Dortmund - Borussia Dortmund belegt nach 16 Spieltagen den sechsten Tabellenplatz in der Bundesliga. Thomas Tuchel ist das nicht genug. Der BVB-Trainer richtet den Blick nach vorne. "Wir wollen auf einem sehr hohen Niveau punkten. Wir wollen vorne unter die ersten Drei", sagt er. Kompliziert sei der Liga-Alltag geworden. Durch akribische Arbeit will der Fußballromantiker in der Rückrunde aber nochmal angreifen.

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Tuchel möchte aus den verbleibenden 18 Partien im Oberhaus vor allem eines mitnehmen: "Punkte, Punkte, Punkte." Bislang haben die Westfalen 27 Zähler auf dem Konto. Hertha BSC hat drei mehr, ist also nicht weit entfernt. Im letzten Jahr waren es bei Dortmund zum gleichen Zeitpunkt allerdings 38 Zähler. Heute würde das Rang zwei bedeuten - mit einem Punkt Rückstand auf Tabellenführer FC Bayern München.

"Eine Mega-Lust auf diese Mannschaft"

"Wir brauchen nochmal eine neue Verbissenheit in den defensiven Abläufen, eine neue Aufmerksamkeit, um so schwere Situationen in englischen Wochen auch mal zu überstehen - dann werden uns die Dinge auch wieder einfacher fallen", erläutert Tuchel. Einfach hatte es der Übungsleiter der Schwarz-Gelben zur neuen Saison wahrlich nicht. Stützen wie Mats Hummels, Ilkay Gündogan und Henrikh Mkhitaryan verließen den Club, ihre Rollen nahmen vor allem junge unerfahrenere Akteure ein. "Es ist ja tatsächlich so, dass zum Beispiel bei Christian (Pulisic; d. Red.) und Felix (Passlack; d. Red.) gar niemand mehr von uns allen - ich eingeschlossen - das Gefühl hat, dass das A-Jugendspieler sind. Aber das sind halt Jugendspieler", sagt Tuchel.

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Manchmal sei es kompliziert. Manchmal anstrengend. Für den Coach ist dennoch klar: "Ich habe eine Mega-Lust auf diese Mannschaft." Am meisten genießt er die Zeit auf dem Trainingsplatz. Wenn er seine Idee vom Fußball weitergeben kann. Wenn er arbeiten kann.

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Vielleicht sei man bei der Borussia manchmal zu ehrgeizig gewesen, zu kritisch mit sich selber. Den Dortmundern stellten in dieser Saison neue Herausforderungen. "Ich weiß nicht, ob es in Europa eine Liga gibt, in der sich so viele Mannschaften so extrem auf den Gegner einstellen. In der so viele Mannschaften dem letztjährigen besten Zweiten aller Zeiten so entgegenstehen und neue Taktiken ausprobieren, ihre Taktik im Spiel ändern", sagt Tuchel. "Das ist schon sehr kompliziert."

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Der 43 Jahre alte Fußballromantiker nimmt die schwierigen Aufgaben an. Mit Feingefühl. Wie ein Mobile fühle es sich an. "Schraubst du an einem Teil zu viel, verändert sich das andere, verändert sich die ganze Statik. Du musst immer auf alles aufpassen."