Alexander Schwolow im Training bei Hertha BSC - © nordphoto / Engler via www.imago-images.de/imago images/Nordphoto
Alexander Schwolow im Training bei Hertha BSC - © nordphoto / Engler via www.imago-images.de/imago images/Nordphoto
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Hertha BSC: Torhüter Alexander Schwolow im Porträt

Hertha BSC hat Torhüter Alexander Schwolow vom Sport-Club Freiburg verpflichtet. bundesliga.de stellt den 28-Jährigen vor und nennt Gründe, warum er eine Verstärkung für die Berliner ist.

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Auf einen Abschied hatte sich Alexander Schwolow schon lange eingestellt. Es war klar, dass der Sport-Club Freiburg schon bald sein altes und über die Jahre lieb gewonnenes Stadion verlassen und ein neues beziehen würde. Der Keeper der Breisgauer liebte die Spielstätte. Schwolow mochte es, dass nicht nur im Fan-Block stets etwas los war, sondern auch auf der Haupttribüne. Dort, wo es für gewöhnlich ruhiger zugeht, war sich in Freiburg niemand zu schade, lauthals in die Schlachtgesänge einzustimmen. Im März, als die Bundesliga im Begriff war, auf die Zielgerade einzubiegen, gab Schwolow zu: „Es schwingt auf jeden Fall ein bisschen Wehmut mit.“

Seit einigen Tagen ist klar, dass sich der Torhüter ganz aus Freiburg verabschieden muss. Schwolow spielt zukünftig für Hertha BSC, wo Trainer Bruno Labbadia große Visionen hat. "In Alexander Schwolow haben wir einen Torhüter verpflichten können, der genau in unser Anforderungsprofil passt. Er ist mit seinen 28 Jahren erfahren und hat in den vergangenen Jahren gezeigt, auf welchem Niveau er in der Bundesliga spielen kann“, sagt Michael Preetz, Geschäftsführer Sport bei Hertha BSC, über den Zugang aus Freiburg.

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Im Breisgau ist man mit derlei Entwicklungen vertraut, schließlich ist Schwolow nicht der erste Torhüter, der über den SCF den Weg zu einem Club mit internationalen Ambitionen geht. „Mein Traum wäre es, auf höchsten europäischen Niveau zu spielen“, erklärte Schwolow noch im März. Als typischer Freiburger, der in der eigenen Fußballschule ausgebildet wurde, hat er die Wege prominenter Vorgänger schließlich mitverfolgen können. So spielten Roman Bürki (Borussia Dortmund) und Oliver Baumann (TSG 1899 Hoffenheim) bereits in Champions und Europa League. Beide standen ebenfalls in Freiburg zwischen den Pfosten.

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Mit seinen Leistungen in der vergangenen Saison machte Schwolow endgültig auf sich und sein Können aufmerksam. Mehrfach rettete „Schwoli“ den Freiburgern Punkte, unter anderem am 28. Spieltag bei Eintracht Frankfurt, als er 13 Bälle parierte. Das ist ligaweiter Saisonrekord und sein neuer persönlicher Bundesliga-Rekord. Und überhaupt: Er parierte in der vergangenen Saison 74 Prozent der auf sein Gehäuse gekommenen Bälle – das war hinter Yann Sommer von Borussia Mönchengladbach der beste Wert aller Stammkeeper und für ihn persönlich der beste Wert seiner Bundesliga-Karriere.

Schwolow hat sich durchgebissen: Als Oliver Baumann 2014 den Sport-Club verließ, machte sich Freiburgs Nummer zwei Hoffnung auf den Stammplatz. Die Verantwortlichen aber holten Roman Bürki und Sebastian Mielitz - der gebürtige Wiesbadener hingegen wechselte auf Leihbasis zum damaligen Drittligisten DSC Arminia Bielefeld. Mit den Ostwestfalen schaffte er es ins Halbfinale des DFB-Pokals und wurde auf dem Weg dorthin zweimal - jeweils nach einem Elfmeterschießen - zum umjubelten Matchwinner: Einmal gegen Borussia Mönchengladbach, einmal gegen seinen neuen Club Hertha BSC.

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Die Leihe endete, der Keeper kehrte zurück nach Freiburg, wo Bürki den Platz freigemacht hatte. Fortan wurde der Nachfolger des heutigen Torhüters von Borussia Dortmund zum Dauerbrenner. 33, 34, 33 und noch einmal 33 Einsätze konnte er in den Spielzeiten seit seiner Rückkehr verbuchen. Einzig in der vergangenen Saison musste er über einen längeren Zeitraum passen. Weil er sich am 8. Spieltag bei Union Berlin am Oberschenkel verletzte, verpasste er die zweite Hälfte der Hinrunde.

Schwolow parierte in der vergangenen Saison 74 Prozent der Bälle auf sein Tor - Achim Keller/SCFreiburg/POOL/Achim Keller/SCFreiburg/POOL

Und dennoch spielte er eine starke Saison. Hertha BSC reagierte nun und schnappte sich den auffällig sicheren Freiburger Keeper. Für ihn endet mit dem Wechsel in die Hauptstadt ein emotionales Kapitel seiner Laufbahn. Ein neues, spannendes beginnt.

Eines war Schwolow aber wichtig. In einem Statement auf der Homepage des SCF richtete er ein paar Abschiedsworte an seinen Ex-Club: "Der Sport-Club ist mehr als nur meine fußballerische Heimat. Hier habe ich meine Ausbildung genossen, hier habe ich mich mit viel Vertrauen und Rückendeckung zum Bundesliga-Torwart entwickelt und hier habe ich viele enge Beziehungen auch außerhalb des Platzes geknüpft. Ich möchte den Trainern, Mitspielern, Mitarbeitern und Fans für die vergangenen zwölf Jahre Danke sagen und gehe mit mehr als einem weinenden Auge.

Dominik Hamers