Zusammenfassung

  • Hertha holte zehn Punkte gegen Bayern, Dortmund, Gladbach und Schalke.
  • Salomon Kalou erzielte gegen den BVB seine ersten beiden Saisontore und ist nun mit 41 Bundesliga-Toren neuer Rekord-Ivorer in der Bundesliga (er löste Didier Ya Konan ab).
  • Trainer Pal Dardai wollte Kalou gegen Dortmund erst gar nicht einsetzen.

Berlin - Hertha BSC ist in dieser Saison bereits gegen die Bayern, Dortmund, auf Schalke und gegen Mönchengladbach angetreten - und hat keines dieser Spiele gegen den vermeintlichen Favoriten verloren. Kommenden Samstag (18:30 Uhr) empfängt der BSC das nächste, vor der Saison stärker eingeschätzte Team: RB Leipzig.

Gegen den FC Bayern München (2:0), beim FC Schalke 04 (2:0) und gegen Borussia Mönchengladbach (4:2) konnten die Hauptstädter gewinnen, vergangenen Samstag spielte die Hertha 2:2 beim Tabellenführer Borussia Dortmund.

>>> BVB gegen Hertha BSC - der Spielbericht

Vor allem das Remis im Westfalenstadion gibt den Berlinern ordentlich "Selbstvertrauen. Zuvor haben ja alles weggeschossen", sagte Fabian Lustenberger, für den der BVB ganz klar "die Mannschaft der Stunde" ist.

Video: Salomon Kalou ist Herthas großer Leader

Der Spieler der Stunde bei der Hertha ist ganz klar Salomon Kalou: Der Ivorer traf doppelt gegen den Tabellenführer und sicherte seinem Team mit dem verwandelten Strafstoß in letzter Minute den Punkt.

Salomon Kalou - Der Mann ohne Puls

"Es gibt schönere Momente, als in Dortmund zum Elfmeter anzutreten", sagt Kalous Teamkollege Davie Selke, der vor besagtem Strafstoß gefoult wurde und nicht mehr aus dem Schwärmen herauskommt, wenn er über den Berliner Doppeltorschützen vom Samstag spricht: Kalou sei so kalt, er "hat wohl immer noch keinen Puls. Ich war mir sicher, dass er den für uns versenkt."

Das Kuriose über den Matchwinner der Hertha: Kalou hätte eigentlich gar nicht spielen sollen! "Ich habe mich schon am Montag für die Taktik mit zwei Stürmern entschieden", verriet Berlins Trainer Pal Dardai nach dem Spiel beim BVB. "Aber eigentlich war der Plan, mit Vedad Ibisevic und Davie Selke zu spielen." Dardai war erst der Ansicht, dass Selke und Ibisevic besser zusammenpassen würden.

Kalou: "Ich bin der Mann für die wichtigen Tore"

Der Rekord-Ivorer - mit 41 Bundesliga-Toren löste Kalou nun Didier Ya Konan ab - sagte seinem Coach, dass er sehr wohl zusammen mit Ibisevic stürmen könne. "Ich war mir eigentlich nicht sicher, aber hat mich überzeugt", sagte Dardai, dessen Team in den letzten drei Partien jeweils Remis spielte. Vier Remis in Folge gab es für die Berliner unter dem Ungar noch nie, zuletzt spielten die Hauptstädter 2006 mit Trainer Falko Götz fünf Mal in Serie unentschieden.

Für Kalou waren es die ersten beiden Treffer in dieser Saison. "Wenn ein Torjäger so lange nicht trifft, macht er danach meist zwei Tore auf einmal oder zweimal in Folge eins", sagte Dardai über die kleinere Torflaute seiner Nummer acht. Da der 33 Jahre alte Offensivspieler gegen Freiburg nicht getroffen hatte, "hab ich ihn in Dortmund nochmal daran erinnert: Sala, denk' dran, zwei Tore."

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Der Ivorer lieferte prompt. "Ich bin wohl der Mann für die wichtigen Tore. Ich liebe diese Art von Druck. Ich liebe es in solche Situationen zu kommen", sagte Kalou. Durch seine Treffer kann Hertha mit ordentlich Rückenwind in das nächste Bundesliga-Duell mit einem Team gehen, das vor der Saison als klar stärker eingestuft wurde: Es geht kommenden Samstagabend im Berliner Olympiastadion gegen RB Leipzig, das wie die Hertha 16 Punkte hat.

Berliner Favoritenrolle im Pokal

Zuhause sind Kalou und Co. noch ungeschlagen: Also bietet sich Sonnabend eine weitere Möglichkeit für den BSC zu zeigen, dass er der Favoritenschreck der Bundesliga sind. Zudem haben die Berliner etwas gutzumachen gegen Leipzig: Die Hauptstädter verloren drei der vier Bundesliga-Partien gegen die Roten Bullen - seit dem Aufstieg der Sachsen gab es gegen kein Team mehr Pleiten. Was noch dazukommt: Im Olympiastadion setzte es zwei Niederlagen mit insgesamt zehn Gegentoren, beim letzten Aufeinandertreffen am 34. Spieltag der vergangenen Saison verlor die Hertha Zuhause mit 2:6.

Zuvor treten die Berliner jedoch am Dienstag im DFB-Pokal beim SV Darmstadt 98 an. "Da müssen wir gewinnen", sagt Dardai, dort müsse das Remis gegen den BVB vergoldet werden, denn: Hertha ist dieses Mal selbst der klare Favorit.

Patrick Dirrigl