Torjäger Glatzel will auch gegen Hertha wieder treffen - © IMAGO/Andy Buenning/ Eibner-Pressefoto/IMAGO/Eibner
Torjäger Glatzel will auch gegen Hertha wieder treffen - © IMAGO/Andy Buenning/ Eibner-Pressefoto/IMAGO/Eibner
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Relegation: Fünf Gründe, warum der Hamburger SV aufsteigt

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Der Hamburger SV kämpft in der Relegation gegen Hertha BSC am Donnerstag und Montag (jeweils 20.30 Uhr) um den Aufstieg in die Bundesliga. bundesliga.de verrät, was in diesem Duell für die Rothosen spricht.

1) Formkurve

Der Hamburger SV hat eine noch nie dagewesene Aufholjagd in der 2. Bundesliga hingelegt. Nach der 0:1-Niederlage in Kiel am 29. Spieltag war der Aufstieg für den HSV eigentlich ad acta gelegt, der Traditionsklub war fünf Spiele vor Saisonende nur Sechster, hatte sieben (!) Punkte Rückstand auf Rang drei – die Aufstiegswahrscheinlichkeit war statistisch auf null gesunken. Ein solcher Rückstand wurde im Zeitalter der 3- Punkte-Regel (seit 1995) zuvor nie wettgemacht - bis dem HSV das in diesem Jahr mit fünf Siegen in den letzten fünf Spielen erstmals gelang.

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Hinzu kommt der psychologische Vorteil gegenüber Hertha BSC: Beide Teams haben sich erst in den letzten Minuten der Saison für die Relegation qualifiziert. Hertha unfreiwillig, der HSV mit einer Positivserie. Die Walter-Elf hat die letzten fünf Zweitliga-Spiele alle gewonnen, eine längere Siegesserie in Punktspielen gab es für die Hanseaten zuletzt vor 42 Jahren (Frühjahr 1980 in der Bundesliga: sechs Siege). Die Formkurve spricht für die Rückkehr der Rothosen.

2) Positive Erinnerungen

Der Hamburger SV nimmt nach 2014 und 2015 zum dritten Mal an der großen Relegation teil (kein Club öfter), aber erstmals als Zweitligist. Gegen Greuther Fürth (0:0, 1:1) und Karlsruhe (1:1, 2:1 nach Verlängerung) setzte sich der HSV als Bundesligist jeweils haarscharf durch, nach 90 Minuten stand es in allen vier Spielen unentschieden. Zuletzt entschieden die Rothosen wieder enge Spiele für sich, die "Jetzt-erst-recht"-Mentalität ist spätestens nach dem 3:2-Sieg in Rostock auf jeden Fall vorhanden. Hamburg will den Aufstieg unbedingt!

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3) Goalgetter Glatzel

Den Torjäger, der der Hertha fehlt, hat der HSV: Robert Glatzel erzielte in der abgelaufenen Zweitliga-Saison 22 Tore (ligaweit nur Simon Terodde mehr, kein anderer Hamburger mehr als neun Tore) – immer war er im Strafraum erfolgreich, alleine zehnmal per Kopf! Der gebürtige Münchner traf besonders gerne früh (acht Tore in der Anfangsviertelstunde – Ligabestwert) und vor allem wichtig: Neun Mal erzielte er eine Führung und fünf Mal einen Ausgleich, zuletzt das wichtige 1:1 beim 3:2 in Rostock.

4) Schwer zu bezwingen

Der HSV hat in der Zweitliga-Saison nur sechs Spiele verloren. So wenige Punktspielniederlagen gab es zuvor zuletzt vor 35 Jahren in der Bundesliga-Saison 1986/87 (auch sechs) – in jener Saison wurde Hamburg DFB-Pokal-Sieger. Es ist keine Überraschung, dass der HSV Dritter wurde, eher verwunderlich, dass es "nur" zu Rang drei langte, denn die Rothosen kassierten die wenigsten Niederlagen in der 2. Bundesliga. Sie hatten in der 2. Bundesliga 2021/22 mit Abstand den meisten Ballbesitz (62 Prozent, der FC Bayern kommt nur auf 61 Prozent), kassierten die wenigsten Gegentore (35) und waren läuferisch extrem stark (bei Sprints, intensiven Läufen und Laufstrecke jeweils unter den Top drei)

5) Eingespielt und eine klare Spielidee

Ein wesentlicher Faktor der Hamburger Spielphilosophie ist sein Cheftrainer, Tim Walter. Um seinen Spielstil in der Mannschaft zu implementieren, setzt er auf Kontinuität: Der HSV setzte 2021/22 nur 25 verschiedene Spieler ein (kein Zweitligist weniger), Walter nahm nie mehr als drei Wechsel von Spiel zu Spiel vor (in den letzten 23 Spielen maximal zwei). Der Fußball des 46-Jährigen ist auf Dominanz, Power und ständige Positionswechsel ausgelegt. Gegen den Bundesligisten werden die Rothosen nicht davor zurückschrecken, dem Spiel ihren Stempel aufzudrücken.

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