Saint-Denis - Deutschland gegen Polen. Das ist nicht nur ein Duell um den Gruppensieg in der EM-Gruppe C, sondern auch ein Duell zweier Teamkollegen vom FC Bayern München, die auf ihrer Position zu den besten Spielern der Welt gehören: Stürmer Robert Lewandowski und Verteidiger Jerome Boateng.

Der Turnierstart ist für Deutschland wie für Polen geglückt. Beide gewannen ihre erste Partie bei der Europameisterschaft. Die deutsche Auswahl besiegte die Ukraine mit 2:0 (>>>Zum Spielbericht), den Polen gelang ein 1:0-Erfolg über Nordirland. Lewandowski und Boateng machten dabei sehr unterschiedliche Erfahrungen.

Der deutsche Abwehrchef stand im Mittelpunkt einer der kuriosesten Szenen im bisherigen Turnierverlauf und wurde im Nachhinein dafür gefeiert, wie er mit einer artistischen Aktion ein Eigentor kurz vor der Torlinie verhindern konnte.

© imago

Lewandowski war derweil im Spiel gegen Nordirland so gut wie gar nicht zu sehen. Die Nordiren wussten um die Gefahr, die vom Angreifer ausgeht. Daher standen Lewandowski gleich mehrere Gegenspieler auf den Füßen.

Diesen Respekt hat sich der 27-Jährige Stürmer hart erarbeitet. Seit Jahren trifft er in der Bundesliga am Fließband, in der abgelaufenen Saison hat er mit 30 Treffern seinen persönlichen Bestwert hingelegt. Lewandowski ist stark mit rechts, mit links und mit dem Kopf, er kann den Ball auch gegen mehrere Gegenspieler behaupten und lässt kaum eine Chance liegen.

Die Saison der Bayern im Video:

Lewandowski gehört inzwischen zu den besten Stürmern der Welt. Gut für Bundestrainer Joachim Löw, dass er ihm einen der besten Innenverteidiger der Welt gegenüber stellen kann. Jerome Boateng überzeugt mit gutem Zweikampfverhalten und Stellungsspiel in der Defensive sowie mit herausragenden langen Bällen im Spielaufbau. Von den 66 Bundesliga-Spielern bei der EM hat er in der vergangenen Saison im Schnitt die meisten Zweikämpfe gewonnen. 71,56 Prozent aller Duelle entschied er für sich. (>>>INFOGRAFIK: Bundesliga-Bestwerte bei der EM)

Boateng hat sich stetig gesteigert

Seit seinem Wechsel zu den Bayern im Jahr 2011 hat sich Boateng stetig gesteigert. Diese Entwicklung zum Weltklassespieler erklärte er vor Kurzem im Interview mit bundesliga.de so: "Ich versuche, auf dem Rasen in allen Situationen ruhiger zu bleiben und so besser nach Lösungen suchen zu können. Ich habe mein Spiel oft genau angeschaut, um mich zu verbessern."

Das höchstmögliche Niveau haben die Teamkollegen Lewandowski und Boateng inzwischen längst erreicht. Wer behält im direkten Duell die Oberhand? Am Donnerstag ab 21 Uhr fällt die Entscheidung.