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Bayer Leverkusens Rekord-Teenager Kai Havertz mischt die Bundesliga auf

Köln – Die Lobeshymnen sind immens: Ein „Jahrhunderttalent“ sei er, sagten unisono Fußballlegenden wie Rudi Völler und Lothar Matthäus. Er habe das Zeug zum Weltstar, attestierte ihm Mannschaftskollege Julian Brandt. Vergleiche mit Idolen wie Michael Ballack werden angestrengt. Die Rede ist von Kai Havertz, der im Alter von zarten 19 Jahren Bayer 04 Leverkusen in einem furiosen Saisonfinale zurück in die Champions League geführt hat.

17 Treffer erzielte das Eigengewächs der „Werkself“ in dieser Saison – so viele wie kein anderer Spieler bei den Rheinländern. So viele wie kein Teenager zuvor in der Bundesliga. Allein diese Zahl spricht dafür, welch starke Saison Havertz 2018/19 absolvierte. Über welche herausragende Qualitäten der Leverkusener Youngster verfügt, darüber dürfte spätestens seit dem Saisonfinale der Bundesliga keinerlei Zweifel mehr bestehen. In jedem der drei Partien im Mai traf der 19-Jährige exakt einmal, in jedem Spiel war es das enorm wichtige 1:0 für die Werkself. Der Nationalspieler zeichnete in der gesamten Spielzeit sogar für neun Auftakttreffer verantwortlich, mehr als jeder andere Bundesliga-Akteur. Seine Saison krönte er, indem er sich sowohl im April als auch im Mai den Titel "Spieler des Monats" sicherte.

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Doch das Eigengewächs der Rheinländer überzeugt beileibe nicht nur vor dem gegnerischen Kasten: Im Offensivspiel der Leverkusener ist der Shootingstar Antreiber und Vollstrecker in Person – auch deshalb werden immer wieder Vergleiche zum einstigen Bayer-Star Michael Ballack gezogen. Eine gewisse Ruhe am Ball attestiert sich Havertz – dazu seien Spielintelligenz und –übersicht seine Stärken. So ist es immer wieder der jüngste Bayer-Akteur auf dem Platz, der die Verantwortung in wichtigen Situationen übernimmt. Havertz ist beispielsweise der Elfmeterschütze der Wahl bei der Werkself. Dreimal trat der 19-Jährige vom Punkt an – dreimal verwandelte er souverän. „Wenn man so jung ist, so gut spielt und dann auch noch so ruhig beim Elfmeter ist, das ist schon besonders“, schwärmte auch Bayer-Coach Peter Bosz von seinem Schützling.

Mit 17 Treffern führt Kai Havertz Bayer 04 Leverkusen zurück in die Champions League - Lukas Schulze/Bundesliga/DFL

Insgesamt ist der gebürtige Aachener, der 2010 von der Alemannia nach Leverkusen wechselte, aus dem Team der Rheinländer nicht mehr wegzudenken. In allen 34 Partien kam Havertz zum Einsatz, nur ein einziges Mal stand er nicht in der Startelf. Besonders im Schlussspurt der Saison drehte der Mittelfeld-Allrounder, der unter Bosz sowohl neben Brandt auf der Acht als auch auf der rechten Außenbahn agierte, so richtig auf: Sieben Tore in den letzten sieben Saisonspielen sprechen eine deutliche Sprache – ohne Havertz wären die Europapokal-Träume der Leverkusener vermutlich nicht in Erfüllung gegangen. „Wir wissen alle, dass er ein außergewöhnlich talentierter Spieler ist – auch wenn er noch viel lernen muss“, betont sein Coach das enorme Potenzial des 19-Jährigen, der bereits jetzt zu den größten Stars der Bundesliga gehört.

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„Ich habe mir viel von Özil abgeschaut“, erklärt Havertz – und könnte vom Leistungsvermögen durchaus in dessen Fußstapfen treten. Das Gefühl für den Raum, für die gefährlichen Situationen: Das hat der Leverkusener mit dem Weltmeister von 2014 durchaus gemein, wie auch schon Bundestrainer Joachim Löw, der große Stücke auf den Shootingstar der „Werkself“ hält, anmerkte. Doch Havertz vereint derzeit den feinen Fuß des mittlerweile beim FC Arsenal agierenden Spielmachers mit der kaum zu bremsenden Torgefahr eines Michael Ballacks. Qualitäten, die er in der abgelaufenen Saison oft genug nachgewiesen hat. Qualitäten, die ihn zu einem der großen Lichtblicke in der vergangenen Spielzeit gemacht haben. Qualitäten, die ihn auch in Zukunft zu den spektakulärsten Talenten im europäischen Fußball machen werden.