Zusammenfassung

  • Shinji Kagawa trifft gegen Freiburg und ist jetzt zweitbester Scorer des BVB

  • Der Japaner hat sich unter Peter Stöger wieder zu einer festen Größe entwickelt

  • Trotzdem bleibt er bescheiden und bescheinigt sich "Luft nach oben"

Dortmund - Rund läuft es zurzeit wahrlich nicht für Borussia Dortmund. Das 2:2-Remis gegen den SC Freiburg war in diesem Jahr bereits das dritte Spiel ohne Sieg. Einen der wenigen Lichtblicke liefert Shinji Kagawa, der sich unter Peter Stöger wieder zu einer festen Größe entwickelt hat. Der Japaner traf bereits zum zweiten Mal in Folge ins gegnerische Tor und ist jetzt zweitbester Scorer seines Klubs.

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Nach neun Minuten war die Fußballwelt in Dortmund noch in Ordnung. Da belohnte sich der BVB für eine druckvolle Anfangsphase gegen Freiburg mit dem frühen Tor – dank Shinji Kagawa. Castro hatte den Ball in die Mitte gebracht, Piszczeks Schuss wurde noch geblockt und dann landete der Ball auf Umwegen bei dem kleinen Japaner, der nicht lange fackelte. Aus sechs Metern hämmerte er die Kugel mit einem sehenswerten Seitfallzieher ins Gehäuse.

Auf Rang zwei der Scorerliste beim BVB

Für Kagawa war es bereits das zweite Spiel in Folge, in dem er erfolgreich war. Eine Woche zuvor hatte er in Berlin für den BVB getroffen. Auch hier hatte er im Strafraum gelauert und eine Flanke von Jaden Sancho dann mustergültig per Kopf eingenickt – trotz seiner nur 175 Zentimeter Körpergröße.

Mit diesem Seitfallzieher trifft Kagawa nach neun Minuten
Mit diesem Seitfallzieher trifft Kagawa nach neun Minuten © gettyimages / Lars Baron

Fünf Tore stehen nun für Shinji Kagawa in dieser Spielzeit zu Buche, dazu kommen drei Vorlagen. Seine Quote ist damit schon jetzt deutlich besser als in der Vorsaison. Da hatte der torgefährlichste Japaner der Bundesligageschichte zwar sechs Vorlagen auf seinem Konto, erzielte aber nur ein Tor. Jetzt hat sich der 28-Jährige hinter Pierre-Emerick Aubameyang auf Rang zwei der Dortmunder Scorerliste geschoben und seinen guten Lauf der letzten Wochen bestätigt. Unter Peter Stöger ist er wieder eine feste Größe im Mittelfeld der Borussia und zahlt es effektiv zurück. "Ich bin in einer guten Verfassung", sagt er selbst. Drei seiner fünf Treffer sowie zwei Vorlagen verbuchte Kagawa seit dem Wechsel auf der Trainerbank im Dezember vergangenen Jahres.

Unter Stöger immer in der Startelf

Zu Beginn der Saison hatte es für den Profi, der nach seinem Abstecher zu Manchester United in der insgesamt sechsten Spielzeit seit seinem Debüt 2010 das schwarz-gelbe Trikot trägt, noch nicht so gut ausgesehen. Unter Peter Bosz stand Shinji Kagawa nur in fünf von 15 Partien in der Startelf, blieb vier Mal sogar komplett ohne Einsatz. In der bevorzugten 4-3-3-Formation des holländischen Trainers war selten Platz für ihn, konnte er seine Qualitäten nicht so gut zur Geltung bringen.

"Ich bin in einer guten Verfassung" Shinji Kagawa (Borussia Dortmund)

Unter Stöger hat sich das geändert. Seit der Österreicher beim BVB auf der Bank sitzt, stand Kagawa nicht nur jedes Mal in der Startelf, sondern absolvierte auch jede Partie über die komplette Spielzeit. Dabei kommt er im offensiven Mittelfeld auf einer der beiden zentralen Positionen in der Viererreihe zum Einsatz, mal neben Guerreiro oder Dahoud, mal an der Seite von Götze oder Castro. Während die Nebenleute wechseln, ist Shinji Kagawa unter Peter Stöger gesetzt, auch wenn er sich selbst wie der gesamten Mannschaft noch "Luft nach oben" bescheinigt.

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Auch der Punkt gegen Freiburg sei "absolut zu wenig, weil wir schließlich Zuhause gespielt haben", meint Borussias Nummer 23. "Wir hätten das Spiel viel mehr kontrollieren müssen." Als einer der erfahrenen Spieler im Kader will er aber gerade auch jetzt in diesen schwierigen Zeiten vorangehen – indem er seine Torquote weiter nach oben schraubt und zugleich vorlebt, was er seinen Mitspielern eindringlich mit auf den Weg gegeben hat: "Wir müssen an uns glauben, der Zusammenhalt ist entscheidend."

Aus Dortmund berichtet Dietmar Nolte

Video: 60 Seconds under Pressure - Shinji Kagawa