Hannover - In den letzten neun Spielen der Vorrunde gelang dem 1. FSV Mainz 05 kein Sieg. Gerade mal vier Punkte konnten die Rheinhessen aus den neun Partien holen, stürzten von Champions-League-Rang 3 auf den 12. Platz (Tabelle) ab.

Für Kasper Hjulmand kein Grund zur Panik. "Ich habe komplettes Vertrauen in unsere Spielweise", bekräftigte der 05-Trainer jetzt. Und seine Vertrauen wurde belohnt: Mit vier Punkten starteten die Mainzer in die Rückrunde - das nächste Erfolgserlebnis soll am Samstag gegen Hertha BSC folgen.

Frage: Herr Hjulmand, wie bewerten Sie das 1:1 in Hannover?

Kasper Hjulmand: Es war ein sehr intensives Spiel. Mit den ersten zehn Minuten war ich sehr zufrieden. Zwischen der zehnten und 20. Minute waren wir ganz schwach, haben uns dann wieder stabilisiert. In der zweiten Halbzeit waren wir richtig dominant.

Frage: Sie sagen selbst, dass Mainz in der zweiten Halbzeit die bessere Mannschaft war. Haben Sie einen Punkt gewonnen oder zwei verloren?

Hjulmand: Ich glaube, insgesamt geht das Unentschieden in Ordnung. Den Punkt können wir gut gebrauchen.

"Lasst den Ball laufen"

Frage: Die Mannschaft hat von Beginn an sehr hoch gestanden, Hannover bereits in deren eigener Hälfte attackiert. War das der Plan oder hat Hannover für Sie überraschend defensiv begonnen?

Hjulmand: Nein, das war der Plan. Wir wollten das Spiel offensiv angehen.

Frage: Was die ersten zehn Minuten ja auch gut geklappt hat. Können Sie den Einbruch danach erklären?

Hjulmand: Nein, das kann man nicht erklären. Das gibt es manchmal im Fußball.

Frage: Was haben Sie Ihren Spielern in der Pause gesagt?

Hjulmand: Ich habe der Mannschaft gesagt, spielt so wie wir trainieren. Die sind größer und körperlich robuster, also keine hohen Bälle. Lasst den Ball laufen. Unsere Stärke ist das Passspiel.

Frage: Sie haben mit der Raute gespielt. Ist das die Mainzer Grundausrichtung? Und welche Spielidee steckt genau dahinter?

Hjulmand: Ziel ist es, die Spielfeldmitte zu kontrollieren und bei Ballbesitz auf 4-3-3 umzuschalten, um im Angriff verschiedene Optionen zu haben.

Frage: Trotz der Negativserie mit neun sieglosen Spielen sind Sie Ihrer Taktik treu geblieben...

Hjulmand: Ich habe komplettes Vertrauen in unsere Spielweise. Es ist schwierig, gegen uns zu spielen.

Frage: Am Samstag kommt mit Hertha BSC ein Konkurrent im Kampf gegen den Abstieg nach Mainz. Mit einem Sieg könnten Sie sich in der Tabelle absetzen und bei der engen Tabellensituation sogar Anschluss an obere Regionen herstellen...

Hjulmand: Wir brauchen einen Sieg. Wenn wir gewinnen, gibt es eine große Belohnung in der Tabelle. Aber es ist im Moment nicht der Zeitpunkt, von vorderen Tabellenplätzen zu reden.

Aus Hannover berichtet Jürgen Blöh