bundesliga

Julian Brandt blüht im neuen 3-4-3-System von Borussia Dortmund auf

Borussia Dortmund ist nach schwierigen Wochen wieder zurück in der Spur. Da ändert auch das etwas unglückliche 3:3 gegen RB Leipzig nichts. Das neu formierte 3-4-3-System von Lucien Favre steht der Mannschaft extrem gut. Vor allem Julian Brandt blüht dabei in zentraler Rolle auf.

>>> Hol dir jetzt Julian Brandt beim Bundesliga Fantasy Manager!

Auch gegen Leipzig trumpfte Julian Brandt groß auf und war an zwei Treffern direkt beteiligt. Einziger Wermutstropfen: Nach seinem Weltklasse-Treffer zum zwischenzeitlichen 2:0, als er Ballan- und Mitnahme im Leipziger Strafraum in einer solchen Eleganz vollführte, dass ein Tor wie ein Kunstwerk dabei herauskam, legte er den Ball unfreiwillig für Timo Werner auf, der so zum 2:2 einschießen konnte. Vorwürfe machte Brandt nach dem Spitzenspiel gegen Leipzig aber niemand: "Das kannst du auch nicht ahnen und nicht wissen, dass er da so langsam zurückkommt. Ihn trifft keine Schuld", so Marco Reus. Auch der BVB-Kapitän weiß spätestens seit dem 5:0 gegen Fortuna Düsseldorf, welche Bedeutung der Neuzugang für Bayer Leverkusen zukunftig noch haben wird.

Und dabei war Brandt bei jenem Spiel gegen die Fortuna noch nicht einmal an einem der fünf Tore direkt beteiligt. Die meisten Betrachter der Partie am 14. Spieltag gegen Fortuna Düsseldorf waren sich hinterher aber dennoch einig: Es dürfte das bislang beste Spiel des 23-Jährigen im Dress von Borussia Dortmund gewesen sein. Kaum ein Angriff der Schwarz-Gelben, der an diesem Nachmittag nicht über Brandt lief. Mit 111 Ballbesitzphasen war er der Ballmagnet auf dem Rasen. Die beiden Dosenöffner zum 1:0 und 2:0 leitete er jeweils mit genialen Schnittstellenpässen ein. In der folgenden Woche bestätigte der 23-Jährige in Der Champions League und beim 4:0-Erfolg in Mainz seine starke Form.

Dabei profitiert Brandt vor allem vom neuen System. Im 3-4-3, das dem BVB bereits in der Schussphase gegen den FC Barcelona in der Champions League - sowie beim Sieg am 13. Spieltag gegen Hertha BSC extrem gut zu Gesicht stand, findet sich für Brandt ein Platz im zentralen Mittelfeld. Bereits zu Leverkusener Zeiten legte der Nationalspieler auf der Achter-Position seine besten Leistungen aufs Parkett.

Das Tor von Julian Brandt lässt selbst Marco Reus bewundernd staunen - imago images / Team 2

>>> Beim Tippspiel jede Menge Gewinne sichern!

In dieser Rolle als Box-to-Box-Spieler, der als Bindeglied zwischen der Dreier-Abwehrreihe und der Offensive agiert, gefällt sich Brandt auch selbst deutlich besser als auf den offensiven Außenpositionen: "Es macht mir eine Menge Spaß, dort zu spielen. Das hat man nicht nur an mir gesehen, sondern an der ganzen Mannschaft. Wenn man aus dem Zentrum aktiv ist, kann das ein Spiel beleben. Man ist in dieser Position an alle Spieler angeknüpft und sozusagen die Verbindung zwischen Defensive und Offensive."

Vor allem kann nun auch die vielfach vorgebrachte These widerlegt werden, wonach es für Brandt und Kapitän Marco Reus keinen gemeinsamen Platz in der Startelf gibt. Das neue System ermöglicht, dass beide Spieler im Zentrum, wo sie am stärksten sind, auflaufen können. "Manchmal braucht man einfach ein bisschen Zeit, sich aneinander zu gewöhnen", so Brandt über das Zusammenspiel mit Reus, nach dessen Überredungskünsten er überhaupt erst nach Dortmund gewechselt war.

"Die Abläufe kommen immer mehr zustande. Man weiß, wo der Spieler steht, auch wenn man ihn nicht sieht. Wenn sich so etwas nach einer Zeit verselbstständigt, dann merkt man auch, dass es so werden kann, wie es in der letzten Saison bei mir und Kai Havertz in Leverkusen gewesen ist. Das sind Prozesse, die leider nicht immer von heute auf morgen funktionieren. Die Geduld hatten Marco und ich aber definitiv immer. Wir glauben daran, dass das funktioniert."

>>> Herbstfinale 2019: Ein wilder Endspurt

Noch einmal können Brandt und Reus vor der Winteropause gemeinsam zaubern: Am Freitagabend ist der BVB in Hoffenheim zu Gast und möchte mit einem Sieg die Ausgangsposition für eine erfolgreiche Rückrunde verbessern. Nachdem Brandt an den ersten zwölf Spieltagen lediglich sechs Mal in der Startelf stand, gibt es nun eigentlich keinen Zweifel, das der Filigrantechniker auch im Kraichgau zur Anfangsformation gehören wird. Zu zentral ist seine Rolle im neuen Dortmunder System. Und diesmal will er auch nur noch an Toren für die eigene Mannschaft beteiligt sein.

Karol Herrmann