
St. Pauli ringt Bremen nieder
Der FC St. Pauli hat das Bundesliga-Kellerduell gegen Werder Bremen mit 2:1 (0:0) gewonnen. Hauke Wahl (55.) und Joel Chima Fujita (70.) trafen für die Kiezkicker, für Bremen glich der eingewechselte Jovan Milošević (62.) zwischenzeitlich aus. Während St. Pauli durch den Erfolg die direkten Abstiegsplätze verlässt, rutscht Werder nach dem zwölften Spiel ohne Sieg in die Abstiegszone.
Im Kampf um den Klassenerhalt trafen mit St. Pauli und Bremen zwei kriselnde Teams aufeinander. Die Gäste von der Weser waren seit zwölf Bundesliga-Spielen sieglos, die Kiezkicker hatten nur eines ihrer letzten acht Ligaspiele gewonnen.
Für Daniel Thioune war St. Pauli zudem ein Angstgegner: Als HSV-Trainer holte er aus zwei Derbys nur einen Punkt. Historisch sprach dennoch alles für Bremen, das neun der vergangenen zehn Bundesliga-Duelle gegen St. Pauli für sich entscheiden konnte.
Bremen mit mehr Ballbesitz, aber ohne Torgefahr
Die Bremer übernahmen in der Anfangsphase die Kontrolle und kamen bereits nach zwei Minuten zu einer ersten Annäherung, als Marco Grüll in die Tiefe geschickt wurde, aber von Wahl und Smith gestoppt wurde.
Die beste Chance der ersten Hälfte hatte allerdings St. Pauli: Martijn Kaars kam nach schöner Kombination über links zum Abschluss, scheiterte aber an Backhaus (10.). Bremen hatte zwar mehr Ballbesitz, kam jedoch zu keinen zwingenden Chancen. Stage verpasste nach einem Freistoß von Cameron Puertas knapp (32.).
Erst Wahl, dann Milošević
Nach dem Seitenwechsel nahm die Partie Fahrt auf. Zunächst prüfte Samuel Mbangula mit einem Schlenzer Vasilj (50.), ehe St. Pauli in Führung ging: Nach einer Flanke von Danel Sinani setzte sich Hauke Wahl am Elfmeterpunkt durch und köpfte den Ball aufs lange Eck. Backhaus ließ den Ball durch die Finger rutschen – 1:0 für die Hausherren (55.).
Werder reagierte mit einem Doppelwechsel: Thioune brachte Jovan Milošević und Leonardo Bittencourt. Und der Joker stach sofort: Jovan Milošević nutzte ein Missverständnis in der St. Pauli-Abwehr und traf zwei Minuten nach seiner Einwechslung zum Ausgleich (62.).
Fujita sichert St. Pauli den Sieg
Doch St. Pauli schlug zurück: Manolis Saliakas spielte rechts im Strafraum Joel Chima Fujita frei, der mit dem zweiten Kontakt flach ins lange Eck abschloss – Backhaus hatte keine Chance (70.). Die Partie wurde zunehmend hitzig, in der Schlussphase sahen Friedl, Saliakas, Milošević und Bittencourt innerhalb weniger Minuten Gelbe Karten.
Bremen drängte auf den erneuten Ausgleich, St. Pauli verteidigte jedoch geschickt und brachte den wichtigen Sieg über die Zeit. In der sechsminütigen Nachspielzeit kam Topp noch zu einer letzten Chance für Werder, sein Versuch ging jedoch weit über das Tor (90.+5).
Man of the Match: Joel Chima Fujita
Der 24-jährige Japaner avancierte mit seinem präzisen Abschluss zum 2:1 zum Matchwinner für die Kiezkicker. Es war sein erster Bundesliga-Treffer überhaupt und gleichzeitig der entscheidende im wichtigen Abstiegsduell. Fujita gewann starke 62 % seiner Zweikämpfe und zog 15 Sprints an.
Der Japaner beeindruckte nicht nur mit seinem Tor, sondern auch mit seiner Zweikampfstärke im Mittelfeld. Trotz hohem Gegnerdruck (16 Mal unter Druck gesetzt, zweithöchster Wert bei St. Pauli) behielt er stets die Übersicht.
Bundesliga Match Facts
xGoals: St. Pauli 0,29 - Bremen 1,28
Schnellster Spieler: Justin Njinmah (SVW), 34,56 km/h
Tor mit der geringsten Torwahrscheinlichkeit: 1:0 von Hauke Wahl (STP), 5,7 Prozent
Most Pressed Player: Romano Schmid (SVW), 35 Mal unter Gegnerdruck
Beste Pass Effizienz: Justin Njinmah (SVW), +4,5
Fantasy Heroes: Hauke Wahl (FC St. Pauli, 291 Punkte), Joel Chima Fujita (FC St. Pauli, 211 Punkte), Tomoya Andō (FC St. Pauli, 208 Punkte)

