und einer der unterbewertesten Momente auf dem Weg zum vierten Stern. 

Einige Tage vorher, am 4. Juli 2014, köpfte der Innenverteidiger in der zwölften Spielminute des WM-Viertelfinals gegen Frankreich eine Freistoßflanke von Toni Kroos in die Maschen, sprintete in Richtung Eckfahne, drehte sich um, schrie seine Freude hinaus, während seine Teamkollegen eine Traube um ihn bildeten. Gegen die junge und bereits sehr starke französische Nationalmannschaft, die sich mit mehr Erfahrung vier Jahre später den Titel sicherte, blieb es an jenem Tag das goldene Tor. Der Kicker wählte Hummels zum Mann des Tages und schrieb damals: "Sehr präsent und konsequent im Zweikampf, klärte zweimal in heikelster Situation gegen Benzema und erzielte das 1:0. Ein in der der Summe großartiger Auftritt."

Hummels wird emotional

Knapp elf Jahre später hat der Weltmeister-Verteidiger das Ende seiner Laufbahn in einem viereinhalbminütigen Video auf seinen Social-Media-Kanälen angekündigt. In diesem lässt er die wichtigsten Momente seiner Karriere, von Bewegtbildern untermalt, an sich vorbeiziehen. Den Tränen nahe sagt Hummels: "Wenn ich all diese Bilder nochmal sehe, merke ich, wie außergewöhnlich es war, das alles erfahren zu dürfen."

Fragen und Antworten – hier geht‘s zum Bundesliga-FAQ

Mats Hummels zählte zu den herausragendsten Innenverteidigern der Bundesliga-Geschichte. Seine Karriere begann beim FC Bayern München, doch seinen Durchbruch feierte er bei Borussia Dortmund. Mit dem BVB gewann Hummels zweimal die Deutsche Meisterschaft (2011 und 2012) sowie den DFB-Pokal 2012. Besonders legendär war die Saison 2010/11, als Dortmund unter Jürgen Klopp mit einer jungen, hungrigen Mannschaft überraschend den Titel holte – mit Hummels als Abwehrchef.

Letzte Station in Rom

Nach seinem Wechsel zurück zum FC Bayern München 2016 konnte Hummels weitere Erfolge feiern. Mit den Münchnern wurde er dreimal Deutscher Meister (2017, 2018, 2019) und gewann auch den DFB-Pokal 2019. Insgesamt hat er über 400 Bundesliga-Spiele bestritten und gehört damit zu den erfahrensten Spielern der Liga.

​Nach seinem Vertragsende bei Borussia Dortmund im Sommer 2024 wechselte Mats Hummels erstmals ins Ausland und unterschrieb am 4. September 2024 einen Einjahresvertrag bei der AS Rom. Dort verlief seine Zeit nicht so wie gewünscht, er erhielt wenig Spielzeit und stand hin und wieder in der Kritik, etwa als im Europa-League-Achtelfinal-Rückspiel gegen Athletic Bilbao nach einem Foul in der 11. Minute die Rote Karte sah und sein Team damit früh schwächte.

In Deutschland aber bleibt er unvergessen, ein Weltmeister-Held verließ am Sonntag, zumindest als Aktiver, die Fußballbühne. Doch vielleicht sehen wir ihn in den nächsten Jahren ja in anderer Funktion wieder...