Leipzig - Liebe Leser, wir gestalten unser Angebot derzeit neu. Daher stehen aktuell nicht alle Inhalte in gewohntem Ausmaß zur Verfügung. Schon bald können Sie hier aber wieder die Scorerliste der Bundesliga nachschlagen.

Tore und Torvorlagen bedeuten Scorerpunkte, Emil Forsberg hat davon in der abgelaufenen Saison reichlich gesammelt. Acht Treffer erzielte der offensive Mittelfeldspieler von Vizemeister RB Leipzig selbst, 19 weitere bereitete er vor - mehr als anderen Akteure in der Bundesliga. In der Scorerliste ließ Forsberg nur Robert Lewandowski und Pierre-Emerick Aubameyang den Vortritt. Satt ist er jedoch noch lange nicht.

>>> Die Top-Scorer der Bundesliga

"Man muss immer im Kopf haben, dass es noch besser geht und das auch wollen", hatte Forsberg Ende April im exklusiven Interview mit bundesliga.de gesagt. "Mir ist das alles noch nicht genug." Als Bundesliga-Aufsteiger ist Leipzig mit einer talentierten jungen Mannschaft ein beeindruckender Kurs gelungen, der schwedische Nationalspieler hat seinen Teil dazu entscheidend beigetragen. Vizemeisterschaft und Champions League mit RB, individuell in den Sphären der stärksten Offensivakteure der Bundesliga - und dennoch richtet Forsberg den Blick immer nach vorn, Richtung oben. "Ich habe mich definitiv weiterentwickelt, aber abgeschlossen ist diese Entwicklung gewiss noch nicht."

Der perfekte Vorbereiter

Die Art und Weise, auf die der 25-Jährige seine Assists verbucht, mutet dabei vollkommen an - auch wenn oder gerade weil er sich noch inmitten seiner Entwicklung befindet. Ein Blick auf das Ranking der besten Vorlagengeber der Bundesliga verrät, dass Forsberg in diesem Metier einsame Spitze verkörpert. Seine 19 Assists verweisen Ousmane Dembélé und Thomas Müller mit jeweils 12 sowie Franck Ribéry mit elf und Arjen Robben mit neun klar auf die Plätze. Spannt der Statistiker den Bogen noch ein Stück weiter, verdeutlichen die 89 Tore des FC Bayern München und 72 Tore von Borussia Dortmund bei 66 Leipziger Treffern die Bedeutung der Pässe, Flanken, Dribblings des Sachsen mit der Rückennummer zehn. Aufgerundet bereitet Forsberg alle 123 Spielminuten ein Tor vor; fließen seine erzielten Treffer mit in die Bilanz, ist er alle 87 Minuten daran beteiligt, dass das gegnerische Netz zappelt.

>>> Das Team der Saison

Durch seine Leistungen spielte sich Forsberg ins Team der Saison. Von RB schaffte das sonst nur noch Naby Keita. Die beiden Strippenzieher im Mittelfeld des überraschenden Aufsteigers ragten in der herausragenden Mannschaft von Ralph Hasenhüttl in der Spielzeit 2016/17 heraus. "Wir sind mit Ball immer besser geworden und haben bei Ballbesitz immer mehr Lösungen gefunden", analysierte der Trainer kürzlich. Anteil daran dürfte mit 1417 Ballbesitzphasen und 78,2 Prozent aus dem Spiel angekommenen Pässen auch Forsberg gehabt haben.

Im Video: Ein kompletter Spieler

Eine Geschichte, die der Fußball schreibt

Bereits Forsbergs Großvater Lennart und sein Vater Leif haben professionell gegen die Kugel getreten. Lennart, Leif und Emil spielten allesamt für den schwedischen Club GIF Sundsvall, gaben ihr Debüt jeweils im Alter von 17 Jahren. Die Anhänger des Vereins gaben Lennart den Spitznamen "Foppa" als Abkürzung für Forsberg, Leif nannten sie dann "Lill-Foppa" und Emil "Mini-Foppa". Emil wechselte im Anschluss zum Spitzenverein Malmö FF. Als "Mini-Foppa" den Rekordmeister Schwedens 2015 verließ, um das Trikot der Roten Bullen in der 2. Bundesliga zu tragen, verwunderte das seine Familie. Heute zeigt sich, was er mit seinem Transfer in die Wege leiten wollte - und tat.

>>> Rasante Leipziger Entwicklung noch nicht am Ende

"Ich bin ein Typ, der niemals ganz mit sich zufrieden ist", hatte Forsberg gegenüber bundesliga.de geäußert. Gründe dazu hätte er allerdings. Wenn der Top-Vorlagengeber der Bundesliga seine Einstellung beibehält, dürfte seine Entwicklung noch eine ganze Weile andauern. Und die Fans können gespannt sein, welche Wege der Leipziger - einer der besten Spieler der Saison 2016/17 - noch einschlägt.

Felix Tschon

Video: Owo meets Emil Forsberg