Zusammenfassung

  • James Rodriguez scheint beim FC Bayern endlich angekommen

  • Der Kolumbianer zeigte sich gegen Leipzig in Bestform

  • Trainer Heynckes will James noch besser machen

München - Es war sein Geistesblitz, der den FC Bayern München auf die Siegerstraße brachte. Vom linken Flügel kommend hinterlief James Rodriguez im richtigen Moment in der Mitte Robert Lewandowski und verwertete einen präzisen Pass von Arjen Robben ebenso gekonnt direkt mit dem linken Fuß zur Führung im Topspiel gegen RB Leipzig. Nicht nur seine drei Gegenspieler ließ der Kolumbianer staunend zurück.

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Geradezu schwärmend äußerte sich sein Trainer Jupp Heynckes. "Er ist ein fantasievoller Fußballer", lobte der 72-Jährige seinen Schützling - gab dabei aber nicht seine Prinzipien als Fußballlehrer auf: "Ich bin ein Trainer, der noch mehr verlangt. Daran werden wir noch ein bisschen arbeiten."

Verletzungen bremsen James aus

Aufgrund einer in der Vorbereitung erlittenen Muskelverletzung verlief der Start des Neuzugangs, der im Sommer zunächst auf Leihbasis von Real Madrid an die Isar kam, zunächst etwas holprig. In seinem ersten Bundesligaspiel über 90 Minuten am 5. Spieltag beim 3:0 auf Schalke deutete James mit einem Tor und einer Vorlage erstmals sein Potenzial an, konnte in der Folge aber nicht daran anknüpfen. Beim 1:0-Sieg zuletzt in Hamburg blieb er zur Pause in der Kabine.

James und Robben ergänzen sich bei den Bayern richtig gut
James und Robben ergänzen sich bei den Bayern richtig gut © imago

Wegen Rückenbeschwerden musste der kolumbianische Nationalspieler am Mittwoch kurzfristig die Reise zum Pokalspiel nach Leipzig absagen. Nun meldete sich James in seinem ersten Startelfeinsatz in der Bundesliga vor heimischer Kulisse eindrucksvoll zurück - nicht allein wegen seines Treffers. "Er hat sehr mannschaftsdienlich gespielt und nach hinten gearbeitet. Das ist genau das, was ich von ihm verlange", sagte Heynckes.

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Abschlussfreudig und kampfstark

Beim 2:0-Erfolg gegen den Vizemeister lief James als linker Flügelspieler anstelle des angeschlagen fehlenden Kingsley Coman auf - und war dort der Impulsgeber des Münchner Offensivspiels. Im ersten Durchgang verzeichnete der 26-Jährige die meisten Ballbesitzphasen aller Spieler auf dem Feld, nach 90 Minuten hatten nur die beiden Bayern-Innenverteidiger Jerome Boateng und Mats Hummels mehr.

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Insgesamt war der Torschützenkönig der WM 2014 gegen die seit der 13. Minute in Unterzahl agierenden Leipziger an elf der 24 Torschüsse der Bayern direkt beteiligt - fünf Mal legte er auf, sechs Mal schloss er selbst ab. Auch nach der vorzeitigen Auswechslung von Stürmer Lewandowski blieb James seiner Position auf der Außenbahn treu, wechselte aber häufiger auf den rechten Flügel und versuchte so gegen die zunehmend defensiver agierenden Leipziger Lücken zu reißen. Und er war sich für keinen Zweikampf zu schade: James führte (25) und gewann (16) die meisten Duelle aller Spieler auf dem Platz.

James tankt Selbstvertrauen

"Er war voll drin im Spiel und hat seine Sache sehr, sehr gut gemacht", freute sich Sportdirektor Hasan Salihamidzic über James‘ starke Vorstellung. Bayerns Hoffnung, dass der Knoten bei James nun endgültig geplatzt ist, ist groß. Zumal wegen der Verletzungen von Franck Ribéry und Thomas Müller die Personaldecke in der Offensive aktuell dünn ist. "Er kann auf jeden Fall wichtig für uns werden", meinte Joshua Kimmich, "gerade mit seiner Ballsicherheit, seiner Abschlussstärke und seiner Stärke für den letzten Pass. Er hat ein gutes Auge.Wir erwarten noch einiges von ihm."

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"Er hat sehr mannschaftsdienlich gespielt und nach hinten gearbeitet. Das ist genau das, was ich von ihm verlange." Jupp Heynckes über James

Und James selbst? Als ein "sehr gutes Spiel" bezeichnete er den Auftritt seines Teams im Gespräch mit FCB.tv. "Ich habe ein Tor geschossen, das hat uns geholfen und gibt mir Selbstvertrauen für alles, was jetzt kommt." Weitere Geistesblitze inklusive.

Aus München berichtet Maximilian Lotz