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Nach dem Fußballfest gegen Real ist in München Party angesagt
Nach dem Fußballfest gegen Real ist in München Party angesagt - © IMAGO/Bernd Feil/M.i.S.
Nach dem Fußballfest gegen Real ist in München Party angesagt - © IMAGO/Bernd Feil/M.i.S.
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Fußballfest gegen Real: München ist das Epizentrum des Joga Bonito

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"Ich glaube, es hat sich gelohnt, bis zum Ende zu gucken. Ich hoffe, alle Kinder in Deutschland durften etwas länger wach bleiben", erklärte ein seliger Joshua Kimmich nach dem unfassbaren 4:3-Sieg gegen Real. In der Tat boten beide Teams am Mittwochabend ein denkwürdiges Spektakel, aus dem die Münchener als verdienter Sieger hervorgingen. Der internationale Nachhall verdeutlich, welche Wirkung dieser Erfolg entfachen könnte.

"Während die meisten Premier-League-Duelle zu langweiligen Schnarchfesten verkommen sind, bei denen sich alles nur noch um Standardsituationen dreht, war dieses atemberaubende Spitzenspiel das 'schöne Spiel' in seiner reinsten Form", schreibt das englische Boulevardblatt The Sun über den denkwürdigen Abend in München, der auch deshalb so strahlte, weil die Duelle zwischen Bayern und Madrid im krassen Kontrast zu den je parallel angesetzten Begegnungen zwischen Arsenal und Sporting standen.

Während sich der Tabellenführer der Premier League über 180 Minuten zu einem 1:0-Erfolg gegen die Portugiesen mühte, setzte sich der FC Bayern insgesamt mit 6:4 gegen Real durch - wobei beide Teams sogar noch häufiger hätten treffen können. "War das eine defensive Glanzleistung? Nein, war es nicht. War es unglaublich unterhaltsam? Ja, das war es", beschreibt die BBC die epische Schlacht der beiden ewigen Kontrahenten auf internationalem Parkett.

Kompany lässt seine Jungs spielen

Schon nach dem ebenfalls packenden 2:1-Erfolg im Hinspiel wurde Vincent Kompany gefragt, ob man nach der 2:0-Führung nicht ein wenig bedachter hätte spielen können, aber der Belgier erklärte, dass sich die Mannschaft das Recht verdient habe, "in dieser Phase sie selbst zu sein." Und so gab es auch im Rückspiel kein Abwarten und Taktieren. Aus Freude am Fußball und mit voller Kraft nach vorne.

Real Madrid wusste dies immer wieder mit gefährlichen Kontern zu bestrafen, aber am Ende gilt die Weisheit, dass man einfach immer ein Tor mehr schießen muss als der Gegner. Wenn die Madrilenen drei machen, erzielt das Kompany-Team eben vier. Da ist es auch egal, dass sie zwischendurch drei Mal in Rückstand lagen.

Einer, der diesmal entscheidenden Anteil am Bayern-Erfolg hatte, ist Jamal Musiala. Der Bayern-Zehner war nach langer Verletzung ein wenig auf der Suche nach seiner Form, aber der Galaauftritt beim 5:0-Erfolg beim FC St. Pauli am vergangenen Samstag scheint der Durchbruch gewesen zu sein. Nach seiner Einwechslung für Serge Gnabry in der 61. Minute wirbelte der Nationalspieler wie zu besten Zeiten durch die Madrider Abwehrreihen. So war es auch kein Zufall, dass Musiala das vorentscheidende 3:3 durch Luis Díaz mit einem feinen Hackentrick vorbereitete.

Die besten Mannschaften der Welt?

Musiala steigende Form könnte im Saisonfinale zur entscheidenden Waffe der Bayern werden. In der Champions League wartet nun im Halbfinale Paris Saint-Germain auf den Rekordmeister. Und nicht nur Joshua Kimmich ist der Meinung, dass da "die beiden momentan besten Mannschaften" aufeinandertreffen werden.

Welches der beiden Teams in Finale in Budapest einziehen wird, ist offen. Klar ist aber, dass es wieder spektakulär werden wird. Denn München ist jetzt offiziell das Epizentrum des Joga Bonito - des schönen Spiels. Anders kann und will der FC Bayern unter Vincent Kompany gar nicht auftreten.