Anzeige
bundesliga

Alles auf die rote 13: Köln setzt im Rheinderby auf El Mala

xwhatsappmailcopy-link

Das Duell zwischen dem 1. FC Köln und Borussia Mönchengladbach elektrisiert seit Jahrzehnten das Rheinland. Ein Sieg im 100. Rheinderby wäre für beide Mannschaften von enormer Wichtigkeit: Gladbach könnte sich weiter von den "Geißböcken" sowie den anderen Abstiegskandidaten absetzen, der FC braucht unterdessen mal wieder ein Erfolgserlebnis im Kampf um den Klassenerhalt. Die Hoffnungen der Gastgeber ruhen dabei einmal wieder auf Saïd El Mala.

Seit mittlerweile eineinhalb Monaten wartet der 1. FC Köln auf einen Sieg in der Bundesliga. Nach dem 1:0-Erfolg über den VfL Wolfsburg Ende Januar fuhren die Geißböcke nur zwei der möglichen 18 Punkte ein. Nur eben jene "Wölfe" und der 1. FC Heidenheim punkteten in diesem Zeitraum noch seltener. Und so kommt es, dass die "Geißböcke" trotz eigentlich guter fußballerischer Darbietungen immer tiefer im Abstiegssumpf versinken. 

Einen Punkt Vorsprung haben die Kölner noch vor den auf Relegationsplatz 16 rangierenden St. Paulianern, einen Turnaround kann die Mannschaft von Lukas Kwasniok dringend gebrauchen. Was eignet sich da besser für einen Befreiungsschlag als ein Derby gegen den größten Rivalen, der gleichzeitig ein Konkurrenten im Abstiegskampf ist? 

Offensiv zu harmlos

Zum gleichen Zeitpunkt in der Hinrunde stand Köln auf Platz sieben und hatte ein Polster von acht Punkten auf den Relegationsplatz, den zu diesem Zeitpunkt Borussia Mönchengladbach innehatte. Da in 17 Spielen für Köln nur noch zwei Siege dazukamen, ist dieses Polster auf Rang 16 jetzt quasi aufgebraucht und Gladbach inzwischen am Konkurrenten vorbeigezogen. So "liegt es in der Natur der Sache, dass wir wieder Fußballspiele gewinnen müssen", hatte Sport-Geschäftsführer Thomas Kessler nach dem Remis im Volksparkstadion verlautbaren lassen und damit den Druck auf Spieler und Trainer weiter erhöht. 

Die Leistungen auf dem Platz sind durchaus ansprechend, in den letzten Wochen trifft Köln aber zu selten. So war man auch in Hamburg "die bessere Mannschaft", wie Hoffnungsträger Saïd El Mala empfand, "im letzten Drittel aber nicht so gefährlich und ein bisschen unsauber". Sinnbildlich für die ausbaufähige Kölner Torgefahr aus dem Spiel heraus fiel der Treffer gegen den HSV nach einer Ecke. 

El Mala jubelt über seinen Treffer gegen den HSV - IMAGO/Eibner-Pressefoto/Marcel von Fehrn

Bangen um Lebensversicherung El Mala

El Mala köpfte am zweiten Pfosten ein und Kwasniok durfte sich über ein "einfaches Tor" freuen, das den Domstädtern zuletzt zu selten gelungen war. Es war das fünfte Mal in dieser Saison, das Lebensversicherung El Mala die Kölner vor einer Niederlage bewahrte. Außerdem erzielte er gegen Hoffenheim am 6. Spieltag den 1:0-Siegtreffer und traf beim Remis gegen St. Pauli zur Führung. Zu acht Punkten haben alleine sieben seiner inzwischen neun Saisontore geführt, ohne den Shootingstar sähe es noch düsterer aus für die Kölner. 

Doch die Alarmglocken rund um das Geißbockheim waren unter der Woche noch etwas schriller zu vernehmen: Ein Einsatz des 19 Jahre alten Shootingstar im Derby gegen Gladbach steht auf der Kippe, verpasste El Mala am Mittwoch doch das Teamtraining erkrankt. Auch Kölns zweitbester Torschütze, Jakub Kamiński, fehlte im Training, er laboriert an einem Schlag, den er auf den Fuß bekommen hatte. Die Hoffnungen in der Domstadt ruhen auf einer schnellen Rückkehr der beiden Offensiven. 

Platzt bei den Fohlen der offensive Knoten?

Und bei Gladbach? Da ruhen die Hoffnungen auf Torjäger Haris Tabaković. Bereits im Hinspiel war er die prägende Figur bei den Fohlen: Zunächst verschoss der Bosnier einen Strafstoß, ehe er nach der anschließenden Ecke den Führungstreffer vorbereitete und das entscheidende 3:0 selbst erzielte. Zuletzt stockte es bei Tabakovićund der Offensive der Borussia jedoch ein wenig. In der Rückrunde traf Tabaković bislang erst zwei Mal, Gladbach erzielte lediglich sieben Treffer, kein anderes Team im Oberhaus traf seltener.

Hoffnung macht, dass sich die "Fohlen" beim 2:0 gegen St. Pauli etwas Luft nach unten verschafften und dabei zumindest Franck Honorat und Kevin Stöger zuletzt mit ihren jeweils ersten Saisontreffern ihre Torlos-Serien beendeten. Wenn es vorne nicht läuft, kann man sich bei der Borussia zumindest auf die stabile Defensive verlassen. Moritz Nicolas und seine Vorderleute spielten in dieser Saison bereits zehn Mal zu Null, nur die andere Borussia aus Dortmund übertrifft diesen Wert. 

Tabakovic und Honorat konnten zuletzt wieder gemeinsam jubeln - IMAGO/Noah Wedel

Eine neue, alte, Hoffnung

Vor dem 100. Rheinderby in der Bundesliga liegt der Fokus auf den beiden Offensivreihen, gerade in Köln hofft man auf mehr Durchschlagskraft, um endlich einen Befreiungsschlag zu landen. Die Leistungen zuletzt geben den "Geißböcken" Mut, nun soll das ausgerechnet gegen den Erzrivalen auch in Punkte umgemünzt werden. 

"Ich habe eine Mannschaft gesehen, bei der ich die absolute Überzeugung habe, dass sie alles in die Waagschale werfen wird, um drei Punkte zu behalten", verkündete Thomas Kessler nach dem Punktgewinn beim Hamburger SV im Hinblick auf das Duell mit Mönchengladbach. Ob die Kölner Lebensversicherung El Mala dabei überhaupt seine Füße im Spiel haben kann, muss sich indes noch zeigen.