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Dortmund wirkt übermächtig, aber Schalke kann mit Geschlossenheit dagegen setzen
Dortmund wirkt übermächtig, aber Schalke kann mit Geschlossenheit dagegen setzen - © Lukas Schulze/Bundesliga/DFL
Dortmund wirkt übermächtig, aber Schalke kann mit Geschlossenheit dagegen setzen - © Lukas Schulze/Bundesliga/DFL
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Vor dem Revierderby gegen Borussia Dortmund: Deshalb kann der FC Schalke den BVB knacken

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Köln – Die Ausganglage vor dem Revierderby ist so deutlich wie nie zuvor: 19 Punkte trennen den FC Schalke 04 derzeit von Borussia Dortmund. So groß war der Abstand vor einem Hinrunden-Duell der Ruhrgebietsrivalen noch nie. Dennoch gibt es viele Gründe, die den Knappen Mut machen sollten, denn in der Historie siegte gerade im Derby häufig der Underdog. Zudem könnte die Taktik der Tedesco-Elf dem Spitzenreiter große Probleme bereiten.

"Egal, wo die jeweilige Mannschaft in der Tabelle steht, egal, was für einen Lauf sie gerade hat - am Derbytag sind das alles Dinge, die nicht so sehr zählen", erklärte Schalke-Kapitän Ralf Fährmann nach dem 1:1 in Hoffenheim. Ein Blick in die Statistiken beweist, dass der Torhüter der Knappen mit seiner Einschätzung Recht hat: Von den 92 bisherigen Bundesliga-Derbys gewann das besser platzierte Team nur in 41 Fällen. 50 Mal holte das tabellarisch schwächer platzierte Team mindestens einen Punkt (2003 fand das Derby am 1. Spieltag statt).

Bastian Oczipka hat sich nach langer Verletzung schnell wieder in die Schalker Startelf gespielt - Lukas Schulze/Bundesliga/DFL

Ausgeglichene Siegchancen zwischen Schalke und Dortmund

Berücksichtigt man auch noch den Heimvorteil, sieht die Bilanz sogar noch besser aus: 48 Mal hatte der Gastgeber vor der Partie die schwächere Bilanz und ging nur 16 Mal als Verlierer vom Feld. 17 Partien endeten Remis und 15 Duelle gewann das Heimteam. Statistisch ist die Schalker Siegwahrscheinlichkeit also etwa gleich groß wie die des BVB.

Zudem kommt das Duell mit dem derzeit fast übermächtig erscheinenden BVB für Schalke genau zur rechten Zeit, denn das Revierderby bietet die einmalige Möglichkeit, die bislang eher enttäuschende Bundesliga-Vorrunde mit einem Spiel komplett vergessen zu machen. Ein Derbysieg entschädigt für vieles – und das ist auch den Spielern bewusst. "Wir wissen alle, wie wichtig das Spiel für die Fans ist", betont Daniel Caligiuri, der gegen Dortmund vermutlich in etwas anderer Rolle auflaufen dürfte als beim hart erkämpften 1:1 bei der TSG Hoffenheim.

Im Kraichgau setzte Domenico Tedesco erstmals seit dem 8. Spieltag wieder auf eine Viererkette und auf Caligiuri als rechten Verteidiger. Gegen Dortmund dürfte Schalke wieder auf eine Dreierabwehr umstellen. Dadurch rückt der 29-Jährige auf dem Flügel weiter nach vorne und kann seine Offensivstärke besser ausspielen. Dasselbe gilt auf der linken Seite für Bastian Oczipka, der nach langer Verletzung schnell wieder zu einer verlässlichen Größe geworden ist.

Daniel Caligiuri dürfte gegen den BVB wieder in offensiverer Rolle auflaufen - 2018 DFL

Dortmund mit Problemen gegen die Dreierkette

Darüber hinaus hat der BVB gerade mit diesem System Probleme, denn alle drei Gegner, die bislang in der Bundesliga gegen die Borussia punkten konnten (Hannover, Hoffenheim, Hertha) liefen mit drei zentralen Abwehrspielern auf. Freiburg und Mainz verlangten der Borussia zudem mit dieser Defensivformation alles ab und ließen gegen offensivstarke Dortmunder kaum Chancen zu. Die Defensive ist ohne Zweifel der Schlüssel für einen königsblauen Derbysieg, denn in der Zahl der Tore (14:37) ist der Unterschied der beiden Clubs in dieser Spielzeit besonders groß. Gelingt es den Knappen, die schwarzgelbe Offensivmaschine zum stottern zu bringen, sieht es nicht so schlecht aus. Die Defensivbilanz von 18 Gegentreffern gibt dabei durchaus Anlass zur Hoffnung.

Domenico Tedesco wird sein Team in dieser Woche auf den Gegner einschwören und setzt dabei wie zuletzt auch schon im April auf die Unterstützung der Fans. Das Abschlusstraining am Freitag ist ausnahmsweise öffentlich. Vor dem letzten Auffeinandertreffen mit dem BVB feuerten rund 3000 Fans die Mannschaft beim Training an und Königsblau entschied das Derby mit 2:0 für sich. "Du spürst, wie die Fans brennen. Die Fans applaudieren, wenn im Training ein Ball reinfällt. Das fühlt sich gut an", erklärte Tedesco damals. Allerdings lange nicht so gut, wie ein Erfolg im Derby – und der ist trotz der eindeutigen Ausgangslage absolut möglich.

Florian Reinecke