Köln - Mit einem Sieg oder Unentschieden gegen den AS Monaco kann Bayer 04 Leverkusen vorzeitig den Einzug in das Achtelfinale der Champions League perfekt machen. Die Ausgangslage könnte also kaum besser sein: Mit einem Sieg könnte die Werkself sogar den Gruppensieg perfekt machen (ab 20:30 Uhr im Live-Ticker auf bundesliga.de).

"Wichtig ist, dass wir uns für die nächste Runde qualifizieren, der Gruppensieg wäre das i-Tüpfelchen", sagte Bayer-Sportchef Rudi Völler, der von seinen Spielern fordert, die nächsten brisanten Punktspiele gegen den 1. FC Köln und bei Rekordmeister Bayern München zunächst mal hinten anzustellen.

Schmidt: "Als Erster in die K.o.-Runde"

So ganz klappt das aber nicht. "Das kann eine schöne Woche werden", sagte Bernd Leno mit Blick auf die nächsten beiden Aufgaben. Der U21-Nationaltorwart will aber ebenso wie sein Coach und Sportdirektor einen Schritt nach dem anderen machen. "Der Gruppensieg wäre eine Riesenerfolg für uns, der uns auch für die Meisterschaft Rückendeckung geben würde", sagt der Keeper und unterstrich damit die Bedeutung der Partie am Mittwoch.

Die Elf von Trainer Roger Schmidt kann nach dem 3:1-Erfolg in der Bundesliga bei Hannover 96 mit viel Rückenwind die Aufgabe in der Königsklasse angehen. Die Leverkusener könnten bereits durch ein Unentschieden im Spiel um 18 Uhr zwischen Zenit St. Petersburg und Benfica Lissabon in das Achtelfinale einziehen. Dennoch setzt die Werkself alles auf einen Sieg: "Unser Ziel ist es zu gewinnen, damit wir selber entschieden haben, als Erster in die K.o.-Runde einzuziehen", äußerte sich Roger Schmidt bei der Pressekonferenz vor der Partie.

Dass Monaco zum Auftakt der Gruppenphase Leverkusen mit 1:0 einen Fehlstart bereitet hatte, ist bei Bayer aber nicht vergessen. "Das wird ein schwieriges Spiel. Wir haben beim Hinspiel gesehen, dass Monaco ein unangenehmer Gegner ist. Uns ist aber bewusst, dass wir Gruppensieger werden und etwas Großes erreichen können. Das ist für uns Ansporn genug", sagte Stefan Kießling. Der Bayer-Torjäger hatte rechtzeitig vor den Wochen der Wahrheit am vergangenen Samstag mit seinem Führungstreffer beim 3:1 seiner Mannschaft bei Hannover 96 seine persönliche Krise nach 859 Minuten ohne Torerfolg beendet.

AS Monaco: Namenhafter Gegner

Vom Niemandsland der zweiten Liga in die Königsklasse, und das in nicht mal drei Jahren - der AS Monaco hat eine furiose Entwicklung genommen. Nun träumt man im Fürstentum vom Achtelfinale. Monaco steht derzeit auf Platz 2 der Gruppe C und will wie die Werkself ins Achtelfinale einziehen. 

Dabei bildet das Mittelfeld-Dreieck um Abräumer Jeremy Toulalan, den filigranen Arbeiter Geoffrey Kondogbia und Antreiber Joao Moutinho das Herzstück des Teams. In der Abwehr ist der 36-jährige Ricardo Carvalho noch immer eine Bank. 2004 gewann er mit dem FC Porto die Königsklasse, spielte danach für Chelsea und Real Madrid und stand in all der Zeit bereits 84 Mal in der Champions League auf dem Rasen. Und vorne? Da mangelt es ebenfalls nicht an Erfahrung - zumal Dimitar Berbatov rechtzeitig wieder fit ist.

Rückkehrer auf beiden Seiten

Dass der Ex-Leverkusener Dimitar Berbatow, der im Hinspiel den Siegtreffer von Monaco vorbereitet und damit Leverkusens bislang einzige Niederlage in der Gruppe C eingeleitet hatte, rechtzeitig für das Gastspiel in seiner alten Heimat wieder fit ist, bereitet Leverkusen keine Kopfschmerzen.

Vielmehr freut Schmidt, dass er gegen den Tabellenachten der Ligue 1 wieder über mehr Alternativen verfügt. Der brasilianische Außenverteidiger Wendell steht nach seiner abgelaufenen Sperre ebenso wieder zur Verfügung wie die Mittelfeldroutiniers Simon Rolfes und Gonzalo Castro, die nach langen Verletzungspausen am Wochenende in Hannover ihr Comeback gefeiert hatten.