Köln - Der 1. FC Köln bleibt auch im Jahr 2015 seiner Linie treu. Auswärts trumpft der Aufsteiger groß auf, daheim tut er sich äußerst schwer. Gegen den VfB Stuttgart reichte es zu einem mühsamen 0:0-Unentschieden vor heimischer Kulisse. Damit halten die Domstädter die Konkurrenz aber immerhin auf Distanz, der Vorsprung auf den Relegationsplatz beträgt weiterhin fünf Punkte.

Seit fünf Heimspielen wartet der Aufsteiger allerdings auf einen Dreier, überhaupt gab es nur einen einzigen Sieg vor eigenem Publikum zu feiern. Gegen Borussia Dortmund im Oktober mit 2:1. Auswärts liefert Köln ein überzeugendes Spiel nach dem anderen ab wie zuletzt beim 2:0 in Hamburg.

16 Punkte fuhr der FC in der Fremde ein und schoss dabei 15 Tore (Auswärtstabelle). Im eigenen Stadion ermauerten die Kölner sieben Punkte, vier magere Treffer gelangen. "Unsere Heimspiele sind nicht zu vergleichen mit den Auswärtsauftritten. Das ist komisch. Aber Vergleiche bringen nichts", rätselt Matthias Lehmann über die Heimschwäche.

"Mit aller Macht gewinnen"

Ein Sieg und vier torlose Remis sind bislang die zählbare Ausbeute im RheinEnergieStadion. Das soll sich aber nun endlich ändern. Am Samstag empfängt der 1. FC Köln den Mitaufsteiger aus Paderborn, der zum Rückrundenstart völlig außer Form geraten ist. Seit neun Spielen warten die Ostwestfalen auf ein Erfolgserlebnis, die ersten beiden Partien im neuen Jahr endeten mit heftigen Klatschen in Mainz (0:5) und gegen den Hamburger SV (0:3).

"Gegen Paderborn müssen wir mit aller Macht versuchen, das Spiel zu gewinnen", fordert Matthias Lehmann daher. Es wäre schön, wenn den Worten auch Taten folgen würden. Denn gegen Stuttgart war von einem unbedingten Siegeswillen auf Kölner Seite nicht viel zu sehen. "Das Unentschieden geht in Ordnung. Es war ein Spiel, in dem beide Mannschaften gefühlt nicht das letzte Risiko gegangen sind", umschrieb FC-Trainer Peter Stöger die halbherzigen Angriffsbemühungen seiner Elf noch einigermaßen freundlich.

Horn verteidigt Eichhörnchen-Taktik

Er hätte auch sagen können, dass seine Mannschaft 75 Minuten lang offensiv praktisch nicht stattfand und erst durch die Einwechslung von Bard Finne etwas Bewegung ins Spiel kam. Es reichte zu zwei passablen Einschussmöglichkeiten, mehr aber auch nicht.

"Manchmal ist es so, dass es spielerisch nicht so läuft. Es gibt solche Tage. Es war daher sehr wichtig, zu null zu spielen und den Punkt dann mitzunehmen", verteidigte FC-Keeper Timo Horn die Devise "ein Punkt ist besser als kein Punkt". Doch im eigenen Stadion spielt die Geißbockelf leider nicht nur "manchmal" so, sondern in dieser Saison permanent.

Gegen Paderborn könnte es wieder eine zähe Kiste werden, dürften die angeschlagenen Gäste ihr Heil doch eher in einer defensiven Ausrichtung suchen und dem FC die Spielgestaltung überlassen. Damit tut sich die Geißbockelf bekanntermaßen schwer, ganz egal in welcher personellen Besetzung das Mittelfeld versucht, Struktur ins eigene Spiel zu bekommen.

Drei Punkte für mehr Ruhe

Neben den gesetzten Matthias Lehmann und Kevin Vogt probierte FC-Coach Peter Stöger mit Yannick Gerhardt, Daniel Halfar oder Adam Matuschyk einige Kandidaten aus, von denen sich keiner dauerhaft empfehlen konnte. "Gegen Paderborn wird es ein ähnliches Spiel wie gegen Stuttgart geben", ahnt Timo Horn. "Wir müssen Geduld an den Tag legen, hinten gut zu stehen, die Null halten und vorne durchschlagskräftiger werden. Ich bin guter Dinge, dass wir es am Samstag packen."

Gelingt den Kölnern gegen Paderborn der ersehnte zweite Heimsieg, können sie vor den kommenden Aufgaben ein wenig durchschnaufen. Die Auswärtsspiele in Mönchengladbach und München haben es in sich, zuhause geht es gegen Hannover und Frankfurt. In der Hinrunde holte der Effzeh in diesen vier Partien nur einen Punkt. Ein Punktepolster wäre also sicher nicht schlecht ...

Aus Köln berichtet Tobias Gonscherowski