Leon Goretzka glänzte bei der TSG Hoffenheim für den FC Bayern in neuer Rolle - © Alexander Hassenstein/Bundesliga/DFL via Getty Images
Leon Goretzka glänzte bei der TSG Hoffenheim für den FC Bayern in neuer Rolle - © Alexander Hassenstein/Bundesliga/DFL via Getty Images
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Leon Goretzka: Die Allzweckwaffe des FC Bayern München

Köln - Die Frage, wer beim FC Bayern München zum Rückrundenstart hinter Robert Lewandowski auf der "Zehn" spielen würde, wurde im Vorfeld der Partie bei der TSG Hoffenheim heiß diskutiert. Schließlich hatte Niko Kovac die Qual der Wahl zwischen Thomas Müller, James Rodriguez und Thiago, die in der Hinrunde allesamt schon in der Spielmacherrolle überzeugen konnten. Umso überraschender war, dass Kovacs Antwort am Freitagabend Leon Goretzka lautete. Der Neuzugang vom FC Schalke 04 wurde erstmals im Bayern-Trikot offensiv so richtig von der Leine gelassen und rechtfertigte das Vertrauen prompt mit seinem ersten Bundesliga-Doppelpack.

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Schon in der Hinrunde war Goretzka ein fester Bestandteil des Münchner Teams und absolvierte 14 Partien (elf davon in der Startelf). Hinter Thiago bringt es der 23-jährige Nationalspieler bislang auf die meisten Bundesliga-Einsatzminuten unter den Mittelfeldspielern des FC Bayern (1027 von 1620 möglichen). Dabei stellte er eindrucksvoll seine Vielseitigkeit unter Beweis, denn in 2018 lief er für die Münchner schon als Links- und Rechtsverteidiger auf, agierte im linken Mittelfeld oder als Achter, bevor er ab November regelmäßig auf der Doppelsechs zum Einsatz kam.

Goretzka ist "Mister 1:0"

Auf der Zehn zeigte er nun seine bislang auffälligste Partie für den Rekordmeister. In Hoffenheim feuerte er nicht nur die meisten Torschüsse aller Akteure ab (sechs), sondern erzielte auch seine Saisontore drei und vier. Bei einem weiteren Treffer würde er seinen persönlichen Saisonrekord bereits einstellen. Drei Mal brachte er die Münchner dabei mit 1:0 in Führung. Das ist gemeinsam mit Robert Lewandowski der beste Wert beim FCB.

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"Manchmal trifft man als Trainer gar nicht so schlechte Entscheidungen", sagte Niko Kovac mit einem Lächeln nach dem gelungenen Auftakt in Sinsheim. Auch Leon Goretzka konnte seine Freude nicht verbergen. "Das ist eine Position, die mir Spaß macht", erklärte der dynamische Techniker nach der Partie, stellte aber auch direkt klar: "Aber ich habe auch kein Problem, wieder ein bisschen defensiver zu spielen."

In Hoffenheim zeigte Leon Goretzka seine Qualitäten im Abschluss - imago/Jan Huebner

Bayern nur schwer auszurechnen

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Für Kovac war es mit Hinblick auf die kommenden Wochen mit Titelkampf in der Bundesliga, dem Achtelfinale im DFB-Pokal sowie dem Duell mit dem FC Liverpool in der Champions League eine wichtige Erkenntnis, dass Goretzka auf vielen Position Topleistung abrufen kann. Die Münchner werden für den Gegner so extrem schwer ausrechenbar, denn der Spielberichtsbogen dürfte künftig nur bedingt Auskunft über die genaue taktische Ausrichtung geben. Und der Name Leon Goretzka wird auch in Zukunft ziemlich häufig in der Startformation auftauchen.

Florian Reinecke