Die drei Matchwinner für ihre Teams: Alassane Plea, Axel Witsel und Leon Goretzka sorgten für die Siege - © DFL Deutsche Fußball Liga
Die drei Matchwinner für ihre Teams: Alassane Plea, Axel Witsel und Leon Goretzka sorgten für die Siege - © DFL Deutsche Fußball Liga
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Dortmund, Bayern und Gladbach: Der Auftakt des Spitzentrios in der Analyse

Köln - Die Bayern legten vor - doch Dortmund und Gladbach gaben sich ebenfalls keine Blöße und zogen gleich nach. Das Spitzentrio der Bundesliga ist perfekt in die Rückrunde gestartet. Alle drei Topteams feierten zum Start ins neue Jahr einen Auswärtssieg - und das bei richtig starken Gegnern.

Es ist spannend an der Tabellenspitze der Bundesliga. Erstmals seit acht Jahren sind nicht die Bayern als Herbstmeister in die Rückrunde gestartet. Stattdessen lag der Rekordmeister vor dem 18. Spieltag sechs Punkte hinter der Dortmunder Borussia, Mönchengladbach folgte mit weiteren drei Punkten Rückstand. Klar, dass die Münchner im neuen Jahr angreifen und die Distanz zu den Schwarz-Gelben möglichst schnell verkürzen wollten. Ihre eigenen Hausaufgaben haben die Bayern beim 3:1 bei der TSG 1899 Hoffenheim gemacht. Doch der BVB entledigte sich der schweren Hürde RB Leipzig ebenso mit 1:0. Und auch Gladbach hielt sich beim 1:0 bei Bayer 04 Leverkusen schadlos. Wir haben die Auftaktpartien des Spitzentrios genauer analysiert.

Kaum im Zweikampf zu bezwingen war Julian Weigl als Innenverteidiger - arina Hessland-Wissel/Bongarts/Getty Images

Borussia Dortmund

Die Ausgangslage der Dortmunder vor dem Rückrundenauftakt schien alles andere als leicht. Mit Leipzig ein bärenstarker Gegner, der bis dahin daheim ungeschlagen war, Druck durch den Sieg der  Bayern und dann auch noch der Ausfall von Kapitän Marco Reus. Und doch hielten sich die Borussen schadlos. Das 1:0 war bereits der 14. Sieg des BVB in dieser Saison. Nur vier Mal in der Geschichte der Bundesliga hatte eine Mannschaft zu diesem Zeitpunkt eine noch bessere Bilanz. Mit der Punkteausbeute der Mannschaft von Coach Lucien Favre zu diesem Zeitpunkt wurde bisher jedes Team Deutscher Meister.

Vorne in der Spitze konnten die Dortmunder den Ausfall ihres Kapitäns indes nicht wirklich kompensieren. Maximilian Philipp und Mario Götze kamen zusammen auf einen Torschuss und selbst Edel-Joker Paco Alcacer blieb erstmals in der Bundesliga als Einwechselspieler ohne Torerfolg. Dafür zeigte sich Axel Witsel als Denker und Lenker seines Teams und letztlich auch als Torschütze. Der Belgier war 75 Mal am Ball und gewann 57 Prozent seiner Zweikämpfe. Hinzu kam die starke Leistung von Aushilfs-Innenverteidiger Julian Weigl, der auf ungewohnter Position 60 Prozent seiner Duelle Mann-gegen-Mann für sich entschied. Wenn die Dortmunder weiterhin auch in so schwieriger Situation gewinnen, geht kein Weg an ihnen im Ringen um den Meistertitel vorbei.

Leon Goretzka brachte den FC Bayern in Sinsheim auf die Siegerstraße - imago/Nordphoto

FC Bayern München

Die zwischenzeitliche Schwächephase der Bayern ist endgültig vorbei. Das 3:1 bei der TSG Hoffenheim war bereits der sechste Sieg in Folge, nachdem sie in den acht Partien davor nur zwei Dreier hatten feiern können. Die jüngste Siegesserie bedeutet für Trainer Niko Kovac einen persönlichen Rekord. Und die Münchner bestachen in Sinsheim durch Spielfreude, mannschaftliche Geschlossenheit und großen Einsatzwillen: Die Bayern legten 118,7 Kilometer zurück und bestritten 219 Zweikämpfe (beides sehr hohe Werte für den FCB), von denen die Münchner 55 Prozent gewannen.

Der herausragende Akteur war Leon Goretzka. Der als Zehner aufgebotene 23-Jährige gab die meisten Torschüsse ab (sechs) und schnürte seinen ersten Bundesliga-Doppelpack. Ebenfalls erfolgreich war Robert Lewandowski, der mit seinem einzigen Torschuss nach der Pause sein achtes Auswärts-Tor markierte. In der Fremde ist der Pole mit acht Treffern Ligaspitze (gemeinsam mit Alassane Plea). Besonders in der ersten Halbzeit machte das Kovac-Team deutlich, dass es die Jägerrolle angenommen hat und vollends gewillt ist, den BVB noch abzufangen.

Yann Sommer war in Leverkusen trotz zahlreicher Versuche nicht zu bezwingen - imago/Team 2

Borussia Mönchengladbach

Mönchengladbach hat nach 18 Spieltagen 36 Punkte auf dem Konto, so viele waren es im Zeitalter der Drei-Punkte-Regel zuvor erst einmal - vor sieben Jahren, als die Fohlen am Saisonende Vierter wurden. Das Team von Coach Dieter Hecking blieb dem Führungsduo mit seinem Sieg in Leverkusen auf den Fersen. Zu verdanken hatten die Borussen das vor allem ihrer Hintermannschaft. Keeper Yann Sommer hielt alle zehn Torschüsse auf sein Tor. Der Schweizer stellte damit seinen persönlichen Rekord für ein Bundesliga-Spiel ein. Und auch die Innenverteidigung präsentierte sich in guter Form. Matthias Ginter (62 Prozent gewonnene Zweikämpfe) und Nico Elvedi (80 Prozent) räumten fast alles ab, was es abzuräumen gab. Beide leisteten sich dabei nur je ein Foul am Gegenspieler.

Und dann war da natürlich noch Stürmer Alassane Plea. Der Franzose gab als einziger Spieler seines Teams mehr als einen Torschuss ab (drei) und erzielte seinen achten Auswärtstreffer der laufenden Saison. Jetzt dürfen die Fohlen als nächstes wieder zuhause antreten, wenn am Samstag der FC Augsburg zu Gast ist. Und daheim ist die Borussia bisher überragend, hat alle acht Spiele gewonnen. In der Rückrunde dürfen die Gladbacher sogar neun Mal im Borussia Park antreten. Da können sie sicherlich noch Boden gut machen.

Von Tobias Schild