Zusammenfassung

  • Mario Götze lief gegen Hertha und zuvor gegen Atletico von Beginn an auf
  • Der eigentliche Mittelfeldspieler blüht nun im Sturmzentrum auf
  • Götze: "Es kommt immer darauf an, wie man diese Rolle spielen lässt"

Dortmund - Zum ersten Mal in dieser Saison stand Mario Götze gegen Hertha BSC in der Bundesliga-Startelf von Borussia Dortmund. Zwar reichte es für die Borussia am Ende nur zu einem 2:2-Unentschieden, doch der 26-Jährige überzeugte dabei als ständiger Aktivposten im schwarz-gelben Offensivspiel.

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Erst am Mittwoch hatte Götze schon gegen Atletico Madrid 90 Minuten auf dem Platz gestanden. Jetzt schenkte Lucien Favre dem Mittelfeldspieler erneut das Vertrauen – und Götze präsentierte sich laufstark und kreativ. Vom Trainer gab es dafür nach der Partie ein Sonderlob: "Er bewegt sich richtig gut, er spürt Fußball. Er hat Lösungen für unser Spiel." Und Götze selbst erklärte im Interview, warum er sich sogar mit seiner neuen Rolle als "falsche Neun", als Mischung aus Spielmacher und Stürmer, gut anfreunden kann.

Frage: Mario Götze, am Ende ist es nur ein Zähler geworden gegen Hertha BSC – aber es war durchaus mehr drin für den BVB, oder?

Mario Götze: (lächelt) Das stimmt, da waren zwei Punkte mehr drin. Wenn man sich den Spielverlauf ansieht, wenn man überlegt, dass wir in der 90. Minute den Elfmeter gegen uns bekommen, dass wir vorher selbst noch richtig gute Torchancen hatten, dann können wir nicht zu 100 Prozent zufrieden sein. In den letzten Spielen waren wir sehr effizient und haben unsere Tore sehr schnell gemacht. Das hat dieses Mal nicht so geklappt und das müssen wir uns ein bisschen ankreiden.

"Wenn gefordert ist, dass ich vorne im Strafraum warte und dann die Kopfballtore mache, dann wird es schwierig" Mario Götze

Frage: Sie haben einen Treffer für Jadon Sancho aufgelegt. Hatten Sie erst überlegt, selbst abzuschließen?

Götze: Ich habe tatsächlich im ersten Moment überlegt, selbst zu schießen. Aber wir sind ja mit drei Spielern auf einen Herthaner zugelaufen, da war die Entscheidung dann relativ schnell gefallen, dass ich doch abspiele. Ich habe so gerade noch den letzten Moment für den Pass erwischt, alles andere wäre nicht mehr gegangen.

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Frage: Tempo und Umschaltspiel waren auch gegen Berlin wieder charakteristisch für das Dortmunder Spiel. Ist es das, was die Mannschaft so stark macht?

Götze: Es ist nicht nur das. Wie wir gemeinsam verteidigen, wie wir versuchen, gemeinsam die Torchancen herauszuspielen, das ist das große Plus momentan. Wir machen alles als Mannschaft gemeinsam und bringen dann im richtigen Moment natürlich auch das Tempo mit und kommen zum Torabschluss.

Frage: Sie selbst haben jetzt zweimal hintereinander erst gegen Atletico und nun gegen Hertha in der Startelf gestanden. Sie dürften persönlich also zufrieden sein?

Götze: Ich bin zufrieden, das stimmt. Und ich bin eigentlich auch mit unserem Spiel nicht unzufrieden. Man muss bedenken, dass Berlin ein sehr starker Gegner ist und defensiv mit einer Fünferkette agiert hat. Wir haben es trotzdem geschafft, gute und auch viele Möglichkeiten herauszuspielen. Wir haben eben nur die Tore dieses Mal nicht gemacht.

"Er bewegt sich richtig gut, er spürt Fußball. Er hat Lösungen für unser Spiel" Lucien Favre über Mario Götze

Frage: Sie haben wieder viele Laufwege gemacht, machen einen sehr fitten Eindruck.

Götze: (lacht) Dann habe ich’s ja geschafft, dann bin ich ja bei hundert Prozent. Nein, im Ernst: Ein bisschen was ist immer noch drin. Aber ich fühle mich momentan sehr, sehr gut.

Frage: Sie haben jetzt auch zum zweiten Mal auf der Position der sogenannten "falschen Neun" gespielt. Nicht unbedingt Ihre Lieblingsrolle – oder mittlerweile schon?

Götze: Es kommt immer darauf an, wie man diese Rolle spielen lässt. Wenn gefordert ist, dass ich vorne im Strafraum warte und dann die Kopfballtore mache, dann wird es schwierig. Aber so, wie wir es spielen, kann ich mich definitiv damit anfreunden. Wenn wir mit flüssigen Wechseln spielen, wenn die Impulse von außen kommen, wenn Marco von der Zehn kommt, wenn wir so die Tiefe erlaufen und Positionswechsel machen können, dann ist es eine super Sache.

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Frage: Schon am Mittwoch geht’s für den BVB weiter gegen Union Berlin. Gehen Sie diese Partie trotz des kleinen Rückschlags gegen Hertha wieder mit Optimismus an?

Götze: Es ist ein ganz anderer Wettbewerb, es ist ein Pokalspiel. Daher sind wir uns bewusst, dass es mindestens genauso schwer wird wie gegen die Hertha. Aber wir gehen diese Partie definitiv optimistisch an.

Aus Dortmund berichtet Dietmar Nolte