Zusammenfassung

  • Leon Bailey war die Überraschung bei Bayer 04 Leverkusen.

  • Er zählte in seiner Altersklasse zu den Top-Scorern aus Europa.

  • Durch seine Spielweise ist er ein gefährlicher Außenbahndribbler.

Köln - Dass ein 20-jähriger Jamaikaner in der vergangenen Saison so einschlagen würde, hätte vor dem ersten Spieltag wohl niemand gedacht. Leon Bailey von Bayer 04 Leverkusen entwickelte sich zum absoluten Top-Spieler der Werkself und überzeugte auf ganzer Linie. In seinen Spielen steht der schnelle Linksaußen vor allem für Tempodribblings und Torschüsse. Jetzt hat der Shootingstar der vergangenen Saison seinen Vertrag bei der Werkself bis 2023 verlängert und wird auch in Zukunft eine tragende Säule des Leverkusener Spiels bleiben.

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„Er ist ein außergewöhnlich schneller, sehr trickreicher Spieler, der unserer Offensive zusätzlichen Schwung verleiht. Wir sind sicher, dass Leon Bailey auf Sicht ein großer Gewinn für uns sein wird.“ Mit diesen Worten stellte Sportdirektor Rudi Völler im Januar 2017 den Neuzugang der Werkself vor. Und seine Worte sollten Recht behalten: Neun Tore, sieben Torvorlagen und 75 Schüsse auf das Tor in der Saison 2017/18. Mit Leon Bailey hatte Bayer 04 das richtige Händchen.

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Karibisches Temperament in der Bundesliga

Egal ob Hackentore, Tempodribblings oder Kunstschüsse aus der Distanz: Leon Bailey ist immer für eine Überraschung gut und reißt die Fans in den Stadien der Bundesliga mit. Damit bringt er aber auch viele seiner Gegenspieler immer wieder zur Verzweiflung: "Wenn Leon im Sprinttraining abgeht, ist das eine andere Sportart", sagt Bayer-Teamkollege Kevin Volland. Und Lars Bender staunt: "Wir laufen alle so schnell wie wir können, aber er läuft noch schneller. Leon ist extrem explodiert in diesem Jahr." Diese Fähigkeiten waren die Versicherung für die Qualifikation nach Europa, die Leverkusen in diesem Jahr wieder erreicht hat.

Traumtor: Beim 4:1 gegen die TSG Hoffenheim traf Bailey mit der Hacke
Traumtor: Beim 4:1 gegen die TSG Hoffenheim traf Bailey mit der Hacke © imago / Michael Weber

Teamplayer trotz Hype

Bei allen Spielern unter 21 Jahren aus den Top-Ligen Europas konnte nur Kylian Mbappé von Paris Saint-Germain mehr Scorerpunkte sammeln (21), als Leon Bailey (16). Der Senkrechtstarter der Werkself wird oft schon als Weltstar gehandelt. Sein Trainer Heiko Herrlich sieht den jungen Jamaikaner aber keineswegs als abgehoben: "Er hat ein paar Tore geschossen, die so spektakulär waren, dass man ihm bereits Weltklasse attestiert hat. Er ist 20 Jahre alt - wie soll er mit so einem Prädikat umgehen? Es ist nicht einfach, mit dem Hype umzugehen, aber er hat ihn sich hart erarbeitet," erklärt er.

Zudem ist Bailey für ihn jemand, der voll für das Team da ist und sich unterordnet: "Ich habe das Gefühl, dass er geerdet ist und weiß, worauf es ankommt. Leon ist sich bewusst, dass die positiven Schlagzeilen ihn nicht zu einem besseren Spieler machen“, so Herrlich. Er ist ein absoluter Teamplayer und sich nicht zu schade, wie andere auch nach dem Training die Hütchen einzusammeln. Das ist zwar nicht der entscheidende Gradmesser, aber auch dort ordnet er sich dem Teamgedanken unter.“

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